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BAD BLOOD - Gesamtausgabe: Die Saga vom Ende der Zeiten (über 3000 Buchseiten!) (German Edition)

BAD BLOOD - Gesamtausgabe: Die Saga vom Ende der Zeiten (über 3000 Buchseiten!) (German Edition)

Titel: BAD BLOOD - Gesamtausgabe: Die Saga vom Ende der Zeiten (über 3000 Buchseiten!) (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Manfred Weinland / Timothy Stahl / Adrian Doyle
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aller Vater zu erretten.
    Vergebens...«
     
     
    Gegenwart
    Jadas Augen sahen aus wie Perlen, die von innen beschlagen waren, dadurch aber noch mehr an Reiz gewannen. Sardon ließ eine Weile verstreichen, aber irgendwann konnte er den Stoßseufzer nicht länger unterdrücken: »Beim dunklen Dom und
meinen
toten Geschwistern! Ich glaube, ich verstehe...«
    Der Nebel in ihren Augen geriet in Bewegung.
    »Du verstehst?«, fragte Jada. »Was willst du damit sagen?«
    Sardon ballte die Fäuste so fest, dass es in den Gelenken seiner Finger knackte. »Das geht nur
ihn
und mich an«, sagte er abweisend. »Wie ging es damals weiter?«
    »Als ich mich von dem Schock des Verlustes erholt hatte, bereiste ich viele Jahre planlos die Welt. Ich suchte nach Anzeichen, dass Er vielleicht doch wiedergeboren worden sei. Aber ich fand nur die aufgehende Saat, die er hinterlassen hatte. Ein Jahrhundert griff ins nächste. In unterschiedlichen Abständen kehrte ich immer wieder hierher zurück, als wäre dies ein Stück Heimat, an dem ich zur Besinnung finden konnte. Als die weltumspannenden Kriege ausbrachen, suchte ich die Anstifter auf, weil ich in ihnen eine neue Inkarnation des Satans zu erkennen hoffte. Aber auch sie waren nur aufgehende Saat, Früchte, denen Er lediglich den Boden bereitet hatte, ehe er selbst davon getilgt worden war...«
    »Die Weltkriege«, murmelte Sardon. »Die Sippen hatten nichts damit zu tun. Hitler, Stalin... Jetzt schwant mir, warum dies Unantastbare waren – auch für uns. Sie widerstanden jeder Beeinflussung, gingen
ihren
Weg, der Millionen Leben kostete...
Seine
Saat? Was heißt das? Wie hat er sie verstreut, wann und wo wird sie noch aufgehen?«
    Jada reagierte nicht.
    »Antworte!«
    Sie schüttelte den Kopf. »Darüber weiß ich nichts.«
    »Vielleicht ist das die Wahrheit«, sagte Sardon zornig. »Warte hier auf mich!«
    »Warten? Wohin willst du? Seit Jahrhunderten ersehne ich diesen Tag... Nein, ich lasse dich nicht gehen! Bring mich erst zu dem, der dich geschickt – und der sich meiner erinnert hat! Ich bin nicht nutzlos! Auch ganz allein, als letzte von zwölf, bin und bleibe ich sein Kind...!«
    »Du kannst mich nicht aufhalten!«, Sardon verdrängte die Erinnerung an das, was schon einmal auf ihn übergesprungen war wie ein Funke von lähmender Kraft. »Und selbst wenn du dazu in der Lage wärst –
Er
würde es dir kaum verzeihen, denn Er hat mich geschickt...«
    Sie kniff die Lippen zusammen. »Ich kann nicht noch eine Ewigkeit ertragen.«
    »So lange wird es nicht dauern. Hast du später je versucht, herauszufinden, was aus den Archonten wurde, die den Weißen Tempel von Uruk betraten?«
    Jada nickte. »Jedes Mal, wenn ich hierher zurückkehrte, suchte ich auch Uruk auf. Erfolglos. Die Zeit hat alle Spuren verwischt.«
    »Vielleicht finde ich das, wonach du vergeblich gesucht hast.«
    »Warum sollte dir gelingen, was mir versagt blieb?«
    »Weil ich mich in meinem Haus gewiß besser auskenne als du!«
    »In deinem Haus...?«
    Sardon verzichtete auf eine Erklärung. Ungehindert kehrte er auf die Zinnen der Feste Ophit zurück, verwandelte sich in das geflügelte Tier, das zum Sinnbild seiner Art geworden war -
    - und jagte dem Ort entgegen, von dem aus er einst, vor der Sintflut, über diese damals noch kleine und überschaubare Welt geherrscht hatte.
    Er und andere schreckliche Götzen.
     
     
    England
    Die Spur, im Gras sichtbar wie ein schwach ausgetretener Trampelpfad, hatte bis zu einem einsam gelegenen Gehöft geführt – und dort geendet.
    Devan Daridov hatte den Hubschrauber in großer Höhe über den Hof hinweg fliegen lassen, hatte ihn dann in eine weite Schleife gelenkt und schließlich eine knappe Meile von dem Anwesen entfernt gelandet.
    Jetzt, während die Sonne jenseits des Horizontes hinter ihnen in roter Glut versank, pirschten Daridov und Glory Anson sich an das Gehöft heran, jede Deckung nutzend, immer wieder verharrend und beobachtend.
    Aber zwischen den schlichten Gebäuden vor ihnen rührte sich nichts. Wie ausgestorben lag der Hof da. Und es stand zu befürchten, dass dieser Vergleich durchaus zutreffend war...
    »Sie müssen sich noch auf dem Hof befinden«, beharrte Daridov zum wiederholten Male. »Wir hätten ihre Spuren sehen müssen, wären sie weitergegangen.«
    »Ich verstehe das alles nicht«, sagte Glory halblaut, obwohl absolut nicht anzunehmen war, dass man sie über diese Entfernung hätte hören können. »Warum haben sie sich nicht getrennt? Warum

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