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09 - Befehl von oben

09 - Befehl von oben

Titel: 09 - Befehl von oben Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Tom Clancy
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es.«
Arnie van Damm war das gleich: »Fabelhafte Reden, Callie.«
»Es ist so einnehmend, wie er sie vorträgt«, meinte sie. »Jedesmal beginnt er verkrampft, mit Verlegenheit, dann übernimmt der Lehrer in ihm, und er legt richtig los. Er weiß es nicht mal.«
»Ehrlichkeit. Kommt echt rüber, gell?« Arnie hielt inne. »Es wird ein Gedenkgottesdienst für die gefallenen Agenten geben.«
»Bin schon am Überlegen«, versicherte ihm Weston. »Was werden Sie mit Kealty machen?«
»Den Bastard werden wir ein für allemal versenken.«
*
    Badrayn war wieder an seinem Rechner, prüfte die entsprechenden Internet-Sites. Noch immer nichts. Ein Tag noch, und er würde vielleicht anfangen, sich zu sorgen, aber sein Problem war das eigentlich nicht, wenn nichts geschah, oder? Was er tat, hatte ja perfekt geklappt.
    Alle merkten auf, als Patientin null die Augen öffnete. Ihr Fieber war jetzt auf 38,7 gesunken, nur wegen der Kältepackungen, die ihren Körper umhüllten wie einen Fisch auf dem Markt. Ihr Gesicht war eine Studie aus Schmerz und Erschöpfung. Insofern sah sie aus wie Patienten mit fortgeschrittenem AIDS, einer Krankheit, die ihr Arzt allzugut kannte.
    »Hallo. Ich bin Dr. Klein«, sagte ihr der Professor von hinter der Maske. »Sie haben uns da für einen Moment Sorgen gemacht, aber jetzt ist alles unter Kontrolle.«
»Tut weh«, sagte sie.
     
»Weiß ich, und wir werden Ihnen damit helfen, aber vorher muß ich
    Ihnen ein paar Fragen stellen. Können Sie mir antworten?« fragte Klein. »Okay.«
»Sind Sie in letzter Zeit gereist?«
»Wie meinen Sie das?« jedes Wort kostete Energiereserven. »Haben Sie das Land verlassen?«
»Nein. Flog nach Kansas City ... vor zehn Tagen, sonst nichts.
    Tagesfahrt.«
»Okay.« Das war's nicht. »Hatten Sie Kontakt mit jemandem, der außer
Landes war?«
»Nein.« Sie versuchte ein Kopfschütteln. Er bewegte sich vielleicht fünf
Millimeter.
»Vergeben Sie mir, dies muß ich aber fragen. Haben Sie ein sexuelles
Verhältnis im Moment?«
Die Frage erschütterte sie. »AIDS?« japste sie. Dachte, das war's
Schlimmste, das sie haben könnte.
Klein schüttelte entschieden den Kopf. »Nein, definitiv nicht. Machen
Sie sich darüber bitte keine Sorgen.«
»Geschieden«, sagte die Patientin. »Nur ein paar Monate. Noch keine ...
neuen Männer in meinem Leben.«
»Na, so hübsch, wie Sie sind, hält das nicht lange an«, meinte Klein, der
sie zum Lächeln ermuntern wollte. »Was machen Sie bei Sears?« »Weiße Ware, Einkäuferin. Gerade ... große Show ... McCormick Center
... Menge Papierkram ... Bestellungen un' Zeugs.«
Dies führte nirgendwohin. Klein versuchte ein paar weitere Fragen. Sie führten auch nirgendwohin. Er drehte sich um und zeigte zur
Schwester.
»Okay, wir tun jetzt was gegen den Schmerz«, sagte der Professor. Die Schwester startete die Morphiumzufuhr am IV-Ständer. »Dies wird
in ein paar Sekunden wirken, okay? Bin bald wieder da.«
Quinn wartete draußen im Gang mit einem uniformierten Polizeioffizier. »Doc, worum geht's denn?« fragte der Cop.
»Diese Patientin hat etwas sehr Ernstes, möglicherweise sehr
Ansteckendes. Ich muß ihr Apartment ansehen.«
»Das ist nicht legal, wissen Sie. Normal müssen Sie vom Richter ...« »Officer, dafür ist keine Zeit. Wir haben ihre Schlüssel, könnten glatt
einbrechen, aber ich möchte Sie dabeihaben, damit wir nichts machen, was
falsch wäre.« Außerdem, wenn sie eine Einbruchssicherung hatte, war's
schlecht, sich einbuchten zu lassen. »Zeit ist knapp. Diese Frau ist sehr
krank.«
»Okay, mein Wagen ist draußen.« Sie gingen zusammen raus. »Fax nach Atlanta schon weg?« fragte Quinn. Klein schüttelte den Kopf. »Sehen wir uns erst ihre Bude an.« Er verzichtete auf den Mantel. Draußen war's kalt, und die Temperatur würde dem Virus unwirtlich
erscheinen, wenn sich der im unwahrscheinlichen Fall im Kittel eingenistet
hätte. Vernunft sagte ihm zwar, es gäbe keine wirkliche Gefahr. Ebola war er klinisch nie begegnet, wußte aber mehr darüber als viele
Experten. Leider war es normal, daß Leute mit unerklärlichen
Virenerkrankungen auftauchten. Oft würde eine sorgfältige Untersuchung
die Infektionsquelle aufdecken, aber nicht immer. Auch bei AIDS gab es
die Handvoll unerklärlicher Fälle. Aber man begann nicht mit einer von denen als Index-Fall. Professor Klein zitterte draußen. Die Temperatur war knapp über dem Gefrierpunkt, das war aber nicht der Grund für seinen Schüttelfrost.
*
    Price öffnete die Tür

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