Back to Blood
drüben! Officer Camacho!«
Hier drüben war irgendwo auf dem Parkplatz. Nestor schaute mit zusammengekniffenen Augen in den matten Elektrodämmer. Ein großer Weißer lief an einer Reihe parkender Wagen entlang auf ihn zu.
»John! hn hn hn hn Smith hn hn vom Heral d ! «, rief er. Nicht gerade gut in Form der Bursche hn hn hn hn …. wie der keuchte nach gerade mal fünfzig Metern leichtem Joggen. Der Name sagte Nestor nichts, aber »vom Herald « hörte sich gut an. Von allen Medien hatte der Herald als Einziger wenigstens halbwegs auf seiner Seite gestanden.
»Tut mir leid!«, sagte der Mann, als er näher kam. Ich hnhnhnhn wusste nicht, wo ich Sie sonst erwischen sollte!«
Als sie sich gegenüberstanden, erkannte Nestor den Mann. Das war der Reporter, der mit einem Fotografen auf ihn gewartet hatte, als er, der Sergeant und Lonnie Kite mit dem Patrouillenboot in die Marina zurückgekommen waren. Selbst wenn er es bewusst darauf angelegt hätte, mehr americano ging nicht. Er war groß … platte blonde Haare, absolut glatt … eine spitze Nase … »Tut mir leid, dass ich Sie belästige hn hn hn hn. Haben Sie meine Story heute Morgen gelesen?«, sagte John Smith. »War ich fair?« Er lächelte. Er schluckte. Er öffnete die Augen so weit wie ein Paar Prunkwinden.
Was Nestor anging, so hätte das mitternächtliche Auftauchen dieses John Smith auf dem Parkplatz genauso gut die Sorte Erscheinung sein können, denen Leute zum Opfer fallen, die nicht schlafen und nicht existieren … Er war jedoch noch so weit bei Sinnen, um diesen milchgesichtigen americano für echt zu halten. Er wollte den americano fragen, was er hier tue, aber er wusste nicht, wie er es diplomatisch formulieren sollte. Also nickte er bloß … als wollte er zaghaft sagen, »Ja, ich habe Ihre Geschichte gelesen, und ja, Sie waren fair.«
»Wahrscheinlich sind Sie hnhnhnhn gerade auf dem Heimweg«, sagte John Smith. »Aber hätten Sie vielleicht trotzdem ein paar Minuten für mich? Ich würde Sie gern noch ein paar Sachen hnhnhnhn fragen.«
Eine unheimliche Form von Hochstimmung brachte das betäubte zentrale Nervensystem von Nestor wieder auf Trab. Jedenfalls stellte er wieder eine Verbindung her mit … etwas. Jemand, auch wenn es nur ein americano -Zeitungsreporter war, den er nicht kannte, bot ihm immerhin eine Alternative dazu, die ganze Nacht in der Gegend herumzufahren und Selbstgespräche zu führen. Der Vagabund im Camaro! Obdachlos in den Schlagzeilen! Aber er sagte nur, »Worüber?«
»Nun ja, ich arbeite gerade an einer Fortsetzung Ihrer Geschichte und würde sie nur ungern ohne Ihre Stellungnahme veröffentlichen.«
Nestor schaute ihn an ::::::Stellungnahme? Stellungnahme wozu?:::::: Das Wort löste eine unbeschreibliche Angst in ihm aus.
»Warum gehen wir nicht irgendwohin und trinken einen Kaffee?«
Nestor schaute ihn weiter an. Wenn er ohne das Okay von irgendeinem Lieutenant, Captain oder stellvertretenden Polizeichef mit diesem milchgesichtigen Reporter redete, konnte ihm das nur Ärger einbringen. Andererseits hatte er ja schon vor vierundzwanzig Stunden mit diesem Typen geredet, und das war auch okay gewesen … und solange er mit der Presse redete, existierte er. War es nicht so? Solange er mit der Presse redete, war er … wer . Oder nicht? Solange er in der Presse auftauchte, gehörte er zu dieser Welt … Man musste seine Fantasie anstrengen … Er wusste, dass es in dieser Welt keinen Lieutenant, keinen Captain und keinen stellvertretenden Polizeichef gab, der das verstehen, geschweige denn schlucken würde. Aber vielleicht würden sie Folgendes verstehen: »Herrgottallmächtiger, versetzen Sie sich doch mal in meine Lage, Lieutenant. Ich stehe vollkommen allein da. Sie können sich nicht mal vorstellen, wie allein.« Es lief alles auf Folgendes hinaus: Er brauchte jemanden zum Reden, nicht in dem Sinne, wie wenn man mit einem Priester redet oder so. Einfach jemanden zum Reden … damit er das Gefühl zurückbekam, dass er noch existierte nach dem abscheulichen Aderlass der letzten vierundzwanzig Stunden.
Er schaute den Reporter John Smith lange und ausdruckslos an. Noch einmal nickte er zustimmend, ohne eine Spur von Befriedigung, geschweige denn Begeisterung …
»Wie wär’s mit dem Laden da drüben?«, fragte der Reporter. Er zeigte zu Inga La Gringas Bar.
»Da ist es zu laut«, sagte Nestor. Das stimmte. Was er nicht sagte, war, dass den Lärm andere Cops der Marine Patrol machten, die nach Schichtende da
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