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Cataneo - Der Weg Splendors (German Edition)

Cataneo - Der Weg Splendors (German Edition)

Titel: Cataneo - Der Weg Splendors (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Christin Thomas
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und Gärten, die von kunstvollen Brunnen geziert wurden. Nie hätten sie gedacht, dass das Ziel ihrer Reise die glorreiche Stadt Neckmar sein würde. Neckmar: ein Ort des Reichtums, der einem den Atem rauben konnte – so hatten sie es von einigen Handelsreisenden in Zitelia gehört. Und nun konnten sie sich davon überzeugen, dass dem tatsächlich so war. Ihre Ankunft in der Stadt hätte nicht freudvoller verlaufen können.

    Vor Hunderten von Jahren lebten an diesem Ort die damaligen Könige Cataneos friedlich beisammen. Sie formten die Stadt nach ihren Vorstellungen von einer gemeinsamen, großen, lieblichen Heimat. Doch trotz der Schönheit der Stadt zogen sich die Könige nach der großen Schlacht in ihre eigenen Ländereien zurück und waren nur noch selten in Neckmar anzutreffen. Daher war König Zorthan recht erfreut als König Carus ihn aufsuchte. Zorthan hatte viel erhofft und erwartet, jedoch sicherlich nicht die Kunde, die ihm Carus aus Zitelia brachte.
    »Die Kreaturen Vortex’ sind zurück und berauben uns unserer nächtlichen Freiheit«, berichtete König Carus aufgelöst, kaum dass er in Neckmar angekommen war.
    Die Nachricht überraschte Zorthan, den Dritten sehr und er überließ ihm einen gesamten Flügel seines Schlosses, in dem König Carus endlich wieder Schutz und Schlaf fand. In den darauffolgenden Tagen berieten sie sich eingehend und sahen letzten Endes nur einen einzigen Ausweg: Zitelia musste kapitulieren und die Bewohner sollten in Sicherheit gebracht werden. Zorthan, der Dritte hatte sofort eingewilligt allen Unterkünfte zur Verfügung zu stellen und den Vertriebenen einen festlichen Empfang in Neckmar zu bereiten. Carus war wahrlich erfreut über die großzügige Gastfreundschaft, die ihnen Zorthan zukommen lassen wollte, und wusste die Rückkehr in die königliche Heimat umso mehr zu schätzen. Und so trafen die beiden Könige sofort nach ihrem Beschluss Vorkehrungen, um ihren Plan zur Rettung von Zitelias Bewohnern in die Tat umzusetzen.

    König Zorthan, der Dritte war höchst erfreut, als Annoth und Morris am späten Nachmittag den Thronsaal betraten. Die fünfhundert Reisenden rasteten derweilen auf dem prachtvollen Marktplatz, der extra für sie geräumt worden war, damit sie sich von der anstrengenden Reise ausruhen konnten.
    Annoth schritt seinem König stolz entgegen. Als er den großen Thronsaal durchquert hatte und vor dem auf dem Thron sitzenden König stand, beugte er das Knie und senkte den Kopf als Zeichen seiner Ehrerbietung. »Ich habe Eurem Befehl Folge geleistet, mein König. Sie sind alle hier und unversehrt.«
    Lächelnd bat König Zorthan seinem treuen Krieger aufzustehen. »Wahrlich grandios, Annoth. Ich wusste, dass ich Euch Vertrauen schenken konnte. Ihr habt mich noch nie enttäuscht.« Dann blickte er zu Morris, der sich dem Thron seit seinem Eintreffen im Saal noch keinen Meter genähert hatte. »Und Ihr? Ihr seid Hauptmann Morris?«, fragte er und winkte ihm, näher zu treten.
    »Ja, fürwahr, der bin ich, Eure Hoheit«, antwortete Morris kühl und näherte sich langsam dem Thron, der ihm protzig und kitschig vorkam. Aus reinem Gold gemacht und mit Edelsteinen besetzt glich er mehr einem Schmuckstück als einem Stuhl, fand er.
    »Wollt Ihr Euch nicht vor meiner Güte verneigen und mir Eure Ehrerbietung erweisen? Ich habe Euch schließlich eine neue, sichere Heimat geschenkt«, sagte der König so hochmütig, dass es selbst Annoth wunderte, seinen König so sprechen zu hören.
    »Eine … Heimat?« Morris räusperte sich. »Bitte verzeiht, verehrter König, aber es ist meines Erachtens etwas voreilig, zu behaupten, Neckmar wäre für mich oder die fünfhundert Männer, Frauen und Kinder eine sichere Heimat. Sie wissen, warum sie hier sind. Sie wissen längst, dass keine Stadt Cataneos mehr wirklich sicher ist und dass wahrscheinlich kein Ort der Welt mehr Heimat für sie werden kann. Dabei ist es ganz gleich, wie viele Mauern Euch und die Euren schützen. Die Kreaturen der Finsternis werden Eure Straßen früher oder später ebenso in Dunkelheit tauchen, wie sie es mit Zitelia getan haben – und weitere Städte werden folgen. Ich möchte nicht undankbar erscheinen – wir sind froh, dass Ihr uns so großzügig aufgenommen habt. Auch will ich Euch keinesfalls zu nahetreten, Hoheit. Aber ihr habt nicht gesehen, was wir sahen. Dies wird nicht das Ende unserer Reise sein, fürchte ich, und so werde ich es auch meinem König berichten. Es gibt keinen Grund zum

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