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Bismarck 04

Bismarck 04

Titel: Bismarck 04 Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Karl Bleibtreu
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ihm widersprechen und dortige Lage düster malen, so schließt man aus späteren Kampforten, daß Fochs Raumgewinn nicht viel bedeutete. Einige D., besonders 11. b., worüber Hertlings Sohn in seinen Memoiren klagt, waren übel zugerichtet, die Fronten der 9. A. aber im Ganzen festgeblieben. Nur sie litt stark, 7. A. an der Marne nicht übermäßig, 1., 3. A. (siehe geringen Verlust der Bayern, wo 2. D. nur 700 verlor) nicht erheblich. Hier sind legendäre Gerüchte haltlos. Freilich ging es dort so bunt durcheinander, daß 8. b. R. D. auf der Ostseite herausgelöst und an die Westseite geschoben wurde. Dies geschah zwar unterm Einfluß feindlicher Kanonade, doch wurden im Osten eben Kräfte entbehrlich, weil nur im Westen die Hauptchampagneschlacht tobte. Dort hielten Reiterschützen der Garde Kav. nur mit Beihilfe der frisch eingesetzten unermüdlichen 7. R. D. am 25. kaum noch die »Bayernhöhe«, doch standen noch im Aug. 88., 228. D., 247. Art. südlich Chaussee Tahure–Sommepy, 22. R. D. bei St. Marie nebst 287. Art., ein Tankgeschütz (zur Abwehr gegen Kampfwagen ausgeschieden) der 49. Art. feuerte sogar noch von Arlonhöhe (Buttesouain). Man behauptete also noch die ganze ehemalige Champagnestellung, was zur Beurteilung der wahren Lage nicht vergessen werden darf. Zur Gruppe Py stießen noch 7., 20. D.
    Als 7. A. am 27. hinter die Wesle abzuziehen begann, hatten zuvor 12. b. D. bei Belval, wo der unter künstlichem Rauch vorbrechende Feind 8 zerschossene Tanks liegen ließ, und am Nordflügel bei Villemontoire Brandenb., Hannov., Schles. (5., 20. D., 50. R. D.) als Nachhut jeden Anlauf blutig bestraft. 9. A. verließ langsam den Ourcq, 7. langsam die Marne, wobei 1. G. Rgt. nebst 6. b. R. D. sowie b. Ers. D. 51. R. D. jedem Nachdrängen Trotz boten. Alle Stürme verbündeter Schlachthaufen erlahmten, furchtbar schlug Feuer in ihre linke Flanke. 8. b. R., 240. D. und 158er der 50. D. machten einen Anstoß bei Ambilly zu nichte. Am 1. Aug. war Abzug in die Neufront gelungen. Auch diese Gefechte waren nicht sehr blutig für uns, 6. b. R. D. verlor im ganzen Juli 50, 2000, und wenn bei der Ers. D. Kompagnien zum Teil nur 20 Gew. zählten, so ist das nicht wörtlich zu nehmen (Versprengte), die Truppe wurde erst später aufgelöst und ließ seit 15. Juni nur 55, 1000 auf dem Schlachtfeld. Sie wurde von 86. der 18. D. aufgenommen.
III.
    Eine schlimme Wendung war also vermieden und Lud. beruft sich darauf, daß er die falsche Offensive sofort abbestellte. Doch nur erzwungenerweise, er blieb in allen eroberten Champagnestellungen, wirklicher Abzug erfolgte überall zu spät. Senden des Materials nach Flandern verriet wenig psychologischen Scharfblick, von Fochs Energie lieh sich voraussehen, daß er sein Anhäufen aller Reserven zwischen Oise und Marne nicht unbenutzt lassen werde. Sein plötzlicher Cotterets-Einstoß ist die einzige strategische Handlung, die ein Ententeführer (Großfürst Nikolaus ausgenommen) je vollzog, er traf einen strategisch wunden Punkt an taktisch schwacher Stelle, schon wegen solcher Befürchtung war unsere Offensive nach Südosten anfechtbar. Obschon sie ganz und gar nicht katastrophal wirkte, wie die Legende meint, muß man sie theoretisch verdammen, doch gebot neues Schlagen an irgendwelcher Stelle sich aus politischen Gründen.
    Allerdings bedeutete dies wieder nur taktisches Fortwursteln, das beliebte Hämmern mal hier, mal da, und L. brach vorläufig mit seinem ursprünglichen Plan, bei Amiens die verbündete Linie zu sprengen. Doch konnte dieser ja später wieder aufgenommen werden und vorläufig ließ sich erproben, ob eine andere Operationslinie nicht auch einträglich werden konnte. Westlich und östlich von Reims ausholend mit Mudra (Below) und Einem, längs der Marne auf Epernay mit Boehn, konnte der taktische Angriff vielleicht sich ins Strategische umsetzen. Denn bei beiderseitiger Umfassung des Bergwaldes von Reims und Hinabstoßen Mudras bis Chalons wurde die ganze französische Front links von Verdun aufgerollt und das von uns stets so warm empfohlene Durchstoßen bis Bar le Duc konnte in Verbindung mit Vorgehen der A. Gallwitz bei Mihiel die größten strategischen Folgen haben. Nun aber ließ sich L. verleiten, sein Ziel noch höher zu stecken, er wollte durch Marneübergang bei Ch. Thierry und Dormans zugleich den französischen Vorsprung südlich Villers Cotterets aufrollen und die Reimsstellungen unter Umgehung des

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