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0170 - Entführt in die Schattenwelt

0170 - Entführt in die Schattenwelt

Titel: 0170 - Entführt in die Schattenwelt Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Uwe Anton
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hielt von vornherein Schritt mit den Ungeheuern und vermied auf diese Art die grobe Behandlung, die seinem Leidensgenossen zuteil wurde.
    »Was haben sie mit uns vor, Higgins?« ñüsterte Larringer. Die Werwölfe nahmen keinen Anstoß daran; solange er das vorgegebene Tempo hielt, durfte er sich anscheinend unterhalten.
    »Umbringen wollen sie uns jedenfalls nicht!« Higgins deutete auf die Mauern von Eldridge Castle, die vor ihnen in die Höhe wuchsen. »Ich nehme an, sie wollen uns zum Schloß bringen?«
    »Aber wieso?« entsetzte sich der Vertreter. »Hier wohnt doch niemand mehr. Oder doch, Higgins? Verheimlichen Sie mir etwas?«
    »Nicht das ich wüßte, Sir. Eldridge Castle ist nicht mehr bewohnt, seit Mhyrwidden Eldridge zuerst seine Familie und dann sich selbst tötete, genau wie ich es Ihnen schon erklärt habe, Sir!«
    »Aber irgend etwas wollen diese Untiere doch von uns!« Larringer erkannte seine eigene Stimme nicht mehr wieder, so verzerrt klang sie.
    »Blickt zum Himmel!« knurrte der Anführer der Werwölfe guttural. »Sterne noch… nicht günstig! Weißer Magier kann nicht hinübergezerrt werden. Aber Geschöpfe der Schwarzen Magie!«
    »Magie?« echote Larringer. »Wo bin ich hier nur hereingeraten, Higgins?«
    Keine Antwort von dem Butler.
    »Und Geschöpfe der Schwarzen Magie können Menschlinge mitnehmen!« fuhr das Wolfswesen fort. »Ihr mitkommen!«
    »Mitkommen? Wohin?«
    »Das du später erfahren! Jetzt mitkommen!«
    Larringer sah Higgins hilfesuchend an. Der Ex-Butler stand bewegungslos da. Seine Augen glitzerten kalt in dem schwachen Sternenlicht. Wenigstens hatte es zu regnen aufgehört, dachte Larringer resignierend.
    Der Vertreter versuchte einen letzten Ausbruchsversuch. Er warf sich gegen den Wolfsmann, der ihm am nächsten stand, und tatsächlich gelang es ihm, an dem Ungetüm vorbeizuschlüpfen. Im nächsten Moment hatten ihn aber schon drei andere Ungeheuer wieder erreicht und zerrten ihn in den Kreis zurück, den die Wolfs wesen jetzt um die beiden Menschen herum bildeten.
    »Jetzt!« schrie der Anführer der Werwölfe.
    Ein brennender Schmerz durchzuckte Larringer, und dann senkte sich ein Meer aus Dunkelheit über ihn…
    ***
    Karmann reagierte schnell. Der Industrielle packte Eileen O’Shea und zerrte sie aus dem fürchterlichen Raum hinaus.
    Eileen schüttelte sich. Wer konnte so etwas Furchtbares geschaffen haben? Lebende Organe, in denen das Blut pulsierte… Augen, die sich drehten, jede ihrer Bewegungen verfolgten… Herzen, die kräftig und gleichmäßig schlugen… Münder, die jene Schreie ausstießen, die sie gehört hatte, als sie das Organzimmer gerade betreten hatte…
    »Das ist ein gottverdammter Alptraum!« fluchte der Industrielle haltlos. »Das gibt es gar nicht wirklich. Wir sitzen in Doktor Wellingtons Laboratorium und stellen uns dies alles nur vor… es ist ein Trick, mehr nicht!«
    Eileen bohrte ihre Fingernägel in seine Brust. Mehr erschrocken als vor Schmerzen schrie Karmann auf.
    »Glauben Sie jetzt immer noch, daß wir nur träumen?« fragte Eileen kalt.
    Sie sah sich um, immer darauf gefaßt, etwas noch widerwärtigeres zu entdecken. Doch das Schicksal schien es gut mit ihnen zu meinen. Jetzt befanden sie sich in einem langgezogenen, schmalen Gang, der etwa zehn Meter vor ihnen eine Biegung vollzog. Es war kalt und feucht hier; von der Decke tropfte eine braune Substanz, eine Art Lehm, in großen Tropfen hinab. Die Flüssigkeit stand schon kniehoch in dem Gang. Ein unangenehmer Geruch ging von ihr aus, aber ansonsten schien sie harmlos zu sein.
    Karmann betastete vorsichtig die Wand. »Solider Stein«, murmelte er und lehnte sich dagegen, um neue Kräfte zu schöpfen.
    »Wir müssen uns genau überlegen, was wir jetzt tun«, sagte er schließlich. »Ich glaube, es hat wenig Sinn, wenn wir ziellos durch dieses Teufelsschloß laufen. Wir müssen versuchen, den zu finden, der das Schloß erbaut hat oder bewohnt. Er wird wissen, wo wir gelandet sind und wie wir zurückkehren können.«
    »Und wenn es nicht in seinem Interesse liegt, es uns zu verraten?«
    »Dann müssen wir ihn eben dazu zwingen!«
    »Vielleicht gibt es noch einen anderen Weg…« überlegte Eileen zögernd.
    Karmann sah sie herausfordernd an. »Welchen?«
    Das Medium schüttelte den Kopf. »Noch ist es zu früh dazu. Ich bin von der letzten Seance noch zu erschöpft. Wenn ich mich erholt habe, kann ich versuchen, mich in Trance zu versetzen und einen Ausweg aus dieser… Alptraumwelt

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