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Cruel World

Cruel World

Titel: Cruel World Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Neslihan Dadas
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nicht, wieso hatte sie das bei unserer ersten Begegnung nach sechs Monaten wieder dann behauptet? Hatte sie Teresha davor wirklich noch gesehen? Waren die beiden noch immer befreundet? Oder hatte sie mich etwa angelogen?
Chalina, geht es dir gut? fragte Alex besorgt Du bist ganz schön blass.
Hm? Äh... mach dir keine Sorgen um mich. Ich versuchte ein Lächeln aufzusetzen. Ich sagte doch, dass ich es schon verkraften werde.
Möchtest du schlafen?
Ist es schon Nacht?
Er schüttelte seinen Kopf. Nein. Wir haben Spätnachmittag. Du siehst aber aus, als könntest du eine Runde Schlaf gut gebrauchen.
Ach was. Ich erhob mich langsam - gut bedacht darauf, nicht hinzufallen. Meine Beine fühlten sich ziemlich versteift an. Ich streckte mich einmal und stellte fest, dass meinem Körper gar nicht mehr kalt war. Die Zeit am Feuer hatte gut getan.
Alex schüttelte seinen Kopf. Weshalb versuchst du immer die Starke zu spielen? Ich weiß doch ganz genau, wie du dich im Moment fühlst.
Ich bitte dich. sagte ich Augen verdrehend Hälst du mich etwa doch für schwach?
Nein, im Gegenteil. Für mich bist du die stärkste Frau der Welt. Ich kenne niemanden, der so viel weggesteckt hat ohne sich selbst dabei umzubringen. Das ist wirklich bewunderndswert. Aber du musst bei mir kein Lächeln aufsetzen. Ich merke, dass es dir schlecht geht und dass du am liebsten vor der ganzen Welt flüchten möchtest. Das ist auch der Grund, weshalb dein Herz am liebsten hier bleiben würde. Trotzdem siegt dein Verstand ständig und bringt dich in deine Heimatsstadt zurück, obwohl du jetzt ganz genau weißt, dass es dir womöglich auf der Stelle das Leben kosten kann.
Irgendwie wurde es mir langsam zu unheimlich. Er schien mich ja besser zu kennen, als ich mich selbst! Natürlich war es auch ein wundervolles Gefühl, doch ich hätte es lieber, wenn er einige Dinge nicht wusste, wie zum Beispiel, dass ich mich nur noch verstecken wollte, um meine wahre Angst nicht zu zeigen. Ich hatte wirklich furchtbare Angst, nach Sydney zurückzukehren, aber es musste sein. Ich hatte noch Einiges zu erledigen.
Komm her. sagte er leise und zog mich sanft an sich. Seine Arme ruhten auf meinen Hüften, aber ihr Griff hielt mich trotzdem fest umschlossen, sodass ich seufzend meinen Kopf an seine Brust lehnen konnte.
Alex gab mir immer den Halt, den ich brauchte. Es war, als könnte er meine Gedanken lesen.
Mit deinem falschen Äußeren tust du dir doch nur selbst weh. Man muss sich nicht für die wahren Gefühle schämen. Niemand wird dich deshalb umbringen.
Ich kann meine wahren Gefühle nicht zulassen, Alex. sagte ich mit geschlossenen Augen und hoffte, er würde selbst darauf kommen, was ich damit meinte. Anscheinend jedoch geschah das nicht.
Das solltest du aber.
Nein. Neben all den Schmerzen würden auch andere, viel stärkere Gefühle erwachen, an die ich momentan nicht denken sollte. Diese Gefühle wären nicht angebracht in Zeiten wie diesen.
Sein Körper versteifte sich ein wenig, was mich erleichterte. Nun hatte er es wohl verstanden.
Gerade als ich mich entspannen wollte, fragte er mich etwas, womit ich nicht gerechnet hätte.
Warum sollte man diese Gefühle nicht zulassen? Was hat das mit diesen Zeiten zu tun?
Beinahe hätte ich hörbar ausgeatmet. In der letzten Sekunde konnte ich es aber noch verhindern und holte stattdessen tief Luft, während ich einen halben Schritt zurücktrat und ihm tief in die Augen sehen konnte, die voller Verwirrung und Qual waren.
Ähm... sie würden bloß von den Tatsachen ablenken.
Was für Tatsachen?
Wieder kam er mir so nahe, dass ich mit aller Kraft meinen Atem unter Kontrolle halten musste. Sein unwiderstehlicher Duft wirkte so berauschend auf mich, dass dieses unglaubliche Verlangen in mir geweckt wurde.
Seit ich mit Aaran geschlafen hatte, geschah das immer öfter. Die körperliche Liebe war etwas Wundervolles, etwas Unbeschreibliches. Ich hätte es immer und immr wieder tun können, wenn ich nur den richtigen Partner dazu hätte. Aaran würde ich mich nicht noch einmal hingeben. Bei Alex dagegen könnte ich niemals Nein sagen. Dafür begehrte ich diesen Mann viel zu sehr.
Wir leben nicht mehr in einer Welt, wo man einfach glücklich sein kann. Jeden Tag sterben so viele. Allein der Gedanke das zu wissen, lenkt mich von diesen Gefühlen ab. Ich muss jeden Tag verzweifelt um mein Leben kämpfen - sei es, weil ich mich verletzt habe oder angegriffen wurde. Für die liebe ist meinem Herzen momentan kein Platz.
Bist du dir ganz

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