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Bist du mein Kind? (German Edition)

Bist du mein Kind? (German Edition)

Titel: Bist du mein Kind? (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Gilda Laske
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verarbeiten und meinen Kindern eine gute Mutter zu sein.
    Allerdings habe ich dabei wohl auch vergessen, eine gute Ehefrau zu sein. Denn Wolfgang hatte dann verschiedene Freundinnen und ich glaub auch zwischendurch mal eine längere Beziehung. Beinahe wäre unsere Ehe gescheitert. Aber dann haben wir Köln verlassen, weil Wolfgang neu anfangen wollte. Den Kindern zuliebe bin ich halbherzig nach Limburg gezogen. Und auch da war ich wieder so beschäftigt, den Kindern die Eingliederung zu erleichtern und mir ein neues Arbeitsgebiet aufzubauen, dass ich wieder vergessen habe, eine gute Ehefrau zu sein. Und irgendwie sind wir dann im Alltag erstickt.
    Als ich dann hier Jean-Marie wieder gesehen habe, war plötzlich ein ganz tiefes Gefühl der Verliebtheit da. Ich weiß auch nicht, wie das passieren konnte“.
    „Meine Holde, manche Dinge passieren einfach. Ist Wolfgang dir denn in all den Jahren ein guter Ehemann gewesen? Denk erst nach, bevor du antwortest. Wir haben Zeit.“
    Und wirklich, wenn ich so zurückdenke, waren auch von seiner Seite keine ernsthaften Bemühungen da, etwas für unsere Ehe zu tun.
    „Da sagst du was. Wir haben uns nicht miteinander beschäftigt. Auch Wolfgang hat sich nicht um mich bemüht. Jeder hat sein Leben gelebt und das Bindeglied sind die Kinder und natürlich immer wieder Maxi. Was ist da mit uns passiert, ohne, dass wir es bemerkt haben?“
    „Vielleicht habt ihr so viele Schuldgefühle gehabt, dass ihr unbedingt für eure Kinder eine heile Welt schaffen wolltet, obwohl für euch schon gar keine gemeinsame Welt mehr existierte. Und jetzt gehen die Kinder bald eigene Wege und Maxi ist wieder aufgetaucht. Da fehlt euer Bindeglied. Irgendwie.
    Natürlich ist es dann leicht, sich zu verlieben“.
    „Ich denke schon die ganze Zeit, seit wir hier sind, darüber nach, ob ich nur in Jean-Marie verliebt bin oder ob es mehr ist. Ich habe über neun Jahre immer wieder an ihn gedacht und oft habe ich von ihm geträumt. Wenn wir telefoniert haben, was natürlich immer weniger wurde, habe ich tagelang Sehnsucht nach ihm gehabt. Aber ich habe das immer nur in Zusammenhang mit Maxis Entführung gesehen. Nie habe ich meine Gefühle separat betrachtet. Ich will aber auf keinen Fall meine Ehe aufs Spiel setzen, dafür sind mir die Kinder zu wichtig“.
    „Siehst du Monique, du erwähnst deine Ehe immer nur im Zusammenhang mit deinen Kindern. Das geht aber nicht. Eine Ehe betrifft nur zwei Leute, nämlich die, die sie geschlossen haben. Hast du das mal bedacht?“
    „Ja, aber ich kann Wolfgang nicht verlassen. Das würde er nicht verkraften. Schließlich haben wir das alles gemeinsam durchgestanden und ich kann ihn doch jetzt nicht hängenlassen.“
    „Kannst du, du musst es nur wollen. Weißt du, was Wolfgang über eure Ehe denkt? Hast du mal mit ihm darüber gesprochen?“
    „Nein, mit Wolfgang kann man nicht reden. Er sagt nie, was er fühlt“.
    „Da bin ich anderer Meinung. Ich kann sehr gut mit ihm reden und er teilt mir auch seine Gedanken und Gefühle mit.“
    „Du bist auch Therapeut. Ich kann so nicht reden wie du.“
    „Versuch es einfach, du wirst dich wundern, was Wolfgang alles zu sagen hat“, sagt er steht auf und marschiert Richtung Gartentor.

    „Ich gehe duschen und mich umziehen. Bis später“.
    Ich bleibe einen Moment sitzen und lasse seine Worte wirken. Was hat Wolfgang ihm erzählt, von dem ich nichts weiß? Sollen wir jetzt hier einen anderen Schauplatz klären? Nicht Maxis Rückführung in unsere Familie? Sondern erstmal feststellen, ob wir denn noch eine Familie sind? Ich lasse einfach meinen Gedanken freien Lauf und warte, was wohl dabei herauskommt.
    So sitze ich und träume, als plötzlich eine strenge Stimme hinter mir sagt: „Na, das haben wir gerne. Wir Männer schuften wie verrückt und Madame sitzt und entspannt sich. Wie finde ich denn das?“
    Ich habe Frederic gar nicht gehört und muss lachen.
    „Du hast Recht. Was soll ich tun?“
    „Den Tisch eindecken, bitteschön, wenn’s beliebt“.
    „Natürlich, Chef, ich fange sofort an.“
    So stecken wir alle in Arbeit und kurz bevor Claude und Isabelle kommen, rufe ich die Kinder aus dem Pool. Ich schicke sie alle unter die Dusche. Jean-Marie und Auguste sind auch wieder da und bereiten den Aperetif vor.
    Ich stelle schnell noch ein paar Schälchen mit Grillsaucen auf den Tisch und es kann losgehen.
    Als ich zum Gartentörchen sehe, kommen gerade Claude, Isabelle und Geraldine um die Ecke.
    Sie haben Wein

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