Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
1813 - Kriegsfeuer: Roman (German Edition)

1813 - Kriegsfeuer: Roman (German Edition)

Titel: 1813 - Kriegsfeuer: Roman (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Sabine Ebert
Vom Netzwerk:
Württemberg sein Abschiedsgesuch und ritt damit nach Teplitz, ins Hauptquartier.
    Aber der Zar reagierte rasch, um den Weggang seines besten Mannes zu verhindern. »Ich weiß, was wir Ihnen verdanken. Selbstverleugnung ist die schönste Tugend«, sagte er mit strahlendem Lächeln.
    Eugen wurde verabschiedet, ohne sein Gesuch abgeben zu können. Als er ins Biwak zurückkehrte, lag der Kaiserliche Orden des Heiligen Wladimir I. Klasse auf dem Tisch.
    Ein Versöhnungsangebot Alexanders. Das durfte er nicht zurückweisen, ohne einen Eklat heraufzubeschwören.
    Prinz Eugen blieb in der Kaiserlich-Russischen Armee.
    Der Orden löschte die Kränkung nicht aus. Nur ging es hier nicht zuvorderst um seinen Stolz, das rief er sich immer wieder ins Bewusstsein, sondern darum, Europa von dem Weltenbrenner zu befreien.
    Es hätte Prinz Eugen von Württemberg wohl kaum getröstet zu erfahren, dass in der Nordarmee in diesen Tagen eine ähnliche Farce vonstattenging. Obwohl es allein General Bülow war, der in entschlossenem Kampf mit seinen Truppen in Großbeeren und kurz darauf in Dennewitz Berlin zum dritten Mal vor einer Eroberung bewahrte, erhielt der Kronprinz von Schweden als Anführer der Nordarmee die höchsten Auszeichnungen der verbündeten Monarchen und wurde in den Zeitungen als Sieger gefeiert. Dabei hatte Bernadotte zu Großbeeren nichts beigetragen. Und in Dennewitz ließ er sich erst blicken, nachdem alles schon entschieden war.

Kleiner Krieg
    Erste Septemberhälfte 1813
    A ls Napoleon Bonaparte von der Vernichtung des Korps Vandamme bei Kulm erfuhr, befahl er die bereits gegen Berlin in Marsch gesetzten Garden zurück und übertrug Marschall Ney das Kommando über die Berlin-Armee. Doch Ney scheiterte südwestlich von Berlin bei Dennewitz am entschlossenen Widerstand der Preußen unter den Generälen von Bülow, von Tauentzien und von Dobschütz. Zusammen mit Oudinot wurde er am 6 . September unter großen Verlusten in die Flucht geschlagen.
    Berlin ließ sich nicht einnehmen, der Weg nach Schlesien war der Grande Armée nach Blüchers Sieg an der Katzbach versperrt, außerdem war das für den Nachschub wichtige Luckau verloren.
    Also plante Bonaparte, Blücher zu einer Schlacht zu zwingen. Doch der alte Fuchs wich ihm aus. Alle Versuche, mit der Armee übers Gebirge zu gehen und das Lager der Alliierten im Teplitzer Tal anzugreifen, scheiterten an der hartnäckigen Verteidigung des Nollendorfer Passes, der einzigen für große Armeen geeigneten Straße über die Berge.
    So folgten in den nächsten Tagen eine Reihe von Truppenbewegungen, auf die sich niemand so recht einen Reim machen konnte. Man schlich umeinander wie Katzen um den heißen Brei.
    Das Land quoll über von Verwundeten, und immer mehr kamen dazu. Tausende Kriegsgefangene, Österreicher, Russen und Preußen, wurden von Dresden nach Leipzig gebracht. Die Leipziger Paulinerkirche musste für Gefangene, Verwundete und Flüchtlinge eingerichtet werden. Der Mangel an Verbandszeug war so groß, dass das Leipziger Lazarett-Komitee erneut an die Wohltätigkeit der Stadtbewohner appellierte, wie es auch Dr. Bursian in Freiberg tat. Nur dass die Leipziger dafür bezahlten.
    »… für das Pfund Charpie acht Groschen, für das Pfund Leinwand sechs Groschen …«, hieß es in der Bekanntmachung. Schließlich war Leipzig eine Handelsstadt.
    Immer größer werdende Trupps von Deserteuren zogen durchs Land, Männer aus vielen Nationen, die der Grande Armée den Rücken gekehrt hatten.
    Alles war in Bewegung, doch niemand wusste, wohin …
    Freiberg wurde vom Zweiten Korps Marschall Victors besetzt. Bonaparte hatte entschieden, die wichtige Straße zum Gebirge zu kontrollieren, hinter dem die Hauptarmee des Gegners stand. Über den Erzgebirgskamm rückten immer mehr Alliierte in Sachsen ein. Ständig schwirrten neue Gerüchte durch die Stadt, von Scharmützeln um diesen und jenen Ort.
    Von der sächsischen Grenze aus veröffentlichte der Generalleutnant von Thielmann eine Proklamation an das sächsische Volk. Friedrich Gerlach gelangte schnell in ihren Besitz und zeigte sie Jette, bevor er sie in seinem Geheimfach versteckte.
    »Die russischen und verbündeten Krieger betreten wiederum euer Land. Seht in ihnen keine Feinde, denn wenn auch Tausende von euch jetzt wider uns fechten, so wissen der gütige Alexander und seine hohen Verbündeten, dass eure Herzen daran keinen Anteil haben«, versuchte Thielmann zu vermitteln. »Wir bleiben eure Freunde und die

Weitere Kostenlose Bücher