09 - Befehl von oben
normale Touristensachen. Was ist mit dem ersten?«
»Positiv für Ebola-Virus«, sagte ihr Alex. Ihr Kopf schnellte herum.
»Hier?«
»Hier. Seien Sie nicht so überrascht, Doktor. Sie haben mich gerufen, oder?« Er wandte sich Dekan James zu und hob eine Braue.
»Alle Abteilungschefs um zwei in meinem Büro. Ich kann nicht schneller, Alex. Ein Drittel operiert jetzt oder ist noch auf Visite.«
Alexandre nahm den Dekan am Arm und führte ihn vor die Tür. Dort, in seinem Grünzeug, zündete er eine Zigarre an, zur Überraschung der Sicherheitsleute, die auch hier ein Rauchverbot durchzusetzen hatten.
»Was in drei Teufels Namen ist hier los?«
»Wissen Sie, diese Dinger haben auch ihre Vorteile.« Alex paffte ein paarmal. »Ich kann Ihnen sagen, was die oben in Detrick sagen werden.
Zwei voneinander getrennte Index-Fälle, Dave, tausend Meilen entfernt und acht Stunden zeitlich. Keine Verbindung irgendwelcher Art. Keine Gemeinsamkeiten. Rechnen Sie's doch mal durch«, sagte Pierre Alexandre mit einem weiteren, sorgenvollen Zug.
»Nicht genug Daten, um das zu stützen«, wandt James ein.
»Ich hoffe, ich irre mich. In Atlanta wird's ein Gerangel ohnegleichen.
Gute Leute da unten. Die Besten. Sie sehen so was aber nicht so, wie ich es betrachte. Ich habe die Uniform lange getragen. Nun«, noch ein Zug, »wir werden sehen, was das Beste an stützender Therapie vermag. Wir sind besser als alles in Afrika. Chicago ist's auch. Wie alle anderen Orte, die sich noch melden werden, vermute ich.«
»Anderen?« James hatte immer noch nicht begriffen.
»Den ersten Versuch biologischer Kriegsführung unternahm Alexander der Große. Er schoß die Leichen von Pestopfern mit Katapulten in eine belagerte Stadt. Ich weiß nicht, ob es funktionierte. Er nahm die Stadt auch so ein, schlachtete alle ab und marschierte weiter.«
Jetzt hatte er's, konnte Alex sehen. Der Dekan war so blaß wie der neue Patient.
*
»Jeff?« Raman ging gerade in der örtlichen Kommandozentrale POTUS Zeitplan durch. Er hatte jetzt eine Mission zu erfüllen, und es war Zeit, mit der Planung zu beginnen. Andrea kam zu ihm rüber. »Wir haben eine Reise nach Pittsburgh am Freitag. Würden Sie mit der Vorausmannschaft mal schnell dorthin? Es gibt ein paar Probleme mit dem Hotel.«
»Okay, wann muß ich los?«
»Flug startet in neunzig Minuten.« Sie reichte ihm eine Flugkarte. »Morgen nacht sind Sie wieder zurück.«
Um so viel besser, dachte Raman, wenn er sogar überleben könnte. Wenn er den Aufbau der Sicherheitsmaßnahmen bei so einer
Veranstaltung selbst gestalten dürfte, wäre das vielleicht möglich. Vor dem Gedanken daran, Märtyrer zu werden, schreckte er nicht zurück, aber wenn sein Überleben im Bereich des Möglichen wäre, wäre ihm die Option lieber.
»Ist mir recht«, antwortete der Assassine. Packen war für ihn kein Problem. Agenten der Sondereinheit hatten stets eine Tasche im Wagen.
Drei Satelliten-Überflüge vergingen, bis das NRO zu einer Einschätzung der Lage bereit war. Alle sechs der UIR-Panzerdivisionen, die an den Kriegsspielen teilgenommen hatten, waren jetzt unter Aufrechterhaltung voller Einsatzbereitschaft weggetreten. Sechs Divisionen - drei schwere Corps - auf einmal, das war ein bißchen zu stark.
Die Daten wurden umgehend der saudischen und kuwaitischen Regierung übermittelt. In der Zwischenzeit rief das Pentagon das White House an.
»Ja, Mr. Secretary«, sagte Ryan.
»Das SNIE zur UIR ist noch nicht fertig, aber wir haben einige beunruhigende Informationen. Ich lasse sie von Admiral Jackson vortragen.«
Der Präsident hörte zu und kam ohne viel Analyse aus, obwohl er wünschte, die Special National Intelligence Estimates würden ihm als Anhalt für die politischen Absichten der UIR bereits vorliegen. »Empfehlungen?« fragte er, als Robby abgeschlossen hatte.
»Ich halte es für einen guten Zeitpunkt, die Boote aus Diego in Marsch zu setzen. Es schadet nie, sie üben zu lassen. Wir können sie bis auf zwei Tagesfahrten unbemerkt an den Golf heranrücken lassen. Dann empfehle ich Warn-Order ans XVIII. Luftlandecorps. Das sind die 82. die 101. und die 24. Motorisierte.«
»Läßt das aufhorchen?« fragte Jack.
»Nein, Sir. Das wird wie ein Übungsalarm behandelt. Machen wir ständig. Regt bloß die Stabsoffiziere zum Denken an.«
»Tun Sie's. Leise.«
»Der Zeitpunkt wäre gut, ein gemeinsames Übungsmanöver mit befreundeten Staaten in der Region durchzuführen«, schlug J-3 vor.
»Ich kümmer' mich drum. Sonst noch
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