Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen

005 - Gekauftes Glück

Titel: 005 - Gekauftes Glück Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Unbekannt
Vom Netzwerk:
die Hand. „Du bist ein wundervoller Anblick, und ich bin froh, daß du hier bist. Kann ich dir etwas anbieten? Vielleicht ein Glas Wein, oder ..."
    „Gleich, falls du mir dabei Gesellschaft leistest, doch zunächst drängt es mich, dir meine Neuigkeiten zu erzählen."
    „Und die wären?" fragte Brett, während er einen in der Nähe stehenden Sessel heranzog.
    „Es betrifft die Suche nach meiner Schwester", sagte Patrick, und die hellste Freude sprach aus seinem kantigen Gesicht. „Brett, meine Schwester ist am Leben!"
    Brett schenkte dem Freund ein erfreutes Lächeln. „Als ich hereinkam, dachte ich bereits, daß du sehr mit dir und der Welt zufrieden aussiehst. Woher weißt du, daß deine Schwester noch lebt?"
    Patrick zog an der Meerschaumpfeife, die er in der breiten, sonnengebräunten Hand hielt, blies eine Rauchwolke vor sich hin und antwortete dann: „Das ist eine lange Geschichte. Doch falls du gewillt bist, sie dir anzuhören ..." Und nun schilderte er Brett, wie er den Brief erhalten und was er daraus ersehen hatte, wobei er sorgfältig darauf achtete, alle Maria betreffenden Details wegzulassen bis auf die Mitteilung, sie sei eine Freundin seiner Familie, die ihnen in den Jahren der Schmugglertätigkeit geholfen hatte. Wiewohl es sein glühendster Wunsch war, Brett die Geschichte von dessen Mutter zu berichten und zu versuchen, eine Versöhnung herbeizuführen, besonders jetzt, da der alte Duke tot war, hatten er und seine Eltern Maria geschworen, das Geheimnis nie zu enthüllen, und was ihn betraf, so war ihm ein einmal gegebenes Wort heilig.
    Aufmerksam lauschte Brett der Geschichte, und als Patrick sie beendet hatte, stand er auf, schenkte zwei Gläser mit Sherry ein und stieß mit dem Freund auf dessen Glück an. „Ich nehme an", sagte er, nachdem er das Glas gesenkt hatte, „daß du nun nach London fahren wirst, um die Schwester des alten Kindermädchens deiner Schwester aufzuspüren, nicht wahr?"
    „Ja, aber ich denke, daß ich noch ein Weilchen hierbleiben und erst weitere Erkundigungen in Kent einziehen werde. Man kann nie wissen, ob jemand sich nicht doch noch an e^ was erinnert, das damals geschehen ist. Das beste Beispiel dafür ist Jemmy Stokes."
    Brett nickte und schwieg einen Moment. Dann richtete er den Blick auf den des Freundes, und seine Miene war ernst. „Es liegt mir fern, Patrick, dir die Illusionen zu rauben, doch ..." Er wirkte einen Moment lang sehr unbehaglich. „... es ist zwölf Jahre her, seit ..."
    „Seit dem Brand. Ja, das weiß ich, doch wenn du denkst, dieser Umstand könne meinen Enthusiasmus dämpfen, dann irrst du dich. Ich bin seit langem der Überzeugung, daß die Kleine noch lebt, und war das schon vor meiner Reise nach Kent, wie du weißt, so daß nichts und niemand mich jetzt von diesem Standpunkt abbringen kann." Patrick beugte sich vor, stützte die Ellbogen auf die Knie und schaute den Freund eindringlich an. „Ich würde jedoch gern wissen, alter Junge, was dich bedrückt. Nein, leugne es nicht! Ich habe das finstere Stirnrunzeln gesehen, als du dort durch die Tür kamst. Was ist nicht in Ordnung? Kann ich dir behilflich sein?"
    Brett seufzte. „Natürlich hast du recht. Und da du gerade damit fertig geworden bist, mir deine phantastische Geschichte zu erzählen, wirst du meine vielleicht nicht allzu unglaubhaft finden."
    „Ich bin ganz Ohr", sagte Patrick mit dramatischer Geste.
    „Ich bin verlobt, um damit anzufangen ..."
    „Das ist wundervoll, Brett."
    „Erspar mir deine Glückwünsche. Die Lady ist eine kalte, leidenschaftslose Mistbiene, die Großvater mit einigem Nachdruck seitens meiner Großtante vor seinem Tod für mich ausgesucht hat."
    „Ich verstehe." Patricks Stimme hatte mitleidig geklungen.
    „Nein, du verstehst das nicht. Ich habe heute meine Verlobung bekanntgegeben, und Pamela Marlowe ist bei der Party aufgetaucht."
    „Oh", äußerte Patrick. „Ich verstehe."
    „Nein, du verstehst noch immer nicht. Es gibt eine dritte Komplikation. Unter meinem Dach lebt jetzt jemand, für den ich mich verantwortlich fühle, ein weibliches Mündel, ein sehr junges und sehr schönes weibliches Mündel ..."
    „Himmel, Brett, du willst mir doch nicht sagen ..."
    „Warte! Das Schlimmste hast du noch nicht gehört. Lehn dich zurück, Patrick, und trink einen Sherry, während ich dich mit der Geschichte über die dramatischste Verwicklung erfreue, in der ein Mann sich je vorgefunden hat ..." In so wenigen Worten wie möglich, ohne jedoch die

Weitere Kostenlose Bücher