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Chaosprinz Band 2

Chaosprinz Band 2

Titel: Chaosprinz Band 2 Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Katja 'libbyreads' Kober
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immer stinkt?«
    »Mann, langsam hoffe ich, dass es doch irgendeinen Killer gibt, der kommt und uns überfällt«, mault Alex genervt. »Vielleicht habe ich ja Glück und er erwürgt dich…«
    Mir ist natürlich klar, dass er mich nur ruhigstellen will und es nicht ernst meint, doch so leicht kommt er mir nicht davon.
    Ich tue schrecklich verletzt, schiebe meine Unterlippe nach vorne und sehe ihn mit meinem vorwurfsvollsten Rehblick an. Trotz der Finsternis kann er den Ausdruck auf meinem Gesicht deutlich erkennen – und springt auch gleich darauf an.
    »Bambi«, murmelt er leise und rutscht ein Stück näher. »Ich kann dir einfach im Moment nicht sagen, wo wir hinfahren, weil ich es selbst nicht so richtig weiß.«
    Ich lasse es zu, dass er den letzten Rest an Abstand zwischen uns verschwinden lässt und nun ganz dicht neben mir sitzt. Vorsichtig legt sich sein rechter Arm um meine Schultern. Angst und Furcht werden von dem Duft seiner Haut, der Wärme seines Körpers und der Tiefe seiner Stimme bekämpft, besiegt und vertrieben. Mein Herz schlägt voll und kräftig in meiner Brust. Ich lehne mich seufzend an ihn, lege meinen Kopf auf seine Schulter und schließe die Augen.
    »Hast du immer noch Angst?«, raunt Alex an meiner Stirn.
    »Nicht mehr so sehr«, antworte ich leise.
    »Du und deine komischen Fantasien.« Er grinst, das kann ich hören. »Du bist ein kleiner Feigling.« Langsam drehe ich den Kopf so, dass ich sein Gesicht sehen kann.
    »Warum? Weil ich mich vor Dingen fürchte? Jeder hat doch vor irgendetwas Angst. Du auch.«
    Er schweigt, atmet tief aus und schließt die Augen.
    »Lass uns einen Deal machen«, schlage ich vor. »Du wirst mich vor allen Killern, Clowns und Riesenspinnen dieser Welt beschützen und ich… ich sorge dafür, dass deine Ängste niemals wahr werden: dass du niemals verlassen wirst und allein bist…«
    Er antwortet nicht gleich. Ich kann sein Herz spüren, wie es unter meinen Fingern schlägt.
    »Das sind sehr große Versprechen, die du da gibst«, meint er schließlich mit rauer Stimme.
    »Du doch auch. Du wirst einiges zu tun haben, ich werde nämlich ziemlich oft von Clowns angegriffen«, sage ich lächelnd.
    Er lacht leise. »Dann muss ich mir das noch mal überlegen.«
    »Tu das, auf dem Weg nach Dubai…«
    »Bambi…«, stöhnt er lachend.
    »Ich will nach Dubai!«
    »Nein.«
    »Wohin fahren wir dann?«
    »Manchmal bist du wirklich noch ein kleines Kind«, er schüttelt verzweifelt den Kopf. »Bei einem Road Trip geht es doch darum, dass man vorher nicht weiß, wo man hinfährt und was man alles auf dieser Reise erlebt.«
    »Stimmt, und der Sinn eines Road Trips ist auch immer derselbe: Die Hauptdarsteller müssen eine Krise in ihrem Leben lösen und Antworten finden…«
    Alex schweigt.
    »Denkst du, du wirst am Ende wissen, wie du mit deinem Vater umgehen willst?«, frage ich vorsichtig.
    »Keine Ahnung, ich will auch nicht darüber reden… Das Einzige was ich mit Sicherheit weiß, ist, dass ich auf keinen Fall in diesem Haus bleiben konnte.«
    Sein Herz unter meiner Hand trommelt jetzt so stark, dass ich ein bisschen Angst bekomme. Zart beginne ich, über seine Brust zu streicheln, als ob ich das heftig pumpende Organ so beruhigen könnte.
    »Wir finden schon eine Lösung«, meine ich leise.
    »Hm…«
    Das stetige, rhythmische, laute Trommeln auf dem Autodach und das stetige, rhythmische, leise Trommeln in Alex' Brust, beides hat, auf zwei unterschiedliche Weisen, etwas Beruhigendes an sich. Ich bin entsetzlich müde, schließlich habe ich kaum geschlafen und Alex wahrscheinlich gar nicht.
    Ich gähne herzhaft. Er rutscht in eine etwas bequemere Position und zieht mich fest in seinen Arm. Ich schmiege mich an seine Brust, seufze leise und schließe die Augen.
    »Gute Nacht«, nuschle ich.
    »Nacht, Bambi«, flüstert er. Seine Lippen berühren meine Stirn. Kurz. Zart.
    »Ich freue mich so auf Dubai…«, hauche ich mit geschlossenen Augen. Er lächelt. Ich weiß es.
    ***
    Als ich die Augen wieder öffne, liege ich auf der Rückbank des kleinen Fords. Mein Kopf lehnt an der harten Autotür, mein Oberkörper liegt etwas schräg auf dem Sitz und die Beine knien halb auf dem Boden. Ich fühle mich seltsam verdreht. Verwirrt und müde reibe ich mir die Augen und versuche, mich aufzurichten.
    »Wo…?«, krächze ich verschlafen.
    »Du bist einfach nicht wachzukriegen«, beschwert sich eine tiefe Stimme neben mir. »Ich habe dich gerufen, geschüttelt und gezwickt –

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