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Dark Lights

Dark Lights

Titel: Dark Lights Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Neslihan Dadas
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Schönheit haute mich, wie schon damals immer, fast um. Unglaublich! Die hellbraunen, glänzenden Haare waren zu einem Pferdeschwanz nach hinten gebunden. Das enge, dunkelblaue Kleid, das ihre perfekten Kurven betonte, brachte ihre hellblauen Augen zum Leuchten. Die leicht gebräunte Haut hatte sie auch schon immer gehabt. Ihr Körper strahlte in seiner vollen Pracht. Und auf einmal bedeuteten die ganzen Jahre ohne meine beste Freundin gar nichts mehr. Es war, als hätte ich sie erst gestern das letzte mal gesehen. Es kamen so viele Erinnerungen in mir hoch. Wie wir alte Omas damals geärgert hatten, wie sie mir fantastische Zaubertricks gezeigt hatte... Einen Moment starrte sie mich mit offenem Mund und geweiteten Augen an. Anscheinend hatte es ihr, genauso wie mir, auch die Sprache verschlagen. Ähm... Ninarias Wut war deutlich auf ihrem knallroten Gesicht zu erkennen. Wieso starrt ihr euch denn so an? Patricia, kennt du Johns Sohn, Darren Shane, etwa? Wieso klang sie so oberflächlich? Patricia blinzelte leicht und stellte sich aufrecht hin. Nein, natürlich nicht. Fassungslos klappte mir die Kinnlade hinunter. Was sollte das denn heißen?! Eigentlich wollte ich sie gerade erinnern, dass wir mal die besten Freund gewesen waren, doch in letzter Sekunde konnte mich noch zurückhalten. Natürlich wusste Patricia noch, wer ich bin! Sie ist schließlich nicht dumm! Im Gegenteil! Nicht einmal ein erfahrener Professeur hätte auch nur im Geringsten eine Chance gegen sie. Es gab sicher einen Grund, warum sie das vor den anderen drei Hexen nicht zugab. Ich kenne ihn nicht. Aber es ist mir wirklich eine Ehre, Euch mal wiederzusehen. Sie trat zu mir und verbeugte sich. Ihr Körper fing leicht an zu zittern. Lässt ihr uns bitte kurz alleine? Jetzt sahen Ninaria, Taritien und Arisse noch geschockter als vorhin aus. Wie bitte? fragten alle drei gleichzeitig, verließen aber trotzdem den Raum und schlossen die Tür hinter sich. Patricias Atem beschleunigte sich. Als sie wieder aufrecht stand, waren ihre schönen Augen mit Tränen gefüllt. Mein Gott, Darren! Ehe ich mich versah, hatte sie die Arme fest um mich geschlungen und den Kopf an meine Brust gelehnt. Sofort erwiderte ich die Umarmung. Du hast mir gefehlt! Du mir doch auch. gab ich zu und presste die Lippen zusammen. Wie geht es dir? Du scheinst irgendwie noch mehr Muskeln bekommen zu haben. Grinsend drückte sie leicht in meinen Arm. Tja. Ach, wie sehr ich mir doch wünschte, dass mein Körper sich verändern könnte... Ich holte tief Luft. Mir geht es nicht so gut. Das ist auch der Grund, weshalb ich hierher gekommen bin. Verwirrt zog sie die Augenbrauen zusammen. Oh. Okey. Bevor du mir erzählst, was los ist, werde ich dir etwas zum Anziehen holen. Und danach gehen wir in ein anderes, wärmeres Zimmer. Einverstanden? Klar doch. Es gab so viel, worüber wir reden mussten. Lächelnd ging sie kurz weg, kam nach wenigen Minuten aber wieder. Ich warte draußen vor der Tür. Wenn du dich umgezogen hast, dann komm zu mir. Gut. In Windeseile zog ich mir die schwarze Jeans und das hellgrüne Hemd an. Woher hatte sie diese Klamotten eigentlich so schnell herbekommen? Na, wie wohl! Durch Zauberei. Lächelnd schüttelte ich den Kopf und öffnete die Tür, um in einen langen, rot gestrichenen Flur zu treten. Alle paar Meter weiter hingen Kristallkronleuchter. Die Wände schienen außerdem aus... Stoff zu bestehen und nicht aus Tapeten. Und erst die Decke! Fasziniert starrte ich nach oben. Die Decke sah aus wie ein Sternenhimmel. Patricia griff nach meiner Hand und zog mich in das rechte Zimmer, das ganz am Ende dieses wunderschönen Flures neben einem braunen Tor lag. Dieser Raum war kunterbunt. Oben hing eine ganz gewöhnliche Lampe, die nicht an war und an den Wänden hingen hübsche, alte Ölgemälde. Der Boden bestand aus glänzenden Fließen. während in der Mitte des Raumes ein dunkelroter Teppich lag. Dadrauf stand vor einem gemütlichen Kamin ein Zweiersofa, wo Patricia und ich uns hinsetzten. Ich nahm einfach mal an, dass es Abend war, weil durch die Fenster kein Licht hereindrang. Eine halbe Ewigkeit saßen wir beide nur da und starrten in das Feuer. Keiner von uns beiden wollte diese angenehme Stille zerstören. Ich hörte ihr Herz laut klopfen, was für mich bewies: Sie hatte mich genauso sehr vermisst, wie ich sie.

Marleen
     
    Blinzelnd öffnete ich die Augen und sah mich um. Jetzt war ich schon wieder woanders. Oh! Im Ratssaal. Sollte ich mich aufsetzen oder doch

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