BACCARA EXKLUSIV Band 52
herumknabberte, sondern herzhaft zulangte, ohne über den Fettgehalt und die Kalorien nachzudenken. Sie war schon eine ganz besondere Frau.
„Nallas neue Kreationen finde ich immer sehr aufregend. Sie sind durchaus davon abhängig, in welcher Stimmung sie gerade ist.“
„Gibt es überhaupt etwas in der Welt, was nicht von der Stimmung einer Frau abhängig ist?“
„Football?“
Er lachte und steckte sich selbst einen Cracker mit Thaisalat in den Mund.
„Ich esse ausgesprochen gern, vor allem, wenn jemand anderer gekocht hat“, sagte Lane.
„Kannst du kochen?“
Lane probierte gerade den marinierten Tomaten- und Gurkensalat, Nallas neueste Kreation von letzter Woche. „Willst du mich aushorchen?“
„Gut gekontert.“ Er musste lachen. „Kannst du mir denn nie eine klare Antwort geben?“
„Wenn ich es vermeiden kann, nein. Das macht mich doch so geheimnisvoll.“
„Für mich bist du sowieso ein einziges Rätsel, Lane. Willst du nicht mal ehrlich sein? Du kannst mir vertrauen.“
„Gut, dann werde ich dir meinen Mata-Hari-Auftritt ersparen, nach dem mir kein Mann widerstehen kann. Du siehst doch, wie sie sich alle drängeln.“ Sie wies mit weit ausholender Geste auf den leeren Laden.
„Ich bin der Erste in der Schlange.“
Ihr Lächeln war so offen und herzlich, dass Tyler es einfach erwidern musste.
„Also?“, fragte er.
„Also was?“
„Kannst du kochen?“
„Ja, aber ich koche sehr selten. Für mich allein habe ich keine Lust zu kochen.“
„Kannst du gut kochen?“
Sie war halb Italienerin, da steckte ihr das Kochen im Blut. „Einigermaßen.“ Sie sah ihn fragend an. „Wartest du darauf, dass ich dich zum Essen einlade?“
„Keine schlechte Idee. Schließlich habe ich dich zum Lunch eingeladen.“
„Ich habe nur wegen des Thaisalats zugesagt. Außerdem hast du mich gefragt und ich dich nicht.“
„Ich glaube, ich bin jetzt beleidigt.“
„Dazu hast du keinen Grund. Aber ich habe dir gleich gesagt, dass ich mit dir nichts anfangen möchte. Du bist der bekannteste und begehrteste Junggeselle der Stadt. Hinter mir bist du nur her, weil ich gegen den berühmten McKay-Charme immun bin.“
Meinte sie das ernst? Ihre Reaktion auf der Veranda war alles andere als gleichgültig gewesen. „Vor ein paar Tagen schienst du mir nicht so immun zu sein.“
„Da habe ich dich nur aus Mitleid geküsst“, sagte sie und kicherte leise. Das war die Lüge des Jahrhunderts.
Er lachte laut los und nahm ihr den Cracker aus der Hand, den sie sich gerade in den Mund schieben wollte. „Wenn das ein Kuss aus Mitleid war, dann möchte ich sehen, wie du küsst, wenn du es wirklich willst.“
Und ob sie gewollt hatte …
Tyler aß den Cracker und beugte sich dann vor.
Wollte er etwa …? Sie wich ihm leicht aus. „Du riechst nach Krabben.“
„Du auch.“
Sie legte ihm den Zeigefinger auf den Mund. „Hör auf. Bitte.“
Er lächelte und versuchte, die spielerische Stimmung weiterhin aufrechtzuerhalten, aber sie meinte es ernst. Sie sah ihn traurig an, und ihm wurde klar, dass er kurz davor war, wegen seiner üblichen Erfahrungen mit Frauen etwas kaputtzumachen, was doch etwas ganz Besonderes sein könnte. Er wurde ernst, und sie nahm die Hand herunter.
„Können wir nicht einfach Freunde sein?“
Er ließ die Mundwinkel hängen. „Das tötet wirklich jede Leidenschaft.“ Im Grunde konnte er nicht glauben, dass sie nur wegen seines Rufs als Playboy so abweisend reagierte, aber momentan blieb ihm nichts anderes übrig, als das zu akzeptieren. „Wo warst du eigentlich gestern Abend?“, fragte er in dem Bemühen, das Thema zu wechseln. „Wir hatten gut zu tun mit den Vorbereitungen für die Aufführung.“
„Ich hatte schon alles erledigt.“
Er sah sie stirnrunzelnd an.
„Die Kostüme sind fertig, mit Namensschildern versehen und hängen in der Garderobe.“
„Du meinst, damit ist dein Dienst an der Allgemeinheit beendet?“
„Ja.“ Plötzlich überfiel sie ein Gefühl der Einsamkeit.
Er schüttelte nur den Kopf und beugte sich zu ihr hinüber. „Wenn du glaubst, dass du mich jetzt los bist, Lane, dann hast du dich gewaltig geirrt.“
Lane stockte der Atem, vor Angst, aber auch aus einer überwältigenden Freude heraus.
5. KAPITEL
Tyler war das, was Lanes Großmutter einen hartnäckigen Verehrer nennen würde. Merkwürdigerweise tauchte er immer dort auf, wo Lane sich gerade aufhielt. Er war da, wenn sie aus der Drogerie kam. Er besuchte Nallas Restaurant,
Weitere Kostenlose Bücher