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BAD BLOOD - Gesamtausgabe: Die Saga vom Ende der Zeiten (über 3000 Buchseiten!) (German Edition)

BAD BLOOD - Gesamtausgabe: Die Saga vom Ende der Zeiten (über 3000 Buchseiten!) (German Edition)

Titel: BAD BLOOD - Gesamtausgabe: Die Saga vom Ende der Zeiten (über 3000 Buchseiten!) (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Manfred Weinland / Timothy Stahl / Adrian Doyle
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ihres Lebens hätte werden können; und er hatte es getan, bevor die Zeit Glory die Augen hatte öffnen können. So hatte Devans Tod sie sehend gemacht für die Wahrheit, für das, was er ihr insgeheim bedeutete – und der Schmerz über den Verlust von Daridov war von fast irrationaler Gewalt gewesen.
    Und er war es noch...
    Nie hätte Glory Anson geglaubt, dass etwas oder jemand blanke Mordlust in ihr wecken könnte. Zwar mochte sie in vielerlei Hinsicht nicht mit sogenannten normalen Maßstäben zu messen sein; schließlich verlangte »die Firma« von ihren Agenten einiges, das über die Qualifikation von Otto Normalverbraucher hinausging. Gewisse Hemmschwellen, emotionale und moralische Grenzen aber gab es sehr wohl in Glory Anson – oder vielmehr: es
hatte
sie gegeben.
    Milton Banks hatte sie niedergerissen. Buchstäblich binnen zweier Augenblicke...
    Wie musste da erst Devan Daridov gelitten haben in all der Zeit, seit Milton Banks ihn seelisch solcherart verwundet hatte? fragte sich Glory, und zugleich bewunderte sie ihren Partner dafür, dass er sich seinen Schmerz über all die Jahre nicht hatte anmerken lassen. Sicher, im Nachhinein ließen sich manche Äußerung seinerseits und Aspekte seines Verhaltens dahingehend interpretieren, dass sich sein tiefer Schmerz darin Bahn gebrochen hatte. Aber insgesamt hatte Devan ihn doch still erduldet.
    Schon deswegen wuchs er noch im Tode in Glorys Achtung und Wertschätzung.
    Und um so lauter schrie dieser Tod nach Rache!
    Als die Bewegung des gewaltigen Trupps, in dem Glory Anson mit marschierte, ins Stocken kam und schließlich ganz verebbte, wurde sie von dieser scheinbaren Plötzlichkeit überrascht, so tief war sie in finsteren Gedanken versunken gewesen.
    Sie hatten Stonehenge erreicht. Die Weißgekleideten scharten sich in weitem Halbkreis um den äußeren Kreis des Monuments, von dem der Zahn der Zeit und Menschengenerationen nicht sehr viel übrig gelassen hatten. Die einstige Größe von Stonehenge bestand nur noch in dem, was Forscher ermittelt und auf Zeichnungen sowie Computersimulationen rekonstruiert und festgehalten hatten. Die verbliebene Ansammlung der Mono- und Trilithen war jedoch kaum mehr beeindruckend für den, der nur sein Auge sehen ließ.
    Palmoy und Portobello drängten Glory in die vorderste Reihe der Versammelten.
    Eine eigenartige Spannung lag über der Szenerie, als sei die Luft von lautlos knisternder Elektrizität erfüllt. Dann aber, mit jeder Sekunde, die verstrich, meinte Glory, dieses eben noch imaginäre Knistern würde tatsächlich hörbar und stetig lauter, bis es wie das Summen in der Nähe eines Umspannwerkes klang. Sie spürte ein feines Kribbeln auf ihrer Haut, als liefen Ameisen darüber, und ihre Haare – wollten sich wie in statischer Ladung aufrichten...?
    »Was geschieht hier?«, flüsterte sie. Sie erhielt keine Antwort.
    Milton Banks trat vor, blieb zwischen den Steinen des äußeren der beiden konzentrischen Kreise stehen. In theatralischer Geste reckte er die Arme, und mit flehender Stimme rief er: »Herr, wir sind gekommen! Zeig dich uns, wir bitten dich!«
    Glory Anson ruckte fast instinktiv an ihren Fesseln. Wäre sie jetzt freigekommen, hätte es ihr keine Mühe bereitet, Milton Banks zu töten. Nur Schnelligkeit wäre vonnöten gewesen: zu ihm hinlaufen und ihm den Hals brechen – drei Sekunden hätten ihr genügt.
    Aber Glory bekam sie nicht.
    »Euer Wunsch ist mir Befehl!«
    Die Stimme drang aus den Schatten zwischen den Steinen. Meckerndes Lachen hing den Worten an.
    Und dann begann der Schatten eines der Trilithen – zu leben?
     
     
    Die Finsternis, eben noch substanzlos flach am Boden, begann zu wabern, zu wogen und schließlich zu brodeln wie ein schwarzer Sud. Das Dunkle stieg auf wie schwarzer Nebel, wurde dichter, wie Rauch, dessen Schlieren tanzten wie zu unhörbarer Musik eines wahnsinnig gewordenen Orchesters. Sie schlangen sich so ineinander, dass es ihrer Formlosigkeit zum Trotz abgrundtief obszön wirkte.
    Dann gewannen die Schlieren Substanz – Schatten, Nebel und Rauch festigten sich. Letzte Reste, die sich wie von einem Wind aus dem Nichts davon treiben lassen wollten, wurden von unsichtbarer Kraft und mit lautem schlürfenden Geräusch zu jenem immer noch formlosen Gebilde im Zentrum des Geschehens hingesogen – und urplötzlich war das schwarze Ding von erkennbarer Gestalt. Es vollzog sich binnen der Dauer, die ein Mensch brauchte, um einmal zu blinzeln.
    Im allerersten Augenblick

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