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Castle 3: Heat Rises - Kaltgestellt (German Edition)

Castle 3: Heat Rises - Kaltgestellt (German Edition)

Titel: Castle 3: Heat Rises - Kaltgestellt (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Richard Castle
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immer noch in der Unterzahl, aber wenigstens hatte sie jetzt eine Waffe.
    Sirenen ertönten. Sie waren noch nicht sehr nah, aber zweifellos unterwegs.
    Gerade als sie sich für ihre Verteidigung in Position gebracht und das Gewehr auf dem Rand der Mauer abgestützt hatte, sah sie eine schemenhafte Bewegung und konnte beobachten, wie zwei Gestalten in den Wald flohen.
    Nikkis Körper begann zu zittern, doch sie blieb wachsam. Erst als die Sirenen lauter wurden und sie das Blaulicht erkennen konnte, entspannte sie sich ein wenig. Mit dem Gewehr in den Händen lehnte sich Heat mit dem Rücken gegen die Mauer und sah zu dem Schloss hinauf, das ihre Rettung gewesen war.
    Die Zeit hatte sich für Nikki erst verlangsamt und war schließlich ganz stehen geblieben. Die folgenden Minuten rauschten kaum wahrnehmbar an ihr vorüber. Ein Psychologe hätte wohl gesagt, dass sie sich nicht abgeschottet, sondern sich ergeben hätte. Sie hatte all diese Strapazen durchgemacht, war gejagt und beschossen worden, ihren Verfolgern ausgewichen und hatte schließlich selbst gejagt und getötet. Und nun konnte Heat die Kontrolle anderen überlassen. Für sie bestand darin der größte Luxus des Überlebens.
    Die Ereignisse verloren ihren Zusammenhang und vermischten sich in Nikkis Erinnerung miteinander. In einem Moment erschien ein Gesicht vor ihr und beruhigte sie. Im nächsten tauchten Hände in Gummihandschuhen auf, nahmen ihr das Gewehr ab und steckten es in eine große Plastiktüte. Ihre Lederhandschuhe wurden ihr ausgezogen, und ihre Handflächen waren nass von geschmolzenem Eis und Blut. Sie bemerkte, dass sie in einem Krankenwagen saß, konnte sich aber nicht daran erinnern, wie sie dort hingelangt war. War sie gelaufen? Büsche teilten sich in Zeitlupe, während ihre beiden Angreifer flohen. Nein, das war vorher gewesen … Sie hatte eine Halluzination von Elmer Fudd. Elmer Fudd mit einer Jägermütze mit Ohrenklappen und einem riesigen Fernglas um den Hals. Auf seinen Augenbrauen sammelten sich Schneeflocken. Kaffee in einem Becher warf kleine Wellen, weil ihre Hände zitterten. Ein Sanitäter leuchtete ihr mit einer winzigen Taschenlampe in die Augen und nickte zufrieden. Sie zog sich die Decke enger um die Schultern. Wo war die Decke hergekommen?
    Als die beiden Schussermittler aus Downtown zu ihr in den Krankenwagen kamen, stürzte Heat den Rest ihres Kaffees herunter, um ihre Konzentration zurückzuerlangen. Sie zwang sich, alles noch einmal zu durchleben, und erläuterte den Ermittlern die ganze verdammte Geschichte. Sie machten sich Notizen und stellten Fragen. Zuerst Klärungsfragen und dann noch einmal dieselben Fragen, aber anders formuliert, um festzustellen, ob sich ihre Antworten deckten. Sie hatte das alles schon öfter durchgemacht und die Ermittler ebenfalls. Ihre Antworten waren klar, und die Unterhaltung blieb höflich. Doch das Ziel der Ermittler unterschied sich von ihrem. Sie wollten herausfinden, ob sie nach Vorschrift getötet hatte. Sie wollte die Mistkerle schnappen, und dafür musste sie diese Befragung überstehen, denn nur dann konnte sie wieder an die Arbeit gehen und genau das tun.
    Wie sich herausstellte, war Elmer Fudd gar keine Halluzination – auch wenn er einen anderen Namen hatte. Der alte Mann mit dem Fernglas und der Jägermütze hieß in Wahrheit Theodore Hobard. Er war Vogelbeobachter und hatte den ganzen Morgen im Turm des Schlosses verbracht und darauf gewartet, dass eine Ost-Kreischeule in ihren Unterschlupf in einem Baum in der Nähe des Turtle Ponds zurückkehrte. Auf diese Weise war Hobard Zeuge der Belagerung auf dem Innenhof unter ihm geworden und hatte per Handy die Polizei informiert. Heat dankte ihm für die Rettung. Er errötete, zog die Feder eines Rotschwanzbussards aus der Brusttasche seines Mantels und reichte sie ihr. Für Nikki fühlte sie sich wie eine Rose an.
    Zack Hamner kam in einem schwarzen Crown Victoria herangefahren und gesellte sich zu den Anzugträgern aus Downtown. Heat beobachtete, wie sie sich kurz berieten, wobei einer der Detectives auf den Pavillon und der andere in Richtung des Waldes deutete, wo ein Spürhund seinen Hundeführer ins Dickicht führte. Als der Hammer auf den Krankenwagen zukam, starrte er zu der Leiche unter der Plane. „Freut mich, zu sehen, dass Sie diese Sache überstanden haben, Detective“, sagte er und sah zu ihr auf.
    „Geht mir ähnlich.“ Nikki verschränkte die Arme unter der Decke, da sie sich nicht danach fühlte, dem

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