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Blutsverwandte: Thriller (German Edition)

Blutsverwandte: Thriller (German Edition)

Titel: Blutsverwandte: Thriller (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Jan Burke
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und da haben Genie und ich die anderen sozusagen ausgetrickst.«
     
    »Die Garagentür steht offen«, sagte Giles angewidert. »Dieser Idiot hat sie nicht zugemacht.«
    Cleo hatte eigentlich vorgehabt, das Terrain zu sondieren, zu erkunden, wie viel auf der Straße los war, und dann um den Block zu fahren und ein Stück entfernt zu parken. Als sie sah, dass die Garagentür offen stand und die Straße völlig unbelebt war, überlegte sie es sich anders.
    »Was zum Teufel machst du da?«
    Sie fuhr in die Garage, stieg rasch aus dem Wagen und schlug auf den Knopf, der das Tor schloss. Ehe das Tor unten war, fand sie den Lichtschalter.
    Wütend stieg Giles aus dem Wagen.
    Cleo hatte bereits das Anzugsakko abgelegt und schlüpfte nun in den Overall. Als sie seinen Blick sah, hob sie abwehrend eine Hand in die Höhe. »Wag es bloß nicht, hier drin herumzubrüllen.«
    Er holte scharf Atem, sagte jedoch nichts. Sie richtete sich auf und stützte lässig die Hände in die Hüften.
    »Möchtest du auf mich schießen? Na los, mal sehen, wer schneller zieht.«
    Er schüttelte den Kopf. »Nein, natürlich nicht.«
    »Okay. Jetzt hör mir mal zu, Giles, und zwar gut. Das ist mein Beruf. Es ist das, was ich am besten kann. Du dagegen bist nicht einmal Amateur. Du bist Tourist. Du wirst also tun, was ich dir sage, und du wirst dir Fragen verflucht noch mal verkneifen. Wenn alles vorüber ist, kannst du wieder den großen Zampano spielen. Aber nicht vorher. Hab ich mich klar ausgedrückt?«
    »Ja.«
    »Gut. Und jetzt geh ins Haus und ruf nach Victoria.«
    »Was?«
    »Giles, du tust es schon wieder.«
    Er schluckte schwer. »Sie schläft bestimmt. Roy hat ihr was gegeben.«
    »Du hast ihm doch auch gesagt, er soll das verdammte Garagentor zumachen, oder?«
    »Ja«, erwiderte er dermaßen kleinlaut, dass sie ein Schauer der Erregung überlief.
    »Falls sie also zufällig doch noch wach sein sollte, dann erkennt sie dich und reagiert auf dich ganz anders, als sie auf jemand Fremden reagieren würde, stimmt’s? Überrede sie, nach unten zu kommen, und bring sie hier raus zu mir. Dann gibt es im Haus weniger Indizien, richtig?«
    »Ja, sicher.«
    Er griff nach seiner Waffe, doch sie hinderte ihn, indem sie ihn schnell am Handgelenk packte.
    »Herrgott noch mal, lass das. Was ist denn in dich gefahren?« Sie lächelte. »Hab keine Angst vor ihr, Giles. Sie ist betäubt und hat nicht die leiseste Ahnung, warum du hier bist.«
    »Stimmt.«
    Als er an der Tür ins Haus anlangte, klingelte ihr Mobiltelefon. Giles zuckte zusammen, und sie hätte ihn fast ausgelacht.
    Der Klingelton sagte ihr, dass der Anrufer Roy war. Gut. Sie hatte ihn ohnehin anrufen wollen. Allerdings wollte sie nicht vor Giles mit ihm reden. Trotzdem musste sie herausfinden, was er wollte. Sie machte eine abwehrende Handbewegung zu Giles und meldete sich.
    »Hallo?«
    »Hi«, sagte Roy. »Gott, bin ich froh, dass ich dich erreiche. Blas es ab. Alles. Carrie ist im Haus.«
    »Ich fürchte, das wird nicht gehen. Moment mal bitte.«
    »Giles, mach schnell!«, rief sie ihm zu.
    »Wer ist dran?«, wollte Giles wissen.
    »Das Umzugsunternehmen. Ich muss das jetzt klären. Ich bin hier, wenn du mich brauchst.« Sie sah ihn unverwandt an.
    Er ging ins Haus.
    Giles wäre am liebsten auf der Stelle zurück in die Garage gegangen, um zu verlangen, dass sie auflegte und …
    Ein schrilles Geräusch unterbrach seinen Gedankenfluss. Was zum Teufel war das?
    »Victoria?«, rief er. Und dann noch einmal lauter: »Victoria!«
    Das Pfeifen hörte nicht auf, als er darauf zuging. Irgendeine Art von … ach du großer Gott, es war die Alarmanlage.
    »Victoria!«, schrie er verzweifelt.
     
    Sowie sich die Tür geschlossen hatte, sagte Cleo leise: »Ja, Giles ist bei mir! Hör mir zu, Roy, und schnapp dir einen Zettel und einen Stift, weil wir nur ungefähr eine Minute haben, um dein Leben und das der Kinder zu retten. Ich habe dir doch heute Morgen gesagt, du sollst nicht den Geländewagen nehmen, weil da bestimmt irgendein Peilsender dran ist. Du kannst Gift drauf nehmen, dass Giles euch alle reinlegt. Fahr nicht – ich wiederhole, fahr nicht – zu dem Treffpunkt, den er genannt hat. Fahr zu folgender Adresse.« Sie nannte ihm die Anschrift eines ihrer Ferienhäuser. »Das ist mein Haus. Dort seid ihr in Sicherheit. Die Tür geht mit einem Zahlencode auf.« Sie nannte ihm die Kombination. »Außerdem gibt es noch eine Sprengfalle, die nicht mit der Alarmanlage verbunden ist.« Sie

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