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Cruel World

Cruel World

Titel: Cruel World Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Neslihan Dadas
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jegliche Sorgen aus, wenn er schlief. Gestern hatte ich es gewagt mich ganz vorsichtig übr sein gesicht zu beugen, um die Strukturen in seiner Haut genau erkennen zu können, was mir durch das Mondlicht zum Glück ziemlich gut gelungen ist. Voller Erstaunen stellte ich dann fest, dass diese winzigen Strukturen einen Kreislauf von Sonne, Mond und Erde darstellten. Bis jetzt fragte ich mich, wie so etwas sein konnte. Aaran hatte auch Strukturen im Gesicht gehabt, die ich jedoch kaum beachtet habe. Doch gestern wurde mir klar, dass Alex und er dieselben hatten. Eigentich dürfte es mich nicht wundern, denn schließlich waren sie, wenn mich keiner von beiden angelogen hat, Zwillingsbrüder. Trotzdem sprachen so viele Anzeichen dafür, dass sie ein- und dieselbe Person waren.
Alex hatte mich, seit ich hier bin, schon fünf mal
Schönheit
genannt und danach war er immer einfach verschwunden. Als er wiederkam meinte er jedes mal, er wäre auf der Jagd für sich selbst gewesen, hätte jedoch nichts Ordentliches gefunden.
Es wurde immer merkwürdiger.
Seine gute Laune verging außerdem so langsam aus irgendeinem Grund. Dass er mich in den nächsten paar Tagen immer wieder wegen jeder Kleinigkeit anschrie jagte mir eine ungeheure Angst ein. Ich verstand überhaupt nicht, was ich falsch machte - vor allem nicht, wenn mir ab und zu beim Essen die Gabel aus der Hand fiel. So etwas war doch völlig menschlich und konnte jedem mal passieren! Wenn ich ihm das verzweifelt zu erklären versuchte, bezeichnetete er mich manchmal sogar als dumm und nervig. Noch hielt ich in einer solchen Situation meinen Mund und beschloss dann einfach leise zu sein, bis er sich ausgeschimpft und beruhigt hatte. Was mich jedoch am meisten störte war, dass er mich nicht mehr in die Arme nahm und beruhigend streichelte. Er hatte sich seit dem Tag, an dem wir in der Kirche gewesen waren, völlig verändert. Das war in der letzten Woche gewesen. Ich erkannte ihn überhaupt nicht mehr wieder. Tat er dies - weshalb auch immer - mit Absicht oder war es tatsächlich meine Schuld? Was könnte ich denn so Schlimmes getan haben? Egal, wie viel ich darüber nachdachte, mir fiel einfach nichts ein.
Deswegen mochte ich die Nächte so gerne. Wenn Alex schlief war er so ruhig, dass man selbst seinen Atem nur hören konnte, wenn man mucksmäuschenstill ist. Mir gefiel das sehr.
Sag mal, wann hast du das letzte mal etwas gegessen? wollte ich am Morgen, nachdem weitere vier Tage vergangen waren, wissen denn das war mein Hauptverdacht, was seine schlechte Laune hervorrufen könnte.
Antstatt mir zu antworten beschäftigte er sich bloß weiterhin mit dem Feuer, das aufgrund der Eiseskälte nicht warm genug zu werden schien. Außerdem blies der Wind es die ganze Zeit wieder aus, was ihn nur noch wütender machte.
Du solltest dir irgendein Tier suchen, Alex. Ich mache mir-
Natürlich! unterbrach er mich sarkastisch Und wenn ich wieder da bin, darf ich im Schnee bestimmt deine Leiche vergraben.
Beleidigt verzog ich das Gesicht. He, sei doch nicht die ganze Zeit so gemein zu mir! Ich habe schon vier mal ganz alleine gebadet und du warst nicht da! Wie du siehst, bin ich immer noch am Leben.
Ich habe dich immer nur eine Stunde alleine gelassen, Chalina-Anastasia. Wenn ich jedoch auf die Jagd gehe, dann könnte es mindestens einen Tag dauern.
Gerade als ich ihm mit dem Kopfkissen abwerfen wollte, kam mir eine geniale Idee in den Sinn, die wahrscheinlich sogar ihm gefallen könnte.
Darf ich etwas vorschlagen?
Wenn es nichts Sinnloses, wie sonst auch, ist, dann bitte.
Um ihn nicht anzuschreien, ballte ich meine Hände zu Fäusten. Also gut. Wie wäre es, wenn du das Blut der Tiere trinkst, die du mir danach zubereitest? So, wie du es einmal mit der kuh gemacht hast? Außerdem finde ich es wirklich merkwürdig, dass du für mich ganz schnell irgendwelches Essen findest und für dich selbst lange brauchen würdest.
Ich sah, wie er nickte.
Na schön, ich gebe es zu. Wenn ich auf die Jagd gehe, dann brauche ich ein bisschen mehr als nur
eine
Kuh oder
ein
Schwein. Du bist nur ein Mensch. Dich macht so etwas satt, mich aber nicht. Ein Vampir wurde nicht dazu geboren, Tierblut zu trinken und trotzdem tu ich es, auch wenn es mich viel Kraft kostet. Wenn ich, wie du sagtest, das Blut der Tiere trinken soll, die ich danach für dich gaaren lasse, dann würden sie nicht saftig werden. Ich weiß nun einmal, wie du das Essen am liebsten hast, Chalina-Anastasia.
Das erste mal nach zwei Wochen

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