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09 - Befehl von oben

09 - Befehl von oben

Titel: 09 - Befehl von oben Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Tom Clancy
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gerade von der Patientin zurücktrat.
»Das hier ist keine Grippe. Wir haben wesentlichen Blutverlust, und das sind Petechien.« Der Assistenzarzt holte im Sprechen frische Handschuhe und Maske. »Dr. Quinn zu mir.«
Eine Schwester trabte los, während der Arzt rekapitulierte. Blutig erbrochen, schwarzer Stuhl. Blutdruck niedrig, Blutungen in die Haut.
Aber wir sind doch in Chicago! Eine Nadel.
»Alle weg, okay, keiner kommt in die Nähe meiner Hände und Arme«, sagte er. Er staute, traf die Vene und entnahm vier Röhrchen zu fünf Kubik.
»Was gibt's?« fragte Dr. Joe Quinn. Der Assistent erzählte und fragte dann selbst, als er die Blutproben auf ein Tablett legte.
»Was meinst du, Joe?«
»Wenn wir woanders wären ...«
»Yeah. Womöglich hämorrhagisches Fieber.«
»Hat sie jemand gefragt, wo sie gewesen ist?« fragte Quinn.
»Nein, Doktor«, gab die Aufnahmeschreibkraft zu.
»Kühlpackungen«, sagte die Oberschwester, die Arme voll damit.
Diese gingen in die Achseln, unter die Kniekehlen, den Hals und sonstwo, um das potentiell tödliche Fieber zu senken.
»Epanutin?« dachte Quinn laut nach.
»Sie krampft noch nicht. Verflucht noch mal.« Der Oberarzt nahm eine Schere und schnitt den Büstenhalter weg. Frische Petechien bildeten sich am Torso. »Wir haben hier eine sehr kranke Dame. Schwester, rufen Sie Dr. Klein von Infektion. Der ist wohl jetzt zu Hause.
Sagen Sie ihm, wir brauchen ihn sofort. Wir müssen das Fieber senken, sie aufwecken und rausbekommen, wo zum Teufel sie gewesen ist.«
47 / Index-Fall
    Für Mark Klein, Ordinarius für Infektionskrankheiten an der Medizinischen Fakultät, war ein Anruf abends um neun ungewöhnlich, aber als Arzt kam er, wenn er gerufen wurde. Die Fahrt zu seinem reservierten Parkplatz dauerte diesen Montag abend zwanzig Minuten. Er passierte mit einem Nicken die Sicherheitskontrolle, zog sich um, betrat die Notaufnahme von hinten und fragte die leitende Schwester, wo Quinn sei.
»Isolation zwei, Doktor.«
     
Dort war er in zwanzig Sekunden und stoppte an der Tür, als er die
    Warnhinweise sah. Okay, dachte er und zog Maske und Handschuhe an. »Tag, Joe.«
»Ich möchte mich hier nicht ohne Sie festlegen, Herr Professor«, sagte
Quinn ruhig und gab ihm die Kurve.
    Klein überflog sie, sein Denken gefror, und er begann wieder von vorn, mit Blicken zur Patientin als Vergleich zu den Daten. Weiblich, weiß, ja, Alter 41, wohl richtig, geschieden, ging nur sie an, Apartment ca. zwei Meilen von hier, gut, Temperatur bei der Aufnahme 40,2, verflixt hoch, Blutdruck, der war ja arg niedrig. Petechien?
    »Laßt mich mal sehen«, sagte Klein. Die Patientin wachte langsam auf, bewegte etwas den Kopf. »Wie ist ihre Temperatur jetzt?«
»39, kommt gut wieder runter«, antwortete der Assistent, als Klein das grüne Laken zurückzog. Die Patientin war jetzt nackt, und die Flecken hoben sich vorzüglich gegen ihre sonst sehr helle Haut ab. Klein sah die anderen Ärzte an.
»Wo ist sie gewesen?«
»Wissen wir nicht«, gab Quinn zu. »Wir haben die Handtasche durchgesehen. Sie ist wohl im Management bei Sears, Büro drüben im Tower.«
»Haben Sie sie untersucht?«
»Ja, Doktor«, antworteten Quinn und der jüngere Assistent gleichzeitig.
»Tierbisse?« fragte Klein.
»Keine. Keine Nadelspuren, nichts ungewöhnliches. Sie ist clean.«
»Ich sage jetzt mögliches hämorrhagisches Fieber, Übertragungsweg bisher unbekannt. Ich will sie oben, volle Isolation und Vorbeugemaßnahmen. Dieser Raum wird geschrubbt - alles, was mit ihr in Berührung kam.«
»Ich dachte, Übertragung dieser Viren geschieht nur ...«
»Das weiß keiner, Doktor, und was ich nicht erklären kann, macht mir angst. Ich war in Afrika, habe Lassa- und Q-Fieber, nicht aber Ebola gesehen. Doch was sie hat, sieht verflucht nach so etwas aus«, sagte Klein und sprach damit den entsetzlichen Namen aus.
»Aber wie ...«
»Wenn man etwas nicht weiß, weiß man's halt nicht«, sagte Professor Klein dem Assistenten. »Bei Infektionskrankheiten, wenn der Übertragungsweg nicht bekannt ist, nimmt man das Schlimmste an. Am schlimmsten ist der Luftweg, Aerosol, und so wird diese Frau behandelt.
Wir bringen sie rauf zu meiner Station. Wer immer Kontakt mit ihr hatte, schrubbt sich von oben bis unten. Wie bei AIDS oder Hepatitis.
Volle Vorbeugemaßnahmen«, betonte er nochmals. »Wo ist's Blut, das Sie entnommen haben?«
»Gleich hier.« Der Assistent wies auf einen roten Plastikbehälter.
»Was jetzt?« fragte Quinn.
»Eine Probe geht

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