Alaska
hatten sich heimlich darüber geeinigt, dass alle Überlebenden nach der Einnahme des Schiffes auf die nahe gelegene Insel Adak gebracht und dort getötet werden sollten, die Schuld wollte man den dort lebenden Aleuten geben.
Der Anschlag war einfach, aber äußerst brutal geplant und hatte gute Aussicht auf Erfolg, außer dass sich an dem Tag, den man ins Auge gefasst hatte, Kapitän Pym nicht zu seinem üblichen Besuch bei Trofim und Kyril aufmachte; er blieb an Bord des Schiffes, und das bedeutete, dass auch Atkins und seine Frau blieben, aber die Verschwörer waren sich ihres Erfolges so sicher, dass sie den Plan dennoch ausführen wollten.
Um ein Uhr nachmittags betraten die beiden Anführer wie besprochen mit drei anderen Händlern die »Evening Star«. Sie brachten eine Unmenge an Proviant und Ausrüstung mit, und als sie anfingen, sie auszuladen, legten die anderen von der Küste mit noch mehr Ware ab.
Noah Pym, der seine Erfahrungen mit Schiffen, die von eingeborenen Inselbewohnern eingenommen worden waren, gemacht hatte, war gerade unter Deck, als das zweite Aufgebot an Bord kam, und instinktiv lief er zur Tür seiner Kabine, riss sie auf und rief: »Mr. Corey, was geht hier vor?«
Zagoskin stand ihm direkt gegenüber, er gab einen lauten Heulton von sich, das Signal, dass der Kampf begonnen hatte, dann versetzte er Pym mit einer Keule einen Schlag auf den Kopf und stieß ihn aufs Deck. Am Boden liegend, richtete sich Pym völlig benommen auf, stützte sich auf den Ellbogen und versuchte, sich zu wehren, aber Zagoskins schwerer Stiefel trat ihm ins Gesicht, und der sibirische Gehilfe, den Zagoskin mitgebracht hatte, versetzte ihm den Rest und erschlug ihn. Kapitän Pym starb bei dem Versuch, sein Schiff zu retten, das er im Sterben verloren glaubte. Er sprach keine letzten Worte und hatte keine Zeit für einen letzten Gedanken. Es war ihm nicht einmal vergönnt, ein letztes Gebet zu sprechen, nachdem so lange keines mehr über seine Lippen gekommen war.
Als der junge Atkins und seine Frau den Tumult in der Kajüte des Kapitäns vernahmen, eilten sie ihm zu Hilfe, wurden aber von Zagoskin und dessen Gehilfen empfangen und ebenfalls erschlagen. Die beiden hatten damit den Rücken frei, rannten nach oben, um Innokenti an Deck zu helfen, wo inzwischen ein wilder Kampf tobte, denn der Erste Offizier Corey, ein beinharter Ire, hatte ganz richtig vermutet, dass Pym bereits ermordet worden war und die Rettung des Schiffes nun ganz allein von ihm abhing. Bewaffnet mit zwei Pistolen und einem Degen, tötete er auf Anhieb zwei Angreifer und hielt Innokenti in Schach. Doch als er jetzt den Riesen Zagoskin auf sich zukommen sah, rief er laut um Hilfe, warf die leergeschossenen Pistolen zu Boden und schnappte sich einen Belegnagel, der zum Festmachen des Schiffes benötigt wurde, wild entschlossen, so viele russische Piraten umzulegen wie möglich, bevor er das Schiff aufgab.
In diesem Augenblick sprang ein kräftiger Mann in einem langen weißen Umhang auf Deck, in jeder Hand eine Harpune. Es war Kane, der schrie: »Pym ist tot. Bringt sie alle um!« Und ohne stehenzubleiben, um genau zu zielen, warf er einen seiner tödlichen Speere gegen den anstürmenden Zagoskin. Die Waffe schoss wie ein dünner Blitzstrahl durch die Luft, traf den Russen knapp über dem Herzen und nagelte ihn wie einen hilflosen Seehund an den Schiffsmast.
Nicht zufrieden, dass die Harpune den Mann bereits getötet hatte, sprang er vor den Aufgespießten und stieß mit der anderen Harpune noch zweimal zu, einmal in den Hals, das zweite Mal durchs Gesicht. Als es ihm nicht gelingen wollte, die erste Harpune mit einem Ruck herauszuziehen, ließ er sie stecken, griff nach der Keule, mit der Zagoskin Atkins und seine Frau erschlagen hatte, wütete damit an Deck und brachte in seiner Raserei jeden Russen um, der ihm in die Quere kam.
Als er mit Corey zusammenstieß, der sich nur mit dem Belegnagel verteidigte, zeigte Kane auf Innokenti und rief allen Amerikanern in Hörweite zu: »Da ist das Schwein! Tötet ihn!«, und schon warf er seine Harpune gegen den Anstifter der Attacke. Er traf nicht, und als Corey sich auf Innokenti warf, sprang dieser geschickt zur Seite und gewann eine Sekunde Zeit, in der er sich ein Bild von der Lage an Deck machen konnte. Sein Plan war gescheitert, er sah die getöteten Russen, seinen Gefährten Zagoskin am Mast aufgespießt und diesen verfluchten Iren und Kane in der Überzahl. Mit Blut befleckt, traf er eine
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