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BAD BLOOD - Gesamtausgabe: Die Saga vom Ende der Zeiten (über 3000 Buchseiten!) (German Edition)

BAD BLOOD - Gesamtausgabe: Die Saga vom Ende der Zeiten (über 3000 Buchseiten!) (German Edition)

Titel: BAD BLOOD - Gesamtausgabe: Die Saga vom Ende der Zeiten (über 3000 Buchseiten!) (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Manfred Weinland / Timothy Stahl / Adrian Doyle
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fraglos
anders
lebendig als alles, was Wenzel davor gesehen hatte. Ein
Ding
, das nur zu einem Bruchteil verriet, welches Ausmaß, welche Dimension in ihm steckte!
    Aber dieses Stück, das es von sich preisgab, war bereits von zerschmetternder, zermalmender Kraft. Unwiderstehlich in seiner Begierde, sich der Menschen hier zu bemächtigen!
    Matthäus Wenzel war sich nie so bewusst gewesen, wie gering eines Menschen Wissen, selbst das Wissen vermeintlicher Genies, im Vergleich zu dem war, was sich hier vor ihm auftat.
    Ein Abgrund.
    Wie viele Leben ballten sich hier in einer Manifestation?
    Welche
Art
Leben?
    Was tun wir eigentlich?
dachte er, während die Schwäche in ihm auch die letzten Reserven seiner Kraft eroberte.
Womit beruhigen wir uns selbst? Wie konnte ich je denken, dem, was ich bekämpfe, gewachsen zu sein? Was sind ein paar lächerliche Hexen und Vampire gegen... DAS, was sich hier offenbart?
    Die Erkenntnis, ein Nichts gegen dieses Konzentrat an Bösem zu sein, machte Wenzel noch wehrloser, noch ohnmächtiger, als er es bei klarem Verstand und etwas mehr Besonnenheit vielleicht gewesen wäre.
    Das Fremde, das in sein Leben getreten war, um es gleichsam zu beenden, rief einen nach dem anderen zu sich, und selbst die verstümmelten Leichen auf den Tischen folgten dem Ruf.
    Nein!
Wenzel suchte sein Heil in einem Gebet. In den Insignien, die er unter seiner Kleidung trug und die sich – statt zu helfen und zu schützen –, je näher er dem WESEN kam, um so tiefer in sein Fleisch hineinbrannten!
    Kein Wort drang über seine Lippen. Nicht einmal in Gedanken war er mehr fähig, Gebete zu formulieren.
    Das Fremde lähmte ihn.
    Das Fremde, das diesen Raum aus der Wirklichkeit herauszuschälen und in ein eisiges Jenseits zu verwandeln begann. Einen Ort ohne Wiederkehr!
    Und dann meinte Wenzel, die Tür zu durchschreiten.
    In Wahrheit aber...
    ... betrat er IHN.
    Und ER würde ihn nie wieder loslassen.
     
     
    Justus kam erst wieder zur Besinnung, als er mit dem Kopf gegen einen querlaufenden Stützbalken des Gewölbes stieß. An dieser Stelle war die Decke so niedrig, dass nur eine geduckte Gangart möglich war, und er war mit seinen Gedanken viel zu weit weg gewesen, um darauf zu achten...
    Benommen bohrten sich seine Blicke in die Schwärze, in der sich Anna, einen Schritt voraus, befinden musste. Sie hielt seine Hand, und bei seinem ruckartigen Stehenbleiben hatte auch sie abgebremst.
    "Ich habe doch gesagt, du sollst aufpassen!"
    Hatte sie das?
    Es war so dunkel, stockfinster! Nirgends brannte mehr eine Fackel oder Kerze.
    "Wo – sind wir?"
    "Vertrau mir!"
    Er erinnerte sich. Das hatte sie auch vorhin gesagt, als es ihr doch noch gelungen war, ihn aus seiner Starre zu reißen und von dort wegzulotsen, wo sich die Tragödie abgezeichnet hatte. Das Sterben...
    "Wenzel, mein Vormund... ist er...?"
    "Woher soll ich wissen, was aus ihm wurde?“, Anna klang gereizt, was nur allzu verständlich war, aber Justus ertappte sich dabei, dass er ihr ein völlig überzogenes Maß an Beherrschung und Schläue zubilligte.
    "Warum ist es so dunkel hier?"
    "Warum? Man könnte meinen, ich hätte den Falschen an der Hand... Gott, du wirst doch gesehen haben, dass ich jede Fackel, an der wir vorbeikamen, aus ihrer Halterung gerissen und am Boden ausgetreten habe!"
    Gesehen vielleicht, aber nicht begriffen...
    "Du?“, stammelte Justus. "Warum?“, Er biss sich auf die Unterlippe.
    Anna schnaubte verächtlich. "Weil ich nicht will, dass es uns folgt und findet... Darum, verdammt!"
    Es...
    Justus hasste es, dass sie den falschen Grafen Martinic so nannte. Aber dies war nicht der Ort und nicht die Zeit, über solche Geringfügigkeiten zu streiten.
    "Sag mir, was du vorhast!"
    "Wir müssen zurück an die Oberfläche!"
    "Warum haben wir dann nicht die Treppe genommen? Warum hast du uns –"
    Ihre Hand fuhr über sein Gesicht und fand, flüchtig tastend, seinen Mund, auf den sie sich presste.
    Stille.
    Dann hörte es auch Justus. Ganz in ihrer Nähe rief und weinte jemand.
    Er befreite seinen Mund. "Das ist
sie
!"
    "Ich dachte schon..." Anna seufzte.
    Doch ihre Erleichterung war verfrüht. Eine Windbö – zumindest hielten sie es dafür – fuhr ihnen aus der Dunkelheit entgegen, so heftig, dass sie beide schwankten. Gleichzeitig begann sich die Qualität der umgebenden Finsternis zu verändern...
    "Jesus, Maria! Es hat uns gefunden!"
    Justus drehte es den Magen um. Annas Fatalismus war ansteckend. Doch schon ein paar Herzschläge

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