Blutsdaemmerung - Licht Und Schatten
dem Handrücken über die Lippen.
Ich sprang auf und auch hier war ich wieder verwundert über die schnellen geschmeidigen Bewegungen, zu denen ich plötzlich in der Lage war.
Valentina nahm mich bei der Hand und obwohl sie nichts sagte, wusste ich was sie vor hatte, als wie die Treppe nach oben sausten.
Sie öffnete die Tür zum Badezimmer
"Hier, sieh dich an wie wunderschön du bist." sagte sie lächelnd und schob mich vor den Spiegel.
Neugierig beugte ich mich nach vorne und betrachtete mein neues Spiegelbild. Meine Augen, die vorher braun waren leuchteten in dem gleichen grün, wie Max´ und Valentinas. Meine Haut schimmerte genauso zart und blass und meine Haare, die ja schwarz gefärbt waren, fielen mir in glänzenden dunkelbraunen Wellen weich über die Schultern.
Obwohl ich mich im Spiegel erkannte, war mir dieses schöne Wesen das ich dort sah doch so fremd.
"Unglaublich nicht wahr? Dein neues Ich steht dir wirklich gut." Valentina kicherte und fuhr mir über die Haare.
Da horchte ich auf.
Ich konnte Max hören, der unten in die Küche gegangen war um mein Glas aufzufüllen. Valentina bemerkte, dass sich mein ganzer Körper angespannt hatte.
"Ist schon gut, es ist ganz normal das deine Sinne jetzt viel besser funktionieren. Wir sind dazu geschaffen nachts zu jagen, dafür müssen wir besonders gut hören und sehen können. - Komm wir gehen wieder nach unten, Max wartet sicher schon auf uns."
Und schon flitzte sie die Treppe hinunter. Ich folgte ihr ebenso schnell.
"Ich sehe, du hast deinen Körper schon ganz gut unter Kontrolle." Max lachte als er mir wieder ein Glas unter die Nase hielt.
Ich spürte wie in meinem Mund zwei messerscharfe Zähne hervor schossen. Und schon wurde ich wieder nur von einem Gefühl beherrscht....Hunger!
Gierig nahm ich das Glas an mich und trank es mit großen Schlucken leer.
"Du wirst noch ein paar davon trinken müssen. Dein Körper ist völlig ausgehungert."
Die nächsten Stunden verbrachte ich damit, ein Glas Blut nach dem anderen zu trinken. Erstaunlicherweise machte mir es nun überhaupt nichts mehr aus. Weder die Tatsache das ich literweise davon trank, noch das es menschliches Blut war.
Ich wollte nur eins, diesen unglaublichen Hunger stillen.
"Es ist nach der Verwandlung ganz normal, so hungrig zu sein. Wenn du das erste Mal richtig gesättigt bist, kannst du dich viel besser kontrollieren." erklärte Max, nachdem ich wieder einen weiteren Becher hinunter gestürzt hatte.
Und er hatte recht, mit jedem Glas wurde das brennende Verlangen nach Blut schwächer.
Nachdem ich ungefähr sechs Liter getrunken hatte erlosch es tatsächlich.
"Ich glaube ich bin jetzt satt." sagte ich zu Max, der schon wieder aufgesprungen war um mir noch etwas zu holen.
"Siehst du, ich habe dir ja gesagt, irgendwann wird es besser. Wenn du möchtest, können wir jetzt nach draußen. Es ist sehr spannend seine neuen Sinne zu erforschen und nachts ist es Anfangs einfacher sich zu konzentrieren." Max sah mich fragend an und ich nickte. Valentina sprang auf und streckte sich. Man konnte ihr die Unternehmungslust ansehen und auch ich war sehr gespannt, was mich erwartete.
Mittlerweile war es wieder Abend geworden. Ich hatte tatsächlich einen ganzen Tag damit verbracht Blut zu trinken um dieses unglaubliche Verlangen zu stillen.
Max öffnete die Tür und wir liefen hinaus in die Nacht.
Der Himmel war bewölkt und es nieselte leicht. Doch trotz der Dunkelheit konnte ich ausgezeichnet sehen. Wir bewegten uns schnell und lautlos. Es war Anfang Oktober und ich spürte die Kälte zwar auf meiner Haut, aber sie machte mir nichts aus.
Wir liefen bis zu einem Waldrand ungefähr sechs Meilen von South Trenton entfernt und obwohl wir die ganze Zeit sehr schnell rannten, war ich kein bisschen außer Atem.
"Was machen wir hier?" fragte ich Max.
"Valentina ernährt sich nur von Tierblut. Sie muss hier auf die Jagd gehen. Hinter diesem Wald liegt ein Sumpfgebiet. Das heißt es wimmelt nur so von Tieren. Wenn du möchtest, kannst du auch mal dein Glück versuchen." Er sah mich herausfordernd an.
Ich beobachtete Valentina, sie schien nicht auf unser Gespräch zu achten sondern blickte aufmerksam in den völlig finsteren Wald hinein. Ihr Körper war angespannt wie der einer Raubkatze, kurz bevor sie zum Sprung ansetzt.
Es knackte irgendwo im Unterholz und Valentina schoss los. Da sah auch ich das Reh, dass auf der Suche nach Nahrung durch den Wald streifte. Es hatte uns anscheinend nicht bemerkt.
Ich hörte ein
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