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042 - Die Schweinemenschen von Rio

042 - Die Schweinemenschen von Rio

Titel: 042 - Die Schweinemenschen von Rio Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Dämonenkiller
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sah mich ängstlich an und hatte es sichtlich eilig, mich loszuwerden. Wahrscheinlich hatte er die Gerüchte über dieses Hochhaus gehört. Er bekreuzigte sich, als ich ausstieg.
    Ich begab mich zum Eingang und fluchte bereits im voraus über die zwanzig Stockwerke. Der Nachtportier hing schläfrig hinter der Rezeption. Als ich hereinkam, riss er die Augen auf.
    Ich nickte ihm kurz zu und ging zur Treppe. Auf dem ersten Absatz blieb ich stehen und schlich leise zurück.
    Er telefonierte, wie ich es erwartet hatte. Was er sagte, konnte ich nicht verstehen.
    Als er den Hörer auflegte, ging ich zu ihm und packte ihn am Kragen. »Mit wem hast du gesprochen?«
    »Mit meiner Frau, Señor.«
    »So, mit deiner Frau? Heißt sie etwa Macumba, eh? Ich will jetzt wissen, was hier vorgeht. Aber schnell! Sonst bekommst du eine Tracht Prügel, an die du noch lange denken wirst.«
    Ihm traten vor Angst die Augen aus den Höhlen. »Señor, ich schwöre, ich weiß von nichts. Ich bin nur ein kleiner Mann und tue, was mir gesagt wird. Was hier im Hochhaus vorgeht, weiß ich nicht, und ich will es auch gar nicht wissen. Am liebsten würde ich überhaupt nicht mehr hierher kommen.«
    Ich schüttelte ihn ein paar Mal durch. »Wem hast du mitgeteilt, dass ich gerade zurückgekommen bin? Los, antworte!«
    »I-ich kenne nur die Telefonnummer. 446.513. Wenn ich nicht tue, was die Macumba wollen, bin ich verloren – und meine Familie auch.«
    Er flennte fast. Ich ließ ihn los, denn ich hatte ohnehin nie die Absicht gehabt, ihn zu schlagen.
    Ohne mich weiter um ihn zu kümmern, stieg ich die Treppe hoch. Der Gestank im Hochhaus war noch übler geworden. Hinter den Türen herrschte ein unheimliches nächtliches Treiben. Auf ein paar Etagen war die Beleuchtung ausgefallen. Dreimal glaubte ich huschende Schatten in der Dunkelheit zu sehen.
    Ich blieb stehen, das Kreuz in der einen, den Revolver in der anderen Hand. Als nichts geschah, ging ich weiter.
    Die Lifts waren schon seit vierzehn Tagen kaputt, hatte der triefäugige Portier mir gesagt. Die Aufzugsfirma weigerte sich, Monteure herzuschicken; die Leute hatten Angst.
    Im Aufgang zum Penthouse und im Flur lag frischer Kot. Ich klingelte und klopfte.
    »Wer ist da?«, fragte Jeff Parker.
    »Dorian.«
    Die Tür wurde geöffnet. Jeff sah mich über einen Pistolenlauf hinweg an und entfernte die Sicherheitskette.
    »Dorian, ein Glück, dass du da bist! Hör dir an, was Sacheen und Machu Picchu erlebt haben, während ich fort war.«
    Im Wohnzimmer erfuhr ich, dass Jeff zu einem dringenden Gespräch mit Domingo Marcial abberufen worden war und Schweinemonster die beiden Mädchen angegriffen hatten. Kurz vor Jeffs Rückkehr waren sie wie auf ein geheimes Signal verschwunden.
    Machu Picchu flüchtete in meine Arme. »Ich denke daran, den Traum meines Lebens zu beenden«, flüsterte sie mir ins Ohr. »Diese Welt hat zu viele Schrecken für mich.«
    Ich zog sie an mich. »Ich bin bei dir, Machu. Und ich werde dich jetzt nicht mehr allein lassen. Den Dämon in der Inkastadt habe ich getötet, den Bann des tödlichen Albtraums gebrochen, ich werde dir auch hier in Rio beistehen. Sei dessen gewiss!« So sicher war ich meiner Sache allerdings nicht. »Kommt! Wir werden in eine der Wohnungen hier im Hochhaus eindringen und uns die Bewohner einmal näher ansehen.«
    Wir zogen los, allesamt bewaffnet. Ich klopfte an die erstbeste Tür. Nichts regte sich dahinter. Daraufhin rannte ich ein paar Mal mit der Schulter gegen die Tür, bis sie aufflog.
    In der Wohnung herrschte ein übler Gestank. Sie sah nicht besser aus, als wir das Penthouse vorgefunden hatten, aber sie war leer; von den Bewohnern war keine Spur zu entdecken. Auch einen Stock tiefer, wo wir noch einmal in eine Wohnung eindrangen, fanden wir niemanden. Es scherte mich wenig, dass wir uns mit Gewalt Zutritt zu den Wohnungen verschafften. Nachdem wir die zweite Wohnung durchsucht hatten, kehrten wir ins Penthouse zurück. Jeff Parker war hundemüde, und ich hatte keine Lust mehr; außerdem schmerzte meine Schulter.
    Im Penthouse verrammelten wir alle Türen. Von dem abgeschnittenen Schweinekopf, den ich im Stop hinter der Bühne gesehen hatte, und meinem Abenteuer mit der Hexe Viviana und ihren Anhängern hatte ich den anderen nichts Genaues erzählt. Jeff Parker benahm sich mir gegenüber so geheimnisvoll, dass ich keinen Grund sah, offen zu sein.
    Im Penthouse nahm ich ihn zur Seite. »Wir sollten hier ausziehen. Die Räume sehen wie ein

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