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Blutsverwandte: Thriller (German Edition)

Blutsverwandte: Thriller (German Edition)

Titel: Blutsverwandte: Thriller (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Jan Burke
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auf den Stuhl sinken. »Oh, hallo, Caleb. Du willst natürlich wissen, was gestern war. Tut mir leid, ich hätte dich gleich anrufen sollen, als ich von den Garcias zurückgekommen bin.« Ich berichtete ihm kurz, was wir erfahren hatten. Er freute sich und hatte eine Menge Fragen, von denen ich ihm einige beantwortete. »Ich kann jetzt nicht weiter ins Detail gehen«, entschuldigte ich mich schließlich. »Ich bin gerade erst ins Büro gekommen. Nach der Arbeit kann ich dir mehr sagen. Du könntest aber auch Ethan anrufen. Er war schon wach, als ich heute Morgen gegangen bin.«
    Er bedankte sich und meinte, das würde er tun.
    Lydia kam mit den Notizzetteln herüber, ehe ich das Telefongespräch beendet hatte. »Deine Mailbox ist voll«, erklärte sie, sowie ich aufgelegt hatte. »Hoffen wir mal, dass einer der Anrufer dir helfen kann, sie zu finden.«
    »Oder ihrem Vater.«
    Das schien sie zu amüsieren, doch sie sagte nur: »Sprich lieber mal mit John.«
    Das Gespräch mit John dauerte nicht allzu lange. Der Artikel gefiel ihm. Mark hatte seine gewohnte Feinarbeit abgeliefert, indem er den Aspekten der Geschichte nachgegangen war, die die polizeilichen Ermittlungen im Fall Carla Ives betrafen. Sein Bericht über die einschlägigen Bemühungen ergänzte meinen Artikel.
    Ich erzählte John von meinem Besuch bei den Garcias, worauf er Mark hereinrief, um alles zu besprechen. Wie ich es nicht anders erwartet hatte, schärfte er mir ein, meine Pfoten von der Geschichte zu lassen, da sie so eng mit dem Las Piernas Police Department verknüpft war. Wäre sie gewissen anderen Reportern aus unserer Redaktion übergeben worden, hätte ich vielleicht nicht so gelassen reagiert.
    Ich ging zu meinem Schreibtisch zurück und begann, die Nachrichten auf meiner Mailbox abzuhören. Es gab einige weitere Anrufe von Eltern, deren Kinder verschwunden waren und die alle wollten, dass ich einen Artikel über ihr eigenes Kind schrieb. Ich konnte ihre Verzweiflung verstehen, war mir allerdings nicht sicher, ob sie begreifen würden, dass ich bereits die Höchstmenge an Artikeln überschritten hatte, die ich über das Thema schreiben durfte, und ich auch nicht diejenige war, die darüber entschied, was Tag für Tag in der Zeitung erschien. Kurz sann ich darüber nach, wie die Zeitung wohl aussehen würde, wenn ich dafür verantwortlich wäre, ehe mir einfiel, welche Kopfschmerzen mit dieser Machtposition verbunden wären, und ich mich wieder der Mailbox zuwandte. In einigen Nachrichten ging es um Kinder, die angeblich von nicht sorgeberechtigten Elternteilen entführt worden waren.
    Ein paar stammten auch von Leuten, die glaubten, ein Mädchen gesehen zu haben, das Carla Ives ähnelte. Zwei davon erkannte ich als Leute, die mehrmals die Woche bei der Zeitung anriefen und behaupteten, etwas zu verschiedenen Artikeln zu sagen zu haben. Von den anderen machte ich mir eine Liste, obwohl die meisten vage klangen – wie der Anruf des Mannes, der behauptete, sie zusammen mit einem anderen kleinen Mädchen in einem Supermarkt in Huntington Beach gesehen zu haben, jedoch keine Ahnung hatte, wo sie wohnte oder mit wem sie unterwegs gewesen war. Als er hinzufügte, sie sei mittlerweile womöglich taub, da die beiden Mädchen Gebärdensprache benutzt hatten, war ich mir fast sicher, dass er ein anderes Mädchen gesehen hatte.
    Etwa in der Mitte des Bands erwartete mich eine Überraschung. »Meine Tochter Jenny wird seit fünf Jahren vermisst«, sagte eine Frauenstimme, »und mein Sohn wurde fälschlicherweise beschuldigt, sie und meinen Mann umgebracht zu haben. Mein Name ist Elisa Fletcher …«
    Sie hinterließ eine Telefonnummer und die Bitte, sie so bald wie möglich zu kontaktieren. Ich zögerte, ehe ich mir ihren Namen und ihre Nummer auf einem zweiten Zettel notierte und ihn Mark gab. »Die Neugier bringt mich um«, gestand ich. »Irgendwann will ich auch selbst mit ihr reden, aber ich will mich nicht in deine Geschichte drängen.«
    An meinen Schreibtisch zurückgekehrt, bekam ich einen Anruf von Reed. Er hatte ein paar Fragen über die Fletcher-Zahnärzte, von denen ich ihm die meisten nicht beantworten konnte.
    »Aber ich habe viel über Sheilas Anwesenheit an der Begräbnisstätte von Gerald Serre nachgedacht«, sagte ich.
    »Ach?«
    »Hat man die DNA-Untersuchung an den Zigarettenkippen beschleunigt, die dort gefunden wurden?«
    »Das ist aber nicht für die Öffentlichkeit bestimmt«, erwiderte er. »Woher wissen Sie davon?«
    »Das

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