Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Bismarck 04

Bismarck 04

Titel: Bismarck 04 Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Karl Bleibtreu
Vom Netzwerk:
der Marne auf Epernay–Montmirail. Die Hauptmacht sollte südlich der Vesle zusammengedrängt werden, wobei die Gefährdung der rechten Flanke durch Mangin zwischen Aisne und Ourcq, durch Desgouttes zwischen Ourcq und Marne zu wenig berücksichtigt wurde. Die Offensive konnte diesmal nicht gelingen und wurde deshalb bald eingestellt, so daß am 25. Juli der angeblich schon am 16. eingeleitete und am 18. begonnene Rückzug über Fères en Tardenois fortgesetzt wurde. Da vier Wochen früher die Armeen Hötzendorf und Boroewic gegen Italien eine gründliche Schlappe davontrugen, war dieser deutsche Mißerfolg doppelt unwillkommen.

VI. Zweite Schlacht a. d. Marne. Dritte
Champagneschlacht.
I.
    Der in breitem angelegte vierte Akt des Offensivdramas war keine Früh- sondern verspätete Nach- und deshalb Totgeburt. Endlich am 15. Juli kam diese neue deutsche Offensive ins Rollen, diesmal ohne jede Überraschung, da der Feind schon Tage vorher die nicht verheimlichten Vorbereitungen bemerkte. Nichtsdestoweniger blieb der Erfolg scheinbar auch diesmal den Deutschen treu. Die Armeen Einem und Mudra nahmen bis 16. die ganze erste Verteidigungslinie der Armeen Berthelot und Gouard zu beiden Seiten des sogenannten Reimser Bergs und erreichten in der Champagne die nördliche Nachbarschaft von Souain und Perthes über Prosnes und Auberive. Heftige Gegenstöße unter schwersten Verlusten beeinträchtigten nur wenig den Gewinn. Wohl aber das auf die absichtlich geleerten Vordergräben eingeschossene Artillerfeuer. Hier mußte 8. B. D. zurückgezogen werden. Boehns Mitte überschritt auf 20  km Front die Marne und schuf sich am Südufer sofort einen ausreichenden Brückenkopf von drei  km Tiefe, die Linke stieß am Nordufer entlang ins Ardretal. Der Feind wich noch weiter über Condé. 22 Divisionen (Berthelot, Italiener, Engländer) wurden nacheinander geschlagen, hier wie in der Champagne 5  km gewonnen. Allerdings wurde Boehns Rechte durch einen Gewaltsturm französischer und drei amerikanischer Divisionen der Armee Desgouttes wieder ans Ufer zurückgedrängt, seine Mitte aber drang noch zwischen Dormans und Brie weiter bis Savièresbach vor und die Linke bei Chatillon–Belval behauptete sich zunächst im schwierigen Kampfe. Gegen die Unsern am Südufer und die Marnebrücken, von Feindfeuer überschüttet, griff die »Manövrierarmee« Mitry plötzlich ein. Die Pariser Presse erging sich wieder in lächerlichen Fabeln über riesige deutsche Verluste, an einem Tage sollten »15« Divisionen 60 000 verloren haben, wobei man eine 7. und 9.  Garde division erfand, was zweifellos 7., 9. Armee heißen sollte, Garden und Brandenburger machten sich in dieser neuen Schlacht dem Feind besonders bemerkbar. Schmettow, Borne, Ilse drangen tief in den Reimser Bergwald ein, am Südufer Conta und Wichura durch Busch und Moor 10  km vor Epernay. Leugnen läßt sich nicht, daß zwar die Armeegruppe Mitry bis 17. durchbrochen wurde, dann aber allgemeine Offensive Fochs entschieden Vorteile errang. Ein scharfer Stoß Mangins am 18. gegen Boehn längs der Aisne vor Compiègne und südlich der Marne konnte, so schwer er die 9. A. bei Fontenoy und Torcy traf, obschon vom Flügelk. Woyna abgewehrt, doch immer noch die Auswirkung des neuen Keils anfangs nicht verhindern. Am 20. schien die Lage noch ziemlich leidlich für die neueroberte Linie, eine Angriffspause trat scheinbar nur ein, um die Artillerie über die Marne heranzuziehen. Mangin trug seinen Tankschrecken unter Gewitter und Nebel durch mannshohes Korn doch nur 4  km weit, reine Überfallmache. Man bedurfte übrigens gar keines Trommelfeuers bei Boehn, um die tiefgestaffelte sorgsam vorbereitete Vorderstellung zu überrennen, wobei wiederum reiche Lebensmittelvorräte erbeutet wurden, außerdem über 20 000 Gefangene! Leider schoß auch Maistres (Chef der A. Mätry, Berthelot, Gouard) Art. tiefgestaffelt, eine Stellung hinter der andern. Da der neue Angriff sich von Chatillon bis zu den Argonnen 90  km ausbreitete, wäre der Einsatz von angeblich 50 deutschen Divisionen (Pariser Angabe) gering, während Foch all seine noch vorhandenen Reserven hier ansammelte. Tatsächlich begann jetzt der Hauptkampf mit feindlicher Übermacht, wobei sechs amerikanische Divisionen längs der Front verteilt. Infolgedessen müßte man anderswo auf geschwächte Linien getroffen haben, sobald Ludendorff andere Entscheidungspunkte gesucht hätte. Tatsächlich wurden englische Divisionen von der Lys

Weitere Kostenlose Bücher