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Clancy, Tom

Clancy, Tom

Titel: Clancy, Tom Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Dead or Alive
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möglich, aber heutzutage nicht mehr. Zu
viele Rechtsanwälte, zu viele Journalisten, zu viele Blogger und Handycams und
Digitalkameras.
    »Und was
tun wir dagegen?«
    Jetzt hob
Ryan sr. abrupt den Kopf - ziemlich traurig, wie sein Sohn dachte. »Ich hab's
schon einmal versucht, erinnerst du dich?«
    »Und warum
ist Arnie hier?«
    »Seit wann
bist du so neugierig?«
    »Gehört zu
meinem Beruf, mir die Dinge gründlich anzuschauen und bestimmte Folgerungen zu
ziehen.«
    »Der Fluch
der Familie Ryan«, bemerkte van Damm.
    In diesem
Augenblick kam Sally herein. »Na, wer ist denn jetzt aufgetaucht?«
    »Na, hast
du heute schon an Leichen herumgeschnippelt?«, fragte Jack zurück.
    »Ja, und
sie dann wieder zusammengeflickt. Fällt mir immer richtig schwer, sie zur Tür
zu begleiten«, erwiderte Sally. »Jedenfalls viel besser, als Geld hin und her
zu schieben - dreckiges Zeug, das Geld, voll von Bakterien.«
    »Nicht,
wenn man es mit dem Computer hin und her schiebt. Sehr sauberer Job.«
    »Wie
geht's meinem ersten und einzigen Mädchen?«, mischte sich Jack sr. in das
Geplänkel.
    »Ich hab
den Salat gekauft - biologischer Anbau. Das einzig Wahre. Mom sagt, du kannst
jetzt mit dem Grillen anfangen.«
    Sally
hatte natürlich für Steaks nicht viel übrig, aber die Kochkünste des früheren
Präsidenten beschränkten sich nun einmal auf Steaks und Hamburger. Da nicht
Sommer war, konnte er die Steaks nicht auf dem Grill im Garten zubereiten,
sondern musste den Gasgrill in der Küche benutzen. Ihr Vater stand sofort auf
und ging mit ihr zur Küche.
    »Also, Mr.
van Damm«, sagte Jack, als sie allein waren. »Wird er es machen?«
    »Ich
denke, er muss, ob er will oder nicht. Das Land braucht ihn. Und du darfst mich
jetzt ruhig Arnie nennen, Jack.«
    Jack
seufzte. »Das gehört zu den Familienangelegenheiten, an denen ich überhaupt
nicht interessiert bin. Es bringt so viel Kummer mit sich, dass es sich nicht
lohnt.«
    »Das mag
sein - aber kann man zum eigenen Land Nein sagen?«
    »Weiß ich
nicht - es hat mich nie gefragt«, antwortete Jack, was eine kleine Lüge war.
    »Diese
Frage stellt sich ein Mensch in seinem Innersten. Und dein Vater hört sie
jetzt gerade. Was wird er tun? Verdammt, du bist sein Sohn! Du kennst ihn doch
besser, als ich ihn je kennen werde.«
    »Dads
Problem sind wir - Mama und wir, die Kinder. Ich glaube, seine größte Loyalität
gilt uns.«
    »Und das
sollte auch so sein. Sag mal: Gibt es ein nettes Mädchen in deinem Leben?«,
fragte van Damm.
    »Noch
nicht.«
    Das
stimmte nicht ganz. Mit Brenda ging Jack seit etwa einem Monat aus, und sie war
schon ein besonderes Mädchen, aber Jack war sich nicht sicher, ob sie ein ganz besonderes Mädchen war - die Sorte, die man seinen Eltern
vorstellte.
    »Irgendwo
wartet sie auf dich. Die gute Nachricht ist, dass auch sie in diesem Augenblick
nach dir sucht.«
    Jack
grinste. »Wenn Sie es sagen, Arnie, wird es wohl so sein. Die Frage ist nur, ob
ich schon alt und grau sein werde, wenn sie mich endlich findet?«
    »Hast du's
denn eilig damit?«
    »Nicht
besonders.«
    Sally
tauchte wieder in der Tür auf. »Essen ist fertig - für alle, die das Fleisch
einer harmlosen Kreatur verschlingen wollen, die niemandem etwas zuleide getan
hat, ermordet in Omaha, wahrscheinlich.«
    »Gut, aber
der Stier hatte ein erfülltes Leben«, meinte Jack.
    Arnie
nickte grinsend. »O ja, jeden Tag wurde ihm das Essen serviert, er hatte jede
Menge Freunde um sich, alle im selben Alter, musste nie weit zu Fuß gehen,
keine Wölfe in der Nähe, beste medizinische Versorgung bei jedem Wehwehchen,
keine Sorgen im Leben ...«
    »Nur eine«,
gab Sally über die Schulter zurück, während sie ihnen auf der Treppe nach
unten vorausging. »Am Schluss musste er eine steile Rampe hinaufklettern, um
sich in einem schmalen Stahlgitter von einem Bolzenschussapparat das Hirn
zertrümmern zu lassen.«
    »Ist dir
jemals der Gedanke gekommen, junge Dame, dass auch ein Salatkopf vielleicht
aufschreit, wenn er vom Stängel geschnitten wird?«
    »Man hört
sie eben so schlecht«, fügte Jack hinzu, »weil sie so winzige Stimmbänder
haben. Im Übrigen sind wir Fleischfresser, Sally. Deshalb ist unser Zahnschmelz
auch so dünn.«
    »Das zeigt
nur, dass wir uns schlecht angepasst haben. Das Cholesterin bringt uns um,
sobald wir die Fortpflanzungszeit hinter uns haben.«
    »Großer
Gott, Sally, willst du denn lieber nackt mit einem Steinmesser im Wald
herumlaufen? Und ist dein Ford Explorer ein

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