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BAD BLOOD - Gesamtausgabe: Die Saga vom Ende der Zeiten (über 3000 Buchseiten!) (German Edition)

BAD BLOOD - Gesamtausgabe: Die Saga vom Ende der Zeiten (über 3000 Buchseiten!) (German Edition)

Titel: BAD BLOOD - Gesamtausgabe: Die Saga vom Ende der Zeiten (über 3000 Buchseiten!) (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Manfred Weinland / Timothy Stahl / Adrian Doyle
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Schädel einschlägt, diesem Scheusal!"
    "Slavata?"
    Sie hielt die Frage keiner Antwort wert. Brüsk drehte sie sich um und ließ ihn stehen.
    Justus überlegte gerade so lange, wie sie brauchte, um ins Sonnenlicht hinauszutreten. Dann hatte er sich entschieden – gegen Matthäus Wenzel und für das Mädchen, und es störte ihn kaum, dass er das Gefühl hatte, in diesem Augenblick noch weniger von ihr zu wissen als bei ihrer ersten flüchtigen Begegnung...
     
     
    "Edle Herren, da habt ihr den anderen!"
    Die Worte des Grafen Thurn, eines der anderen königlichen Statthalter, der mit kaum jemandem ein gutes Verhältnis pflegte, brannten sich wie Säure in Vilem Slavatas Schädel.
    Thurn war verstohlen durch die Tür getreten und hatte, als er sah, was dem Grafen Martinic widerfahren war, offenbar genügend Mut gefasst, sich Slavata offen als Verräter zu erkennen zu geben.
    Weil er wusste, dass auch Slavata gleich zum Fenster hinausfliegen würde?
    Slavata verzog angewidert das Gesicht. Dann fühlte auch er sich schon zu Fall gebracht, und wieder – wie schon bei seinem guten Freund – war es Hieronymus Neruda, ein ehemals geschätzter und seiner Besonnenheit wegen gerühmter Mann, der zuvorderst wirbelte, um auch diesen "Verletzer des Majestätsbriefes", wie laute Stimmen aus dem Hintergrund hetzten, für den Affront büßen zu lassen!
    "Haltet ein!“, keuchte Slavata, als er schon mit dem Kopfe nach unten, samt Mantel und Rapier, das er nicht zu ziehen gewagt hatte, aus dem Fenster hing. Das Blut sackte ihm so heftig aus den Füßen ins Gesicht, dass er verzweifelt gegen die Ohnmacht ankämpfte. "Ihr werdet alle auf dem Schafott landen! Ferdinand wird den Mord an seinen Getreuen blutig rächen...!"
    "Dann sehen wir uns wohl bald wieder", zischte ihm Neruda zu, und seine Worte senkten sich wie eine Wolke aus betäubendem Gas über Slavatas Sinne. "In der Hölle..."
    Nach dieser Prophezeiung ließen sie den Grafen los, und da er mit weit weniger Schwung als Martinic hinausgetragen wurde, schlug er bereits im Fallen mit dem Hinterkopf gegen einen steinernen Sims und verlor augenblicklich das Bewusstsein.
    Den Aufprall im Burggraben und wie er bis zu dessen Grund hinabzurollen drohte, spürte er schon nicht mehr.
     
     
    "Jaaaa...! O jaaa!"
    Annas Fingernägel gruben sich in Justus' Unterarm. Ihr Geruch berauschte ihn regelrecht, und er wusste beim besten Willen nicht, warum er sich auf ein solches Abenteuer einließ. Wenn Wenzel je davon erfuhr, was er hier trieb, würde er ihn verstoßen, würde er ihn...
    "Dieses Schwein, wie ich ihm das gönne! Hoffentlich hatte er noch Zeit genug, an all die Unschuldigen zu denken, die auf seinem Gewissen lasten...!"
    Ihre Stimme war zu einem Flüstern gesenkt, das nur er, Justus, hören konnte.
    Aber er wusste genau, wovon sie sprach, denn er hatte es ja auch gesehen – gerade noch.
    Durch die geheimen Gänge, die Anna ihm gezeigt hatte, wurden sonst die Frauen geschleust, die Slavata sich in sein Bett geholt hatte – aber sicher dienten die schmalen Korridore nicht nur
diesem
Zweck.
    "Wenn du wirklich des Grafen Tochter bist", hatte er sich an Anna gewandt, während sie durch die finstere Enge gehetzt waren, "müsste er sehr lange mit deiner Mutter zusammen gewesen sein, ehe er sie..."
    "Sehr lange? Und wenn? Entschuldigt das, dass er –?"
    "Nein, sicher nicht, aber..."
    "Sei still!"
    "Ich verstehe sein Handeln auch deshalb nicht, weil er und Martinic meinen Vormund doch
gerufen
hatten. Wenn Slavata die Inquisition fürchtete, hätte er doch bloß Stillschweigen wahren müssen!"
    "Die durchscheinende Frau kam ihm gelegen. Er war meiner Mutter schon lange überdrüssig. Aber offenbar brauchte er einen äußeren Anstoß, um sie in einem Schnellverfahren aburteilen und hinrichten zu können..."
    "Dann wäre er ein Schuft, aber kein gar solches Monster, wie du ihn mir vorhin beschrieben hast."
    Nachdem er dies gesagt hatte, war sie stehengeblieben und hatte ihn geohrfeigt. Und erst als die Wange wie Feuer zu brennen begann, begriff er, wie beleidigend er gesprochen hatte.
    Danach hatte er geschwiegen, bis Anna ihm bedeutete, dass sie am Ziel angelangt seien. Dort, wohin es auch den Mob gezogen hatte.
    Und wo Slavata gerade kopfüber aus dem Fenster gestürzt wurde...
    Justus hatte – wie Anna – eines seiner Augen gegen die Spionöffnung gepresst, die sie ihm zugewiesen hatte. Dadurch konnte auch er den Tumult verfolgen, der sich im Innern der Kanzlei abspielte – und der

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