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BAD BLOOD - Gesamtausgabe: Die Saga vom Ende der Zeiten (über 3000 Buchseiten!) (German Edition)

BAD BLOOD - Gesamtausgabe: Die Saga vom Ende der Zeiten (über 3000 Buchseiten!) (German Edition)

Titel: BAD BLOOD - Gesamtausgabe: Die Saga vom Ende der Zeiten (über 3000 Buchseiten!) (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Manfred Weinland / Timothy Stahl / Adrian Doyle
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gerade jetzt einfallen, ihn zu besuchen, raffte er das Nachthemd hoch, klemmte es zwischen Brust und Kinn und rieb sich mit einem Lappen, den er in die bereitstehende Karaffe getaucht hatte, über das noch halbsteife und über das Normale hinaus angeschwollene Glied sowie die umgebende Haut. Dabei wagte er kaum hinzusehen. Das Unvermögen, natürlich mit seinem Körper umzugehen, war in seiner Erziehung tief verwurzelt, nicht erst seit Wenzel sich um ihn kümmerte, auch schon davor.
    Er war noch ganz in die Waschung vertieft und in Gedanken mit dem Problem beschäftigt, wie er die verräterischen Flecke aus seinem Hemd entfernen könnte, als ihm plötzlich bewusst wurde, wovon der schon eine Weile anschwellende, zunächst aber noch ferne Lärm rührte.
    Ein Fest?
    Eine Versammlung?
    Die Neugierde nicht länger bezähmend, ließ er das Hemd wieder nach unten fallen und eilte zu einer der Luken, durch die ein Jüngling seiner Größe nur auf Zehenspitzen Ausschau halten konnte.
    Justus reckte den Hals lang und länger.
    Und dann begriff er, wie klein sein Problem gegenüber dem war, was sich von der Stadt her, ungefähr von dort, wo nach Wenzels flüchtigen Erklärungen der Sitz des Magistrats liegen musste, schnurgerade auf den Weg zu wälzte, der zum Hradschin und zur Burg hinauf führte.
    Die erhobenen Waffen und Fäuste der Menge drohten genau in diese Richtung, aus der auch Justus dem Strom der Zornigen und Aufgebrachten entgegenblickte.
    Was aber weder er noch ein anderer sehen oder ahnen konnte, war, dass dieser Gift und Galle speiende Mob von einem leibhaftigen Teufel angeführt wurde...
     
     
    Matthäus Wenzel hob den Glaskolben mitsamt dem Sud, den das köchelnde Leichengewebe ergeben hatte, gegen das Kerzenlicht und versuchte der schleimigen Masse rein optisch etwas abzuringen, was als Hinweis auf die Todesursache hätte gedeutet werden können.
    Wie die Male davor scheiterte er auch jetzt.
    Der abscheulich riechende Extrakt bewahrte vorerst sein Geheimnis, aber Wenzel ließ sich nicht entmutigen, sondern bereitete sofort das nächste Experiment vor. An den ihn umgebenden Verwesungsgestank hatte er sich gewöhnt, ebenso an seine redefaulen Handlanger, von denen keine Inspiration zu erwarten war, um das Mysterium zu enträtseln. Wie üblich befolgten sie nur blind seine Weisungen.
    Die vier hageren Männer muteten wie Geschwister an, so frappierend war ihre Übereinstimmung nicht nur im Äußeren, sondern bis hin zur Körperhaltung. Natürlich waren sie nicht wirklich miteinander verwandt. Im Laufe der Jahre hatte sich einer nach dem anderen bei Wenzel als Assistent im weitesten Sinne beworben, und er hatte sie nach einer angemessenen Probezeit für sich angestellt. Sie verdienten nicht viel bei ihm – die Erfahrung aber, die sie sammeln konnten, war mit Geld nicht aufzuwiegen.
    Trotzdem war Wenzel nicht immer in der Stimmung, diese mausgesichtigen Helfer zu ertragen. Auch heute strapazierten sie seine Geduld aufs Ärgste, was vielleicht aber auch in seinem und ihrem Schlafmangel begründet lag. Keiner hatte diese Nacht Ruhe gefunden, und auch jetzt machte Wenzel noch keine Anstalten, sie aus seinen Diensten zu entlassen, damit sie sich in ihren Kammern hätten aufs Ohr legen können.
    Mitten in diese ebenso unfruchtbare wie angespannte Atmosphäre hinein platzte ein aufgelöster Justus, der die Tür zu ihrem provisorischen Laboratorium aufstieß. Wenzel gelang es nicht einmal, danach zu fragen, woher sein Mündel denn überhaupt Kenntnis von seinem Aufenthaltsort erhalten hatte, denn über Justus' Lippen sprudelte bereits der atemlose Bericht, was sich über ihren Köpfen, im frühmittäglichen Sonnenlicht, zutrug.
    "So haben sie also den Bogen überspannt...", kommentierte Matthäus Wenzel das Gehörte. Es klang fast emotionslos, doch in seinem Herzen entzündete sich ehrliche Sorge um die Zukunft.
    "Meint Ihr, sie werden sich gewaltsam Zutritt zur Burg verschaffen?“, fragte Justus bang.
    "Das kommt auf das diplomatische Geschick der Burgherren an", gab Wenzel eine Antwort, die ihn selbst nicht zufriedenstellte. Sein Blick irrte unentschlossen zwischen den Apparaturen und seinen Helfern hin und her. Dann wandte er sich wieder an Justus und erkundigte sich: "Hast du einen der Grafen gesehen? Slavata oder Martinic? Was für Maßnahmen haben sie angeordnet? Wurde bereits alles zur Verteidigung in die Wege geleitet? – Allmächtiger, hier unten ist man vom Geschehen abgeschnitten, als läge man in einem

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