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BAD BLOOD - Gesamtausgabe: Die Saga vom Ende der Zeiten (über 3000 Buchseiten!) (German Edition)

BAD BLOOD - Gesamtausgabe: Die Saga vom Ende der Zeiten (über 3000 Buchseiten!) (German Edition)

Titel: BAD BLOOD - Gesamtausgabe: Die Saga vom Ende der Zeiten (über 3000 Buchseiten!) (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Manfred Weinland / Timothy Stahl / Adrian Doyle
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fern?«
    »Es gibt keine Möglichkeit, dies zu erfahren«, sagt Zoe. »Seht euch um: Wie wüst und leer alles wirkt. Als wäre sämtliches Leben ertränkt und fortgespült worden!«
    Niemand erwidert etwas darauf. Auch ich nicht.
    Plötzlich werden die Blicke der anderen ganz starr, wie gläsern, und sie bewegen sich nicht mehr.
    Was für ein Moment!
    Vorhin, beim Passieren des Tores, war es ähnlich: Der Kontakt zu den meinen riss vorübergehend ab – zum ersten Mal in diesem Leben waren jene immateriellen Nabelschnüre gekappt, die uns zu einem Kollektiv der Individuen machen.
    Ein leiser Schrei entflieht meiner Kehle. Ich meine den Boden unter den Füßen zu verlieren.
    »Natan... Loth... Maryam...«
    Die Starre fällt von ihren Körpern, und als ich schon hoffe, dass die Normalität zurückkehrt, geschieht das Gegenteil: Stumm setzen sie sich in Bewegung, schreiten auf die Stadt zu, aus der sie gerade kamen!
    Ich haste Gideon hinterher, der mir am nächsten steht. Er läuft wie die anderen Richtung Stadt.
    Was geschieht? Wo ist die Verbindung, die uns nie im Stich ließ? Die Bande, stärker als die Distanzen, die uns trennen? Ich müsste
wissen
, was in meinen Gefährten vorgeht – mich müsste bewegen, was sie bewegt. Aber wir sind getrennt.
    Hat der Korridor der Zeit damit zu tun? Oder verbirgt sich etwas in der Stadt, womit wir nicht rechnen konnten? Etwas... Mächtiges?
    Es
muss
mächtig sein, denn meine Geschwister tanzen nach seiner Pfeife. Blicklos schreiten sie gen Uruk. Wenn es denn Uruk ist.
    Ich überhole Gideon und stelle mich ihm in den Weg, rüttele ihn an den Schultern und schreie ihn an: »Komm zu dir! Was geht hier vor?
Gideon!«
    Er schleudert mich zu Boden. Seine Rücksichtslosigkeit entsetzt mich mehr als seine Kraft. Benommen bleibe ich sitzen, unfähig, neue Initiative zu entfachen.
    Meine Brüder und Schwestern aus dem Grab entfernen sich.
    Mühsam, als drückten Zentnergewichte auf meine Schultern, schließe ich mich ihnen an, ehe sie meinen Blicken entschwinden. Ich darf sie nicht verlieren! Ohne sie bin ich nichts...
    Die Straßen der untergegangenen Stadt nehmen mich auf.
    Was ist hier passiert – und wie lange ist es her? Wie tote Augenhöhlen glotzen mich Fenster an.
    Ich weiß nicht, wie lange wir die Stadt durchqueren, bis wir aus dem Labyrinth der Gassen auf einen freien Platz treten und ein Bauwerk in mein Blickfeld gerät, das alle anderen verlassenen Gebäude überragt. Es steht auf einem Hügel. Und vom ersten Augenblick an besteht kein Zweifel, dass dies das Ziel der Archonten ist!
    Meine nutzlosen Gedärme scheinen sich unter der Erkenntnis zu verdrehen. Schmerzen, wie ich sie nicht einmal litt, als die Sonne einst meine Haut verbrannte, bohren sich durch mein Fleisch.
    »Bleibt stehen! Geht nicht weiter!«
    Meine Stimme ist so heiser, dass ich sie selbst nicht erkennen würde. Und niemand hört auf mich. Sie überqueren den Platz und steigen ramponierte Stufen hinauf.
    Zum Tempel.
    Dass
es ein Tempel ist, daran gibt es keinen Zweifel.
    Auch er hat gelitten wie die Stadt, über der er thront. Und doch ist noch etwas darin, das Macht hat. Macht über solche wie uns.
    Warum nicht über mich?
    Warum tappe ich nicht ebenso stier und blicklos ins Verderben wie die elf, die jetzt das Ende der Stufen erreichen und sich ins Innere des Baues begeben?
    In die Falle...
    »Bleibt stehen! So bleibt doch stehen!«
    Ich
bleibe stehen. Noch vor der ersten Stufe halte ich inne und denke: Nein! Ihr Schicksal will ich nicht teilen! Ich will nicht enden wie sie!
    Dabei weiß ich nichts über ihr Schicksal. Nichts über das, was in diesem einst prunkvollen Tempel lauert. Oder einfach nur wartet...
    Ich will es gar nicht wissen.
    Ich wende mich ab und renne den ganzen Weg zurück, den ich gekommen bin. Renne um mein Leben,
dieses
Leben, das dem Herrn der Finsternis geweiht ist, dem Sohn der Hölle – niemandem sonst!
    Irgendwann finde ich die Stelle wieder, an der ich aus dem Korridor getreten bin. Den Fels, der nur massiv aussieht, es aber nicht ist. Wie von Sinnen und ohne mir Gedanken über die Folgen zu machen, stürze ich mich hinein, taumele durch die Ewigkeit, die dahinter wartet, und schaue nicht nach rechts und nicht nach links.
     
    »Wie ich dem Korridor entkam, weiß ich nicht mehr. Irgendwann spie er mich aus. Genau dort, wo ich ihn betreten hatte – aber das wurde mir erst später klar.
    Ich war ins Jahr 1705 zurückkehrt – das Jahr, aus dem wir aufgebrochen waren, um unser

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