Alaska
konnte er wieder auf Kufen starten, den hydraulischen Hebel betätigen, und schon glitten die Räder durch die Kufen nach unten. Schwimmer für Landungen zu Wasser, während des Sommers, konnte er jetzt allerdings nicht mehr einsetzen, denn das System war fest eingebaut. Um trotzdem maximale Flexibilität zu garantieren, kaufte er außerdem noch ein verbessertes Modell seiner alten Waco YKS-7 mit Schwimmern, aber er war geschockt über den Preisanstieg. Für seine erste Waco hatte er noch 3 . 700 Dollar gezahlt, diese kostete bereits 6 . 300 . Er legte sie auf einen kleinen Bergsee in der Nähe seines Hauses.
Aber jetzt war er auch verheiratet, und Sandy Krickel, gewohnt an das freie und offene Leben auf den Aleuten, die gemeinsamen Exkursionen mit ihrem Vater zu abgelegenen Inseln wie Lapak, fand nichts Erstrebenswertes darin, eingepfercht mit ihrer Verwandtschaft in einem kleinen Blockhaus in Matanuska zu leben.
Das Projekt Matanuska hatte sich trotz der anfänglich schlechten Presse als außerordentlich erfolgreich erwiesen, so dass anscheinend die Hälfte aller Einwanderer nach Alaska in diesem Tal siedeln wollten. Dadurch hatten LeRoy und Sandy dort nichts Passendes gefunden; Sandy machte den Vorschlag, ein Grundstück in der Nähe des Gletschers zu erwerben, aber LeRoy stellte klar, dass er sich nach dem Kauf von zwei Flugzeugen nicht auch noch ein Haus leisten konnte.
»Und warum reicht nicht eine Maschine?« fragte sie, aber er blieb hart: »Räder, Kufen, Schwimmer, Ballonräder, wenn ich im Geschäft bleiben will, brauch' ich alles«, womit ein eigenes Haus erst einmal in die Ferne rückte.
Zu diesem Zeitpunkt tauchte ein alter Freund auf - eigentlich waren es vier alte Freunde - und machte ein Angebot, das es ihm erleichterte, eine Entscheidung zu treffen, die radikal war, aber die auch sein Glück bedeutete. Tom Venn aus Seattle, dessen Geschäfte für Ross & Raglan durch das Aufblühen der Wirtschaft zu Friedenszeiten neue Rekorde verzeichnete, wollte sich wieder auf seiner Jagdhütte unterhalb des Denali-Gipfels einrichten. »Ich möchte mehr Zeit dort verbringen. Und Lydia auch. Malcolm und Tammy, die Kinder, liegen mir schon seit langem damit in den Ohren. Also, LeRoy, ich möchte, dass Sie unser ganzes Gepäck einfliegen und sich um das Haus kümmern, wenn wir nicht da sind.«
»Ich bin Pilot, kein Hausmeister«, konterte LeRoy brüsk, aber Venn sagte: »Das sollen Sie auch bleiben. Aber ich glaube, dass sich die Buschfliegerei in den nächsten Jahren auf das Gebiet weiter nördlich von Anchorage konzentrieren wird. Die Konkurrenz wird Sie vernichten, wenn Sie in Matanuska bleiben.«
Tom Venn hatte oft genug ausgeprägten Geschäftssinn bewiesen, so dass LeRoy aufmerksam zuhörte, was ihm der Ältere zu sagen hatte, als sie sich über Karten Zentralalaskas beugten. »Kein schlechter Name für die Region zwischen Anchorage und Fairbanks, › Railbelt ‹ , Schienengürtel, weil die Eisenbahn alles miteinander verbindet. Hier wird sich in Zukunft die Vitalität Alaskas sammeln, und auf dieses Gebiet sollten Sie Ihre Aufmerksamkeit richten.« Mit einer gebieterischen Geste zeigte Tom Venn auf die Stelle, wo sich sein Haus befand. »Hier steht Venn’s Lodge, bei den Bergen. Matanuska. wo Sie leben, ist hier, viel zu weit für Sie, um uns helfen zu können. Fairbanks liegt zu weit nördlich. Aber hier, auf der Mitte, liegt ein hübsches kleines Städtchen, Talkeetna, benannt nach dem Gebirge. Leicht zu erreichen von uns aus. In der Nähe gibt es viele Minen zu versorgen und viele Seen mit jeweils ein oder zwei Hütten, die brauchen ihre Lebensmittel. Die Eisenbahn fährt zwar durch, aber dafür keine Straße. Talkeetna liegt abseits. Sehr ruhig. Grenzland.«
»Da haben Sie ein paar gute Argumente aufgezählt«, sagte LeRoy, und der gerissene Geschäftsmann aus Seattle kam zum Schluss : »Das Schlagendste habe ich mir noch aufgehoben. Ziehen Sie nach Talkeetna um, und ich leihe Ihnen die Mittel für zwei Flugzeuge. Zinslos.«
»Talkeetna ist soeben mein Hauptquartier geworden«, sagte LeRoy. Dann fügte er nachdenklich hinzu: »Wissen Sie, Mr. Venn, wenn man einmal als Kapitän der Luftwaffe in großen Maschinen gesessen hat, dann fängt man auch an, in größeren Maßstäben zu denken, und will etwas aus seinem Leben machen. Frau, Familie und so weiter. Das Beste, was ich mir vorstellen kann: ein wirklich guter Buschpilot zu werden, Herr über dieses gesamte Grenzgebiet«, wobei er mit der
Weitere Kostenlose Bücher