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Charlies Planet

Charlies Planet

Titel: Charlies Planet Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Gordon R. Dickson
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einschlief.
    Im Morgengrauen erwachte er, setzte sich auf und spritzte kaltes Wasser in sein Gesicht. Als er hellwach war, ging er nach hinten zu Mattie.
    »Du kannst dich hinlegen«, sagte er. »Jetzt übernehme ich das Steuer.«
    Müde nickte sie, übergab ihm das Steuerruder, wankte zum Bug und fiel auf die Schlafstatt, von der er sich soeben erhoben hatte, türmte Schlafsäcke und Decken auf sich und schlief sofort ein.
    Cary konzentrierte sich auf das Steuer. Beiläufig tauchte er einen Arm in den Fluß, füllte die Handfläche mit Wasser und trank. Das Floß schwamm mit hoher Geschwindigkeit, aber die Strömung war ruhig und gleichmäßig.
    Während der folgenden Stunden nahm der Fluß an Breite zu und an Strömungsgeschwindigkeit ab. Schließlich, so meinte Cary abschätzen zu können, war das Flußbett doppelt so breit wie an ihrem Ausgangspunkt. Nun erkannte er gelegentlich weinüberrankte Blockhütten zwischen den am nächsten stehenden Bäumen, aber bei keinem dieser Bauten war eine Spur von Leben zu bemerken.
    Die Abstimmung, dachte Cary. Sie sind in die Stadt gereist, um an der Abstimmung teilzunehmen.
    Er blickte zu dem unförmigen Haufen, unter dem Mattie ruhte, aber nichts rührte sich. Er überlegte, ob er das Floß ans Ufer lenken und eine Rast einlegen solle. Aber die Stadt lag noch in weiter Entfernung, und bei Charlies Zustand … Was ihn, Cary betraf – er würde die Strapazen auf jeden Fall überstehen. Schlafen konnte er später.
    Er steuerte das Floß weiter flußabwärts, bis das Wasser sich in ein leuchtendes, das Morgenlicht reflektierendes Band verwandelte.
    Eine Zeitlang später, als es schätzungsweise zehn Uhr war, lenkte er das Floß ans Ufer, befestigte es, ging an Land und kochte Kaffee. Als das Getränk fertig war, füllte er einen Becher und kehrte damit auf das Floß zurück. Den Becher in der Hand, kauerte er sich neben den Berg aus Schlafsäcken und Decken, unter dem Mattie sich vergraben hatte. Behutsam schälte er ihr Gesicht aus der Umhüllung.
    Einen Moment lang verharrte er zusammengekauert neben ihr. In dem aufziehenden Morgenlicht besaß ihr Gesicht keine Spur von jener Verschlossenheit und Strenge, die er in Arcadia City ständig und während des Transports der Statue so oft an ihr beobachtet hatte. Seine Neugier erwachte, und er entsann sich jener Äußerung, die sie getan hatte, wie alt er sei. Was hatte sie gesagt, wie alt sie war?
    Neunzehn. Meistens wirkte sie älter. Nicht alt, aber jedenfalls älter. Nun, im Schlaf, sah sie jünger aus. Cary versuchte sich zu entsinnen, wie seine jüngere Schwester ausgesehen hatte, bevor sie an einer schlimmen grippalen Erkrankung starb. Mira war … wie alt gewesen? Zwölf. Von allen Familienmitgliedern hätte sie eigentlich zuletzt sterben sollen. Cary fragte sich, ob er, falls Mira noch lebte, in der Stadt geblieben wäre wie Mattie.
    Wahrscheinlich nicht. Mira wäre eine Frau geworden, hätte geheiratet oder sich einen Job verschafft oder dergleichen. Er wäre in die Wildnis gegangen, so oder so. Er hatte seinen Vater zu überreden versucht … Seine Gedanken kehrten in die Gegenwart zurück. Woran hatte er gedacht? Ja, an Mira, als sie jung war und schlief. Sah Mattie ihr ähnlich, wie sie hier lag?
    Er musterte eingehend ihr entspanntes Gesicht und dachte nach. Der Kaffee erkaltete in seiner Hand. Nein, irgend etwas an ihr erinnerte an Mira, aber Mattie war anders.
    Langsam öffneten sich ihre Augen, blinzelten in das Licht der aufsteigenden Sonne. Sie wandte den Kopf zur Seite und barg ihr Gesicht in den Decken.
    »Was gibt es?« nuschelte sie.
    »Ich habe Kaffee gemacht«, sagte Cary. Er bemerkte, wie sehr das Getränk abgekühlt war. »Ich wärme ihn wohl lieber noch einmal. Dauert nur eine Minute.«
    Er ging zurück zum Feuer, schüttete den Inhalt des Bechers wieder in den Topf, rührte um und füllte den Becher nochmals. Sie hatte sich mittlerweile auf einen Ellbogen gestützt, als er den frischen Kaffee brachte. Sie lächelte, als sie den Becher aus seiner Hand nahm.
    »Vielen Dank, Cary«, sagte sie, bevor sie trank. »Schmeckt sehr gut.«
    Er hockte neben ihr und sah ihr zu, während sie trank. Sie bemerkte es und senkte ihren Blick auf den Becher.
    »Wo sind wir?« forschte sie. »Was steht heute auf der Tagesordnung?«
    Er hörte sie, schenkte ihren Worten jedoch nur geringfügige Aufmerksamkeit.
    »Mattie …«, begann er.
    Ihr Kopf neigte sich über den Kaffee. Ihre Mundwinkel wurden hart.
    »Du hast mir noch

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