Als die Welt zum Stillstand kam
die wir glauben!«
Viele applaudierten, sogar einige von denen, die erst vor Kurzem als Flüchtlinge in die Kommune gekommen waren.
»Und ihr, die ihr diesen Zusammenbruch erlebt und überlebt habt, werdet nun denken: Warum muss ich das noch einmal durchleiden? Was habe ich getan, dass ich so gestraft werde?«
Das Licht im Rathaussaal veränderte sich, bis nur noch ein Spot auf Jasons leuchtendes Gesicht gerichtet war.
»Der arbeitet aber wirklich mit allen Tricks«, murmelte Olle fast bewundernd.
»Ich sage euch: Dieser neue Zusammenbruch ist keine Strafe – er ist eine Chance! Ja, auch dieser Sturm wirbelt unsere Welt durcheinander, lässt keinen Stein auf dem anderen. Aber was er zerstört, ist eine Welt, die unmenschlich war, eine Welt, die wir nie wollten! Und wir, wir Mobile zuallererst, haben es jetzt in der Hand, daraus eine Welt zu machen, die endlich wieder lebenswert ist!«
In den Applaus hinein hob Jason den Blick nach oben, als könne er die neue Welt dort schon sehen.
»Wir Mobilen sind die Baumeister dieser neuen Welt! Denn nur wir haben bewahrt, was die Welt jetzt retten kann. Und mithilfe derjenigen, die zu uns kommen und sich uns mit voller Überzeugung und ihrer ganzen Kraft anschließen, werden wir dafür sorgen, dass wieder neue Straßen gebaut werden, die die Menschen zueinanderführen, dass jede Gemeinschaft Energie, Nahrung und alles andere produzieren kann, was sie braucht, ohne von irgendjemandem abhängig zu sein, der Tausende Kilometer entfernt die Fäden zieht, und dafür, dass jedes Kind seine Nachbarn kennt und sich jeder um den anderen sorgt.«
Diesmal dauerte der Applaus lange.
»Das dicke Ende kommt noch«, flüsterte Olle Celie zu. Sie nickte düster.
»Aber um diese neue Welt zu bauen, müssen wir uns aktiv vor dem schützen, was uns in der Vergangenheit zugrunde gerichtet hat. Wir sagen Nein zu allen schlechten Einflüssen, die von außen an uns herantreten.«
Er hob auffordernd die Hände.
»Nein«, schallte es durch die Menge.
»Wir sagen Nein zu allen, die sich uns in den Weg stellen.«
»Nein!«, riefen nun mehr Menschen.
»Und wir sagen Nein zu denen, die unsere Ziele verraten!«
»Nein!«
»Shit!«, sagte Olle.
Jason ließ die Hände sinken. Die Menge beruhigte sich. Er rückte seine Brille zurecht. »In der letzten Zeit hat es einige Vorfälle gegeben, die uns gezeigt haben, dass nicht alle unsere Ideale teilen. Manche scheinen zu glauben, dass sie uns daran hindern können, eine bessere Welt zu errichten. Aber das werden wir nicht zulassen. Wir werden jeden beschützen, der für uns ist. Aber wir werden auch jeden, der gegen uns ist, gnadenlos verfolgen. Dazu gehören die Mörder der vier Jungen ebenso wie Diebe, die sich an den Ressourcen der Gemeinschaft vergreifen. Und dazu gehören auch …«, er verzog das Gesicht, als hätte er Schmerzen, »… Verräter, die in diesen Zeiten, die so schwer für uns alle sind, mit unseren Feinden kollaborieren und sich unlautere Vorteile verschaffen.«
Panik kroch in Celie hoch. Von wem sprach Jason da?
Jason stützte die Hände auf dem Pult ab. »Es schmerzt mich besonders, dass unter den Verrätern Menschen sind, denen ich – denen wir alle vertraut haben. Gewählte Vertreter unserer Gemeinschaft!« Die letzten Worte spie er regelrecht aus. Die Menge buhte.
»Ihr habt alle mitbekommen, dass gestern Stadtrat Paki Adam verhaftet wurde, weil er für Unregelmäßigkeiten bei der Nahrungsmittelverteilung verantwortlich ist. Heute hatten wir die traurige Pflicht, auch Stadträtin Magda Henderson zu inhaftieren, die dringend benötigte Ressourcen für den Bau der Infrastruktur der Neustadt für ihre eigenen Zwecke veruntreut hat.«
»Das klingt alles ziemlich vage«, sagte Olle, aber Celie hörte ihn nicht. Sie fühlte sich wie damals, als sie mit dem Grassboard auf den Zaun zugerast war. Nur dass kein Slide sie diesmal retten würde. Und dann sagte Jason: »Außerdem wird nach Stadträtin Karen van Aelst gefahndet, die illegal Passierscheine ausgestellt und damit die Sicherheit unserer Stadt gefährdet hat.«
Celie atmete hörbar aus. Gott sei Dank. Sie hatten sie noch nicht gefunden. Weil Karen es hatte kommen sehen. Hoffentlich war sie ganz weit weg und in Sicherheit.
Jason faltete die Hände und blickte erneut ernst, aber zuversichtlich in die Kamera. »Die Lage ist ernst, sehr ernst. Darum werden wir unsere Sicherheitsbemühungen noch weiter verstärken. Die gnadenlose Verfolgung jedes Fehlverhaltens,
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