Blutsverwandte: Thriller (German Edition)
berührt, Giles?«
»Nein«, sagte er.
Sie sah auf sein Geschlecht. »Mann. Und jetzt kriegst du schon allein beim Gedanken daran einen bescheuerten Ständer. Demnächst vögelst du noch Tote.«
»Nein, ich mag lieber Frauen, die noch warm sind. Offen gestanden …«
»Vergiss es. Wo hast du geparkt?«
»Zwei Straßen weiter.«
»Hat irgendjemand dich und deinen dicken steifen Schwanz die Straße zu meinem Haus entlanggehen sehen?«
»Nein.«
»Hoffst du. Hast du Handschuhe dabei?«
Er zeigte sie ihr.
»Okay, dann steig in den BMW …«
»Du hast dir Dexters Wagen geliehen?«
»Dexters Wagen? Gott, nein. Ich habe mir selbst einen gekauft.«
Sein erstaunter Blick amüsierte sie.
»Warum?«
»Glaubst du, irgendjemand in Roys Nachbarschaft denkt sich etwas dabei, wenn er einen BMW in Roys Garage fahren sieht? Dex ist ziemlich oft dort gewesen, vor allem in letzter Zeit, nicht?«
Nun war er misstrauisch geworden, das sah sie ihm an. Höchste Zeit, ihn in Sicherheit zu wiegen. Sie fuhr ihm durch die Haare. »Wie gesagt, steig in den BMW. Er steht in der Garage. Ich komme gleich nach. Aber zuerst muss ich auch für dich noch einen Overall und Überschuhe einpacken.«
Er gab ihr einen Kuss und ging zur Garage.
Der Kuss war ein erträgliches Ärgernis. Doch es behagte ihr nicht, dass er, ohne zu fragen, wusste, wo der Eingang zur Garage war.
Das Wichtigste daran brachte sie allerdings zum Schmunzeln: dass er ihr gehorchte.
41. KAPITEL
DIENSTAG, 2. MAI, 09:56 UHR HUNTINGTON BEACH
Im Badezimmer war es dunkel, obwohl die Tür offen stand, denn das Licht im Flur war aus. Genie hatte es vorsorglich ausgeknipst, während sie vorgab, Carrie zu suchen. Die Dunkelheit machte es weniger wahrscheinlich, dass die Jungen hierherkommen würden. Carrie stand hinter dem Duschvorhang und sah auf die Leuchtanzeige ihrer Armbanduhr. Dad legte im Allgemeinen großen Wert auf Pünktlichkeit.
Sie hörte, wie Genie durchs Haus ging und den Jungen zurief, dass sie sie gleich haben werde. Genie stieg die Treppen hinauf und wieder hinunter, ging in die Garage und wieder hinaus.
Carrie wusste, dass Genie irgendetwas im Schilde führte, doch sie begriff erst nach einer Weile, dass sie Zeit bis zum Aufbruch schinden wollte. In Gedanken ging Carrie ihre eigenen Pläne noch einmal durch und klopfte sie auf eventuelle Probleme ab.
Sie würde warten, bis Dad mit den anderen Kindern zu Großvater aufgebrochen war, und sich dann hinausschleichen. Anschließend würde sie sich mit Ms. Kelly treffen und ein paar Minuten mit ihr reden, ehe sie wieder nach Hause eilte. Mit etwas Glück wäre Mom noch nicht aufgestanden. Mom konnte sie ja dann später zu Großvater bringen.
»Kinder! Steigt ins Auto!«, hörte sie ihren Vater von oben rufen.
»In welches?«, rief Genie von irgendwo Richtung Küche zurück. Offenbar suchte sie nicht besonders intensiv nach den Jungen.
»In den Geländewagen«, rief Dad. »Beeilt euch. Wir fahren jetzt.«
Carrie fand, dass seine Stimme seltsam klang, irgendwie verstört.
»Alle raus jetzt, alle frei!«, rief Genie und beendete damit das Spiel.
Die Jungen quiekten vor Begeisterung und kamen aus ihren Verstecken. »Wir haben gewonnen! Wir haben gewonnen!«
»Ja, ihr habt gewonnen.«
»Steigt jetzt sofort ein!«, brüllte Dad, und sie verstummten.
Carrie hörte, wie Genie die Jungen den Flur entlangscheuchte, und sah sie kurz an dem dunklen Badezimmer vorbeihuschen. Wenn Dad so wütend war, wäre es vielleicht besser, sie würde aus ihrem Versteck kommen und sich zu ihnen gesellen. Vielleicht sollte sie ihren Plan an einem anderen Tag umsetzen.
»Jungs, wollt ihr Carrie und mir helfen?«, hörte sie Genie leise fragen, und die beiden stimmten rasch zu.
»Gut! Also, bei dem Spiel tun wir so, als ob …«
Den Rest verstand Carrie nicht mehr, da sich die Tür zur Garage hinter ihnen geschlossen hatte.
Dad kam den Flur entlang, allerdings klangen seine Schritte sonderbar, fast, als würde er stolpern. Carrie musste ein verblüfftes Japsen unterdrücken, als er das Badezimmerlicht einschaltete. Bestimmt hatte er sie gesehen. Als er wieder aus ihrem engen Blickfeld verschwand, duckte sie sich und wartete darauf, dass der Vorhang zurückgezogen würde.
Stattdessen hörte sie zu ihrem Entsetzen, wie er sich übergab.
Die Augenblicke zogen sich in die Länge. Die Toilette wurde gespült, und Wasser lief ins Waschbecken. Sie hörte ihn schluchzen, während er sich wusch.
Fast wäre sie
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