Alaska
Amerikaner zu ergründen, wie eine ganze Armee der Japaner sich von der Insel hatte absetzen können, während amerikanische Schiffe im Meer und Flugzeuge in der Luft patrouillierten. »Sie können doch nicht einfach alle wie vom Erdboden verschluckt sein«, rief Gray gereizt, lief umher und kostete die große Entdeckung aus. Dann jedoch kehrte Nate wieder zum Strand zurück; und als er sich neben Ben Krickel setzte und sah, in was für einem erbärmlichen Zustand sich der alte Mann befand, zitterte auch er am ganzen Körper. Leutnant Gray lief hinter ihm her: »Die zehn Minuten sind um! Wir können die Meldung bestätigen.« Aber Nate sagte nur: »Ja, ja, mach nur« und konnte sich darüber nicht einmal mehr freuen. Als sie zurück zum Zerstörer ruderten, zog er wie mechanisch an den Pinnen, als wäre er sich nicht voll bewusst , wo er sich befand.
Die Generäle wollten nicht glauben, dass es den Japanern trotz ständiger Aufklärungsflüge durch amerikanische Bomber gelungen war, eine ganze Insel zu evakuieren, und schickten schwerbewaffnete Patrouillen, um sicher zu sein, dass sich nicht doch irgendwo versprengte japanische Einheiten in Höhlen versteckt hielten und nur darauf warteten anzugreifen. Die Vorsichtsmaßnahme war angebracht und wurde gewissenhaft durchgeführt, und die Männer, die von so weit her gekommen waren, schienen ganz versessen aufs Kämpfen. So war es nicht verwunderlich, dass , als eine Gruppe verdächtige Geräusche vernahm, die von einer anderen Einheit hinter einer kleinen Anhöhe herrührten, ein nervös gewordener amerikanischer Unteroffizier das Feuer eröffnete, was von einem ebenso beunruhigten kanadischen Sergeanten erwidert wurde. In dem anschließenden wilden Schusswechsel wurden fünfundzwanzig Männer getötet und über dreißig verwundet, Angehörige verbündeter Armeen durch Kugeln verbündeter Soldaten.
Das war die endgültig letzte Schlacht des aleutischen Feldzugs. Japans Versuch, Amerika von Norden her zu erobern, war gescheitert.
Kaum war Friede im pazifischen Raum eingekehrt, als ein nächster, für Alaska mindestens ebenso entscheidender Kampf ausbrach. Um seine Bedeutung ganz zu erfassen, muss verfolgt werden, wie es den beiden jungen Paaren der Familie Flatch in den Monaten nach dem Abwurf der beiden Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki und der Kapitulation der Japaner erging.
Nate Coop, gereift aus seinen Kriegserlebnissen hervorgegangen, setzte die Familie in Erstaunen, als er nach seiner Rückkehr verkündete: »Ich hole mir meine Abfindung von der Armee und werde die Universität in Fairbanks besuchen.«
Wie aus einem Mund tönte ihm ein »Warum?« entgegen, und er antwortete: »Ich will Natur- und Landschaftspflege lernen.« Und als ihm der Chor erneut entgegenschallte: »Wo hast du denn diese verrückte Idee her?«, erklärte er geheimnisvoll: »Das hat mir ein Unteroffizier meiner Truppe empfohlen, ein gewisser Dash Hammett. Er sagte: › Wenn der Krieg aus ist, setz dich auf den Arsch, und lern was Vernünftiges. ‹ « Mehr sagte er nicht, aber nachdem sie sich von dem Schock erholt hatten, unterstützte ihn auch seine Frau, die sich an Missy Peckhams Rat erinnerte: »Wer einen Elch zähmen kann, der kann auch Nate Manieren beibringen.« Und sie ging mit ihm nach Fairbanks.
LeRoy Flatch, mittlerweile aufgestiegen zum Kapitän der Luftwaffe, wurde von seinen Vorgesetzten bedrängt, doch beim Militär zu bleiben, eine Beförderung zum Major und Oberstleutnant wäre ihm bald sicher. »Danach hängt es ganz von Ihrer Führung ab - und welchen Eindruck Sie auf Ihre Vorgesetzten machen. Aber ich bin zuversichtlich, dass Sie eines Tages zum General aufsteigen könnten ... wenn Sie noch mal die Schulbank drückten.« Trotz gleichlautender Empfehlungen vonseiten anderer Offiziere entschied er sich, seinen Abschied zu nehmen und wieder in seinen alten Beruf als Buschpilot einzusteigen. Mit seiner Abfindung machte er eine Anzahlung auf eine gebrauchte viersitzige Stinson, Kaufpreis 1 0 . 000 Dollar, deren früherer Besitzer ein Technikgenie gewesen sein musste . Er hatte die Maschine so umgebaut, dass sie sowohl über Räder als auch Kufen verfügte, beide fest installiert, was bedeutete, dass er mit den Rädern am Landewerk starten und irgendwo oben in den Bergen auf einem Schneefeld landen konnte. Er brauchte nur ein hydraulisches System zu bedienen, und die Räder verschwanden durch einen Schlitz in der Mitte der breiten Holzkufen. Für den Rückflug
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