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Alaska

Titel: Alaska Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: James Albert Michener
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Matanuska, und nachdem sie eine Weile darüber gesprochen hatten, wollte er Einzelheiten über das soziale und wirtschaftliche Leben im Tal erfahren, doch als sich herausstellte, dass sein Schützling über beides nicht viel zu sagen wusste , meinte Hammett: »Jack London wäre ganz hingerissen von Ihnen, Nate.«
    »Wer war Jack London?«
    »Nicht so wichtig.«
    Hammett sah in Nate eine Art unbehandelten Rohdiamanten, doch als er einmal einen Blick in dessen Aufzeichnungen warf, explodierte er: »Können Sie lesen? Ich meine, lange komplizierte Worte? Können Sie schreiben?« Er erwirkte eine Freistellung für ihn, und unter seiner strengen Aufsicht fing Nate an zu lernen, täglich zehn neue Worte und die freie Rede, fünf Minuten ohne Pause, über Themen wie zum Beispiel »Wie mein Onkel an seine Goldmine kam«. Zu guter Letzt erhielt er doch noch seine Schulbildung.
    Als Nate einfach für zwei Tage verschwand, wurde Hammett wütend: »Wo, zum Teufel, haben Sie gesteckt?«, aber war gleich besänftigt durch Nates Erklärung: »Ich werde abkommandiert, Corporal.«
    »Wozu?«
    »Weiß nicht. Vielleicht in die Nähe von Kiska, vielleicht auch Amchitka.«
    »Amchitka natürlich. Wissen doch alle Bescheid. Aber was hat das mit Ihnen zu tun?«
    »Vielleicht sollen Ben Krickel und ich wieder auf Spähtrupp gehen. Landungsunternehmen.«
    Hammett war entsetzt: »Großer Gott, Sie haben doch schon zwei Inseln ausgespäht. Irgendwann verlässt einen das Glück.« Leise wütend suchte er den Einheitsführer auf, wurde aber scharf zurechtgewiesen, er solle seine Nase nicht in Angelegenheiten stecken, die ihn nichts angingen.
    Nate sah seinen lebhaften Corporal nur noch einmal. Als er zu einem Intensivtraining für die »Operation Amchitka« aufbrach, kam Hammett zu ihm und sagte mit seiner rauhen Stimme: »Sie haben wirklich Schneid, Nate. Ich würde nicht mal den Mut für eine solche Expedition aufbringen, und für Sie ist es schon die dritte.«
    »Dafür sind wir Scouts ja da.«
    Während seiner Ausbildung für die neue Aufgabe fragte sich Nate öfters, warum Dashiell Hammett, wenn er doch so klug war, wie die Flieger immer behaupteten, nur Unteroffizier geworden war, aber er fand nie eine Antwort darauf. Und in der zweiten Januarwoche des Jahres 1943 war Hammett schon vergessen, denn der Spähtrupp wurde wieder zusammengestellt, Captain Ruggles, Ben Krickel und er selbst, und wieder ruderten sie mit einem Schlauchboot raus zu einer Zerstörereskorte, die sich rasch durch die Stürme der Aleuten lavierte, bis sie die langgestreckte, flache Insel erreichte, die als Landepiste für die Bombenflugzeuge nach Kiska und Attu bestens geeignet schien, vorausgesetzt, die Amerikaner besetzten die Insel, noch bevor der Feind anrückte.
    Da Amchitka nur knapp hundert Kilometer östlich der wichtigsten japanischen Luftbasis lag, mussten die drei Späher davon ausgehen, dass der Feind mit eigenen Booten um die Insel patrouillierte, und mit diesem Verdacht sollten sie recht behalten. Volle drei Tage und Nächte zogen Nate und seine Truppe auf der Insel umher, konnten die Japaner manchmal hören und versuchten, jeder Feindberührung aus dem Weg zu gehen. Bei heulendem Sturm - Schnee und Hagel peitschte ihnen ins Gesicht - suchten die Amerikaner Schutz, während sie weiter die Strände der Insel erkundeten, und eines Nachts, als sie zusammengekauert in der Finsternis saßen, sagte Captain Ruggles: »Der Schnee fällt in Sibirien, aber landen tut er hier auf Amchitka ... parallel zum Boden ... achtzig Meilen die Stunde.«
    Beide Seiten hielten gleichermaßen entschlossen an Amchitka fest und schickten ihre Nachrichten an ihre entsprechenden Hauptquartiere. Ruggles übermittelte: »Jap-Flugzeug kreist konstant über uns. Ernste Gefahr für Landungsboot.«
    Nate hatte am vierten Tag gerade den Beobachtungsposten übernommen, als sich die amerikanische Kriegsflotte der Insel näherte, Hunderte von Schiffen aller Größen und Gattungen, und er erwartete jeden Augenblick einen unbarmherzigen japanischen Angriff mit Tieffliegern, doch der Sturm hatte so zugenommen, dass Flugzeuge gar nicht mehr hätten fliegen können. Obwohl also keine feindlichen Flieger zu sehen waren, war die Landung doch die Hölle. Die » Worden« sank, vierzehn Männer ertranken. Eine Gruppe, die an Land stürmte, entdeckte japanische Späher, hielt sie für die Vorhut einer größeren Einheit und vernichtete sie mit Flammenwerfern. Eine andere Truppe versuchte viermal zu

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