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09 - Befehl von oben

09 - Befehl von oben

Titel: 09 - Befehl von oben Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Tom Clancy
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für alles gab, War Johns Hopkins eine der Einrichtungen, die als Aufnahmestellen vorgesehen waren, wenn etwas Derartiges eintraf.
»Alex«, sagte der Direktor für Urologie, »die Literatur gibt an, Ebola werde nur durch große Tropfen übertragen. Wie konnte es so rasch explodieren, auch nur lokal?«
»Es gibt einen Subtyp, genannt Mayinga. Der Infektionsweg wurde nie festgestellt. Einer meiner Kollegen, George Westphal, starb 1990 daran. Manche meinen, dieser Subtyp wird als Aerosol übertragen. Es ist nie dafür oder dagegen Beweis erhoben worden«, erklärte Alex.
»Außerdem gibt es, wie Sie wissen, Wege, ein Virus zu verstärken. Einige Krebsgene in die Struktur einfügen, zum Beispiel.«
»Und es gibt keine Behandlung, nicht mal experimentell?«
»Rousseau macht bei Pasteur einiges Interessantes, hat aber bisher keine positiven Resultate erbringen können.«
Die Ärzte sahen sich an. Sie waren unter den besten der Welt und wußten es. Jetzt wußten sie auch, daß es gegen diesen Feind nichts brachte.
»Was ist mit einem Impfstoff?« fragte Innere.
»USAMRIID spielt damit seit rund zehn Jahren herum. Es gibt ein Problem mit der Spezifizität. Was bei einem Subtypen wirkt, kann bei
anderen versagen. Auch die Qualitätskontrolle ist tödlich. Die mir bekannten Studien gehen von zwei Prozent Infektionsrate von Impfstoff selbst aus. Merck glaubt, es geht besser, aber die Studien benötigen noch sehr viel Zeit.«
»Autsch.« Chirurgie verzog das Gesicht. Mittels Impfstoff einen von fünfzig mit einer Krankheit zu infizieren, die eine Mortalität von achtzig Prozent aufwies - zwanzigtausend Infizierte je eine Million Impfportionen, von denen rund sechzehntausend sterben könnten. Auf die Bevölkerung der USA übertragen, hieße das drei Millionen Tote bei einem Versuch, die Einwohner zu schützen. »Hobsons Fangfrage.«
»Aber es ist zu früh, den Umfang der putativen Epidemie festzustellen, und wir haben keine harten Daten zur Fähigkeit der Krankheit, sich unter den hiesigen Umweltbedingungen zu verbreiten«, überlegte Urologie. »Also wissen wir noch nicht, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen.«
»Korrekt.« Diese Leute hier begriffen sehr schnell.
»Meine Leute bekommen es als erste zu Gesicht«, sagte Notfallmedizin. »Ich muß die Warnung rausgeben. Wir können nicht riskieren, unsere Leute unnötig zu verlieren.«
»Wer sagt es Jack?« überlegte Cathy laut. »Er muß es wissen, und das schnell.«
»Nun, das ist Aufgabe von USAMRIID und vom Surgeon General.«
»Die sind noch nicht bereit, hier eine Entscheidung zu treffen. Das haben Sie gerade gesagt«, antwortete Cathy. »Sie selbst sind sich sicher?«
»Ja.«
SURGEON drehte sich zu Roy Altman: »Holen Sie meinen schrauber.«
49 / Reaktionszeit
    Colonel Goodman wurde vom Anruf überrascht. Er aß gerade spät zu Mittag nach einem Checkflug für einen Reserve-VH-6o. Die Maschine für SURGEON war auf der Startrampe. Die Mannschaft ging hinaus und brachte die Turbinen auf Touren, ohne zu wissen, weshalb vom Tagesplan abgewichen wurde. Zehn Minuten nach dem Anruf flogen sie Richtung Nordosten. Zwanzig Minuten später umkreiste er die Landeplattform. Nun, da waren SURGEON, SANDBOX neben ihr, das Secret-Service-Team ... und ein Unbekannter mit weißem Mantel. Der Oberst prüfte den Wind und leitete den Abstieg ein.
    Das Fakultätstreffen war noch bis vor fünf Minuten gelaufen. Entscheidungen waren zu treffen. Zwei komplette internistische Stockwerke würden freigemacht und für eventuelle Ebola-Zugänge aufgerüstet werden. Der Direktor für Notfallmedizin versammelte gerade seinen Stab für einen Vortrag. Zwei von Alexandres Leuten telefonierten mit Atlanta für aktuelle Zahlen zu den bekannten Fällen und um mitzuteilen, daß Hopkins den Notstand für diese Eventualität ausgerufen hatte.
    Es bedeutete, daß es Alex nicht mehr zum Kleiderwechsel in sein Büro geschafft hatte. Auch Cathy trug einen Labormantel, aber in ihrem Fall über Straßenkleidung. Er dagegen trug noch immer grün - sein dritter Satz heute. Sie mußten auf Rotorstillstand warten, bevor der Secret Service ihnen den Einstieg in die Maschine erlaubte. Alex bemerkte die Anwesenheit eines Reservehubschraubers, der im Abstand von einer Meile kreiste, und eines dritten etwas näher: Dieser sah aus wie ein Polizei-Mixer, wahrscheinlich zu Sicherheitszwecken, dachte er.
    Alle wurden an Bord gedrängt. Katie - sie hatte er noch nie kennengelernt - bekam den Sitz hinter den Piloten, angeblich

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