Alaska
so viele Japaner aufhielten, 5 . 360 Mann. Für die Rückeroberung wurden 3 5 . 000 amerikanische Soldaten in die Aleuten verlegt - mit Hilfe der größten Kriegsflotte, die je in diesem Frontabschnitt operiert hatte. Diesmal wurde kein Spähtrupp zur Erkundung der Insel ausgeschickt, wofür Nate dankbar war; es war auch nicht notwendig, die ausgebauten Stellungen der Japaner waren von der Luft aus gut zu erkennen.
Statt dessen warfen die Bomber des 11. Luftwaffengeschwaders eine Unmenge explosiver Kampfstoffe über der Insel ab, wobei manche Maschinen von dem neuen Flugplatz auf Attu Richtung Osten starteten. Aus einem Druckhaus in Anchorage wurden sogar hunderttausend Flugblätter angeliefert und ebenfalls abgeworfen, auf denen die Japaner zur Kapitulation aufgefordert wurden. Der Effekt war gleich Null, sie erreichten noch weniger als die Bomben. Wieder einmal, das letzte Mal auf den Aleuten, vergruben sich die Japaner in ihren Höhlen; sie daraus zu vertreiben sollte der blutige Höhepunkt und gleichzeitig Schlusspunkt dieses insgesamt grausamen Feldzuges sein.
Zehn Wochen nachdem Attu gefallen war, standen die gewaltigen Angriffstruppen bereit, und wieder ließ sich General Shafter von LeRoy auf die Aleuten fliegen, um an den letzten Vorbereitungen teilzunehmen. Als sich LeRoy diesmal nach seinem Schwager erkundigte, fand er Nate verdrossen und gereizt vor. »Wenn die Japaner anfangen, dann sind Ben und ich bestimmt wieder dran, das Gelände auszuspionieren, wenn sein Arm bis dahin geheilt ist.«
»Wo ist Ben jetzt?«
»Im Feldlazarett. Sein Arm wird wieder zusammengeflickt.« Nates Teilnahmslosigkeit beunruhigte LeRoy, und er fragte: »Stimmt irgendwas nicht?« Aber Nate entgegnete scharf: »Nein! Wieso?« Und LeRoy sagte: »Na ja, die Kämpfe ... Ben schwer verwundet.« Doch Nate erwiderte nur: »Ist eben unser Job.«
»Bleib dabei. Aber jetzt muss ich zu Ben.« Sie fanden den alten Fuchszüchter im Verbandsraum, wo seine Wunde ein letztes Mal behandelt wurde, und er sah wesentlich älter aus als seine einundfünzig Jahre, denn wie auch Nate war er bis auf die Knochen abgemagert. Überraschung spiegelte sich in seinem Gesicht, als LeRoy Haltung vor ihm annahm, salutierte und betont förmlich sagte: »Mr. Krickel, ich bin die ganze Strecke zu diesem › Sommerurlaubsort ‹ geflogen, weil ich um die Hand Ihrer Tochter Sandy anhalten will.«
Ben strahlte, um Jahre verjüngt, der Wundschmerz ließ nach, als er den Namen seiner Tochter hörte. Er starrte den jungen Flatch an und fragte mit leiser Stimme: »Wo ist Sandy?«
»In Anchorage. Sie hat dort Arbeit gefunden. Ich habe mir General Shafters Beziehungen zunutze gemacht. Wir wollen heiraten ... mit Ihrer Erlaubnis.« Ben und Nate trommelten vor Freude mit den Fäusten auf ihn ein, aber LeRoy unterbrach sie: »Sandy hat mir gesagt, sie würde nie ohne Ihre Einwilligung heiraten. Sie wären Vater und Mutter für sie.« Er schaute dem Alten in die Augen. »Ich habe also Ihre Erlaubnis?« Und Ben antwortete gefasst : »Ja, ich erlaube es gern. Und jetzt wollen wir darauf gehörig einen heben!«
Dazu kam es nicht mehr, denn nach der Lagebesprechung der Generäle suchte sie ein Bote auf, und Nate und Ben ahnten schon, was das zu bedeuten hatte. Sie behielten recht: Wenn Ben meinte, er wäre wieder soweit, sollten sie noch einmal zu einem letzten Einsatz hinter die Linien des Feindes vorrücken: »Die Japsen verhalten sich merkwürdig. Wir müssen vorher wissen, wie schwierig das Ufergelände in Kiska ist. Ihre Truppe hat uns noch nie im Stich gelassen.« Der befehlshabende General tippte Bens Arm an: »Ausgeheilt genug für Sie, um es noch einmal zu versuchen?« Ben und Nate wussten , dass auch nur das geringste Zögern ihn von dem gefährlichen Auftrag freigestellt hätte, aber der alte Fuchszüchter sagte nur: »Ich bin so weit .«
Als sie in der Finsternis auf die Insel zuruderten, wo es möglicherweise zu einem fürchterlichen Zusammenstoß kommen konnte, flüsterte Leutnant Gray, der sie jetzt kommandierte: »Mensch! Da landen wir auf einer winzigen Insel, die eine ganze japanische Armee besetzt hält!« Aber Ben, der spürte, dass sich der junge Bursche nur Mut machen wollte, entgegnete ruhig: »Kiska ist über hundert Quadratmeilen groß. Könnte schwierig werden, die Japsen aufzutreiben, selbst wenn wir wollten.« Dann, um die Spannung zwischen den Männern weiter zu entschärfen, fragte er: »Waren Sie auf Attu mit dabei, Leutnant?« Und als Gray
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