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Bismarck 04

Bismarck 04

Titel: Bismarck 04 Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Karl Bleibtreu
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Million verloren hatten, immerhin verschwanden noch in den folgenden vier Wochen ganze Brig. wie die 90. oder Regimenter wie Chester von der Bildfläche, welche zunehmende Zerreibung der 1., 2. Bethune-Ypern A. freilich nicht dazu berechtigte, daß eine engl. D. sich nicht rührte, als 4 franz. D. das Kemmel-Massiv zurückerobern wollten. Was nie bisher geschah, der berühmte Kemmel war also gefallen, doch daß trotzdem Ypern fruchtlos von Armin umlagert wurde, spottet aller Begriffe. Der (zeitweilig in Italien kommandierende) Plumer hätte längst den Rückzug antreten sollen, aus dem ganzen Gebiet zurückgetrieben, das er im Vorjahr mit so vielem Blut gewann, doch daß er es nicht tat und dennoch vom Kemmel her nicht den Untergang fand, wer begreift das! Gelang es nicht, den beherrschenden Berg zurückzugewinnen, so konnte jeder verspätete Abzug nach Dünkirchen parallel zu Quast verderblich werden. 3 franz. D. verbluteten am Kemmel, besonders 20. K., viele Regimenter, z. B. 52., 146., 321., 402., waren Skelette, gleichwohl unterließen Fochs Reserven nicht, uns sogar bei Locre etwas zurückzudrängen. Quasts Einwirkung hatte nicht die nötige Kraft mehr, zumal unsere hergesandten Reserven jetzt nach anderer Stelle zur Aisne abflossen. Doch zerbrach ein neuer feindlicher Massensturm am 9. nordwestlich Kemmel, worauf badische (?) R. Regt, in wuchtigem Anlauf Dickebusch nahmen. Nichtsdestoweniger war der tapfere Feind nicht willens zu weichen. Durch gegenseitige Erschöpfung trat längere Ruhepause ein. Auch Below wagte nicht größere Unternehmung, Marrwitz keinen Gewaltstoß im Weichbild von Amiens. Längs Hutiers Front litten die Franzosen ungemein bei allen Gegenstößen, wobei auch schles. Königsgren. und brandenb. Leibregt. sich auszeichneten, doch wurde das brandenb. K. bald zur Aisne verschoben. Fochs 29., 133. sowie 2. Kür. D. waren vernichtet, Regt. 63, 90, 335 gab es nicht mehr. Immerhin tötete seine andauernde Kanonade uns viele Leute, obwohl auch neue Formen deutscher Minenwerfer sich bemerkbar machten. 3. franz. A. Humbert löste sich in die 10. auf, Petain legte schon auf 30 seiner 70 D. die Hand, Foch wohl auf 49 von 60 seiner R. A. Von »59« engl. 53 verbraucht? Die Ziffer beruht auf Irrtum, das engl. Heer hatte viel mehr Div. Auch so aber kommen inkl. Belgier und Amerikaner 140 D. heraus, d. h. die Zahl, deren Einsatz bis Mitte Mai man uns zuschrieb. Mit welchem Vergrößerungsglas man dabei sah, zeigt elende britische Prahlerei, ihre 14. sei erst von 40 d. D. zerschlagen worden!! Jedenfalls verblutete eine engl. D. nach der andern, immer mehr Franzosen mußten eingestellt werden. Anscheinend befanden sich schon am 1. April 178 britische, 50 franz., 9 stärkere amerikanische Brig. im Feuer, damals nur 80 d. D., wie später zugestanden. Warteten wir ruhig ab, bis der Feind sich ganz verbrauchte? Das hieß die Rechnung ohne Amerikaner machen. Eine ihrer D. war es diesmal, die überrascht und zersprengt wurde durch einen von Gallwitz zwischen Maas und Mosel eingelegten Vorstoß, um den Feind zu verwirren. Zu gleichem Zweck tobte, während Infanterieangriff pausierte und Mitte Mai deutscherseits ganz unterblieb, Geschützduell längs der weiten Front, wobei endlich Reims in Flammen aufging, zur Vergeltung der Zerstörung von Laon durch französische Granaten, die unser dortiges Quartier nicht dulden wollten. Damals machten engl. Marinetruppen auch Zeebrügge einen unliebsamen Besuch, wobei 4 Kreuzer, sehr viel Tote und die Befehlshaber auf dem Platze blieben. Die britische Admiralität erfand, daß zementbeladene versenkte Fahrzeuge jetzt die Kanalausfahrt sperrten, die U-Boote fuhren aber lustig ein und aus.
    Die Entscheidung schien nahegerückt, noch wehte Deutschlands Siegesfahne. Die Entente behauptete erst, es werde gar keine neue Offensive erfolgen, dann wieder, es stehe unmittelbar bevor bei Amiens. Man tat ihr aber nicht den Gefallen, sondern zu allgemeinem Erstaunen ging ein neuer Siegeszug des Kronprinzen über Aisne und Marne weg.

V. Schlacht Aisne–Marne
I.
    7. A. übernahm den Sektor Compiegne-Soissons, 1. A. Fritz Below die Strecke Berry–Reims in Richtung Fismes. Inzwischen erstarrte die Front Rupprecht und auch die Hutiers bis Juni in unheilvollem Stellungskrieg, der alles abwetzt und nichts einbringt. Deutsche Kanonade lag schwer auf den verbündeten Linien, doch deren Feuerschlünde waren auch nicht faul. Die bei Montdidier eingefügte 6. b. R. D.

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