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AC/DC - Maximum Rock N Roll

AC/DC - Maximum Rock N Roll

Titel: AC/DC - Maximum Rock N Roll Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Murray Engleheart , Arnaud Durieux
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Gitarre neben Malcolms Rhythmusgitarre die Schlüsselrolle zu.
    Mark Opitz: »Malcolm und Angus’ rechte Hände und die Art, wie sie die Saiten berührten, waren magisch. Wir stellten die Verstärker immer schön laut ein, damit sie die Saiten nur leicht anschlagen mussten. Diesen Trick hatte ich auch schon bei den Angels angewandt. Der Gitarrensound war extrem wichtig.«
    Um bei der Session die größtmögliche Energie herauszuholen, vertrauten George und Harry ebenso sehr auf Psychologie wie auf Musikalität. Man wollte eine aggressive Grundstimmung schaffen, die dann musikalisch von der Band umgesetzt werden sollte.

    Ruhe vor dem Sturm: Angus bei den Powerage-Sessions in den Albert Studios – Sydney, Februar/März 1978.
    Mark Opitz: »Wenn eine Aufnahme anstand, trafen wir uns, rauchten eine, und dann sagte irgendjemand: ›Was ist eigentlich mit diesem Arschloch xyz? Was haltet ihr von dem?‹ – ›Ach, das ist doch ein Wichser.‹ Und dann steigerten wir uns richtig rein, George, Harry, ich und die Band, indem wir einfach irgendjemanden durch den Dreck zogen und immer weitermachten, bis alle so richtig biestig drauf waren und George meinte: ›Okay, jetzt nehmen wir auf.‹ Sie suchten sich ein Thema, über das sie sich in Rage reden konnten: ihren Manager, irgendjemanden aus der Musikindustrie oder aus dem Fernsehen. Dann wählten sie einen Moment, an dem sie einsteigen konnten und legten los. Es war wie Zauberei.
    Die Intensität war unglaublich. Angus ist eher entspannt, Malcolm sehr ambitioniert, Cliff war der Neue und wollte es allen nur recht machen und Bon war immer sehr locker drauf. Ein bisschen wie Michael Hutchence, was seine Lebenseinstellung anging. Aber George … der war so angespannt. Harry war auch nicht ohne. Die Aggressivität, die von den Youngs ausging, war schon etwas Besonderes. Wenn George einen Aschenbecher anguckte, konnte es passieren, dass er ihn durch pure Willenskraft und seine Gedanken verrückte. So eine mentale Kraft hatte er. Er konnte jedes Instrument spielen, das er in die Hand nahm.
    Malcolm war ein Typ, der sagte: ›Du bist der Scheißsänger, also schreib gefälligst die verdammten Texte!‹ Aber man kann sich unter Druck nicht hinsetzen und etwas schreiben, während alle anderen einem dabei zusehen. Offenbar skizzierte Bon ein paar Sachen im Studio. Er bekam auch ein bisschen Hilfe, aber in erster Linie verschwand er, schrieb die Texte und kam dann zurück, um beispielsweise George zu fragen, ob er ihm beim Überarbeiten helfen könne. Malcolm hörte immer zu. Wenn ihm etwas nicht gefiel, meckerte er: ›Das ist doch Kacke! Was soll das denn?‹ Dann zog Bon los und schrieb etwas Neues. Malcolm hat die Band definitiv im Griff, das ist vielen Leuten gar nicht bewusst. Die meisten glauben, es sei Angus’ Band.«
    Einige Songs, die auf Powerage erschienen, wurden schon während der Sessions zu Let There Be Rock entwickelt, unter anderem »Riff Raff«. Opitz erinnert sich, wie Angus dank seiner kabellosen Gitarre bei den Aufnahmen direkt neben ihm stand.
    »Wir haben viele Soli direkt im Kontrollraum eingespielt. Einmal stand Angus direkt hinter mir und haute das Solo zu ›Riff Raff‹ raus, das später auch auf dem Album landete. Das war ein klassisches Solo, ein Ding für die Ewigkeit. Ich spürte regelrecht, wie sich bei mir die Härchen im Nacken aufstellten, als er auf seine Gitarre eindrosch. Auch hier nahmen wir wieder einmal gleich den ersten oder zweiten Take.«
    Nicht alles, was in dieser Zeit aufgenommen wurde, kam später aufs Album. Wie schon bei Dirty Deeds zogen sich auch die Sessions zu Powerage über etwa acht Wochen hin – zählt man die Studiophase im Juli 1977 mit -, wobei gelegentlich ein oder zwei Wochen Pause zwischen den einzelnen Aufnahmeterminen lagen. Nach einiger Zeit wurde es schwierig, den Überblick zu behalten, welche Songs noch für das Album infrage kamen und welche nicht mehr ins Konzept passten.
    Besonders wichtig für eine gelungene Session war, dass stets ein großer Zigarettenvorrat im Studio vorhanden war. Mindestens zwei Päckchen Benson & Hedges pro Person waren Pflicht – nicht unbedingt, um die Nerven zu beruhigen, sondern für die Aufnahmepausen, die regelrecht ritualisiert abliefen.
    Mark Opitz: »Wir kamen alle zusammen, setzten uns und redeten ein bisschen. Malcolm fing an zu erzählen, das dieses und jenes Scheiße wäre. Dann zog er seine Zigaretten heraus und warf jedem eine zu. Dann wurde geraucht. Wenn sich jemand

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