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Das Auge der Wüste: Das Geheimnis von Askir 3 (German Edition)

Das Auge der Wüste: Das Geheimnis von Askir 3 (German Edition)

Titel: Das Auge der Wüste: Das Geheimnis von Askir 3 (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Richard Schwartz
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ältere Tochter?«, fragte Leandra. »Ich hörte von ihr, als wir in die Stadt kamen, die Nachricht ihres Todes verbreitete sich an diesem Tag.«
    »Ja, Essera. Essera Marinae ist zwanzig und damit vier Jahre älter als die Essera Faihlyd. Aber sie gehört nun zum Haus des Baums.«
    »Aber du sagtest, sie könnte noch immer das Emirat erben.«
    »Ja. Aber der Emir lebt noch und er entscheidet, wer sein Nachfolger wird. Marinae hat eine neue Heimat. Ihre Zukunft liegt im Haus des Baums.«
    Wir betraten die Bäckerei durch den hinteren Hof. Zwei kräftige Männer, die dort Mehlsäcke stapelten, musterten uns kritisch und entspannten sich erst, als Armin ihnen zunickte.
    Meine Befürchtungen fanden sich nicht bestätigt, und ich dankte den Göttern dafür.
    Als Erstes sahen wir am Fuß einer offenen Treppe, die vom Hof hoch zum ersten Stock der Bäckerei führte, Helis, die glücklich lächelnd mit Faraisa spielte. Ich hörte, wie Sieglinde scharf den Atem einzog.
    »Wer ist das?«, fragte sie leise, als Armin auf seine Schwester zueilte.
    »Helis. Armins Schwester. Ein Nekromant hat ihr die Seele und das Kind geraubt. Sie ist selbst beinahe wie ein Kind, aber er konnte ihr die Liebe einer Mutter nicht nehmen. Sie ist nun Faraisas Amme und scheint glücklich.«
    »Ich dachte, ich sähe jemand anderen«, sagte Sieglinde leise.
    »Serafine?«
    »Ihr wisst also, wem sie ähnelt? Ich dachte, nur ich könnte das so deutlich erkennen.«
    »Armin erzählte mir, dass Serafine aus seiner Familie stammt. Es galt immer als gutes Omen, dass Helis der Vorfahrin ähnelt, die von ihrer Familie immer noch verehrt wird.«
    Sieglinde nickte, aber ihre Augen ließen nicht von Helis ab. Janos sah wohl auch die Feuchtigkeit in ihren Augen und zog sie an sich heran, während er sorgfältig die Dächer absuchte.
    In der Nacht hatte er für die große Axt ein Tragegestell gebaut, das schwere Blatt Ragnarkrags hing nun in seinem Rücken, der geschwungene Griff ragte über seine Schulter.
    »Es gibt nur diese Art, sie zu tragen, wenn man sie nicht ständig in der Hand halten möchte«, sagte er, als ich ihn am Morgen danach gefragt hatte. »Es hat nur einen Nachteil.«
    »Welchen?«, fragte ich.
    Er lachte. »Sie ist verdammt schwer!«
    Nun stand er da, Sieglinde im Arm, und erinnerte mich an einen Jagdhund, der etwas roch, was er nicht kannte.
    »Was ist, Janos?«, fragte ich.
    Er sah kurz zu mir hinüber. »Ich weiß es nicht. Ich spüre eine Unruhe in mir. Etwas ist nicht, wie es sein sollte.«
    Leandra und ich sahen uns an. Sieglinde löste sich aus seinem Arm und lockerte Eiswehr. Aber es geschah nichts.
    Armin kehrte mit Marinae und einem Mann zurück. Marinae lief die Treppe herunter und nahm Faraisa in die Arme, während sich Armin mit einem Handschlag von dem Mann verabschiedete.
    Faraisa fing an zu schreien und zu strampeln. Ein Stirnrunzeln lief über die glatte Stirn der Prinzessin, dann reichte sie das Kind wortlos an Helis zurück, in deren Armen der Säugling sofort wieder Ruhe gab.
    Marinae war einfach gekleidet, wie Helis auch, und nichts, außer vielleicht der Art, wie die Prinzessin ging, erinnerte an ihre Herkunft. Sie kam zu uns und begrüßte uns mit einem Lächeln, aber ihre Augen waren auf Leandra gerichtet. Ich konnte den Blick nicht deuten, denn warum sollte sie Leandra so mustern? Es gab wenig Grund für sie, meiner Gefährtin zu misstrauen.
    »Die Gnade der Götter auf euch, Esserin«, sagte Marinae und diesmal erreichte ihr Lächeln auch ihre Augen, ich hatte mir ihr Misstrauen wohl nur eingebildet. »Ihr müsst die Gefährten sein, die Havald suchte, als er mich fand.«
    »Dies ist die Essera Leandra, eine Fürstin in unserem Land. Und diese beiden sind Janos und Sieglinde. Sie schützen sie.«
    »Die Essera trägt Eiswehr«, sagte Marinae mit leisem Staunen in der Stimme.
    »Ja«, sagte ich. »Es ist ihre Klinge.«
    »Jetzt ja«, sagte Marinae. »Ihr wisst, dass Ihr ein Schwert tragt, das in diesem Land berühmt ist?«
    »Es scheint sonst von niemandem erkannt zu werden«, sagte Sieglinde. »Dafür bin ich dankbar.«
    »Nicht jeder hat die alten Statuen und Bilder studiert, so wie ich«, antwortete Marinae. Dann wandte sie sich an mich.
    »Ihr seid gekommen, um mich zum Palast zu bringen?«
    Ich nickte. »Ich wollte Euch in Sicherheit wissen, bis ich herausfinde, wer Euch entführen ließ, aber die Aufgabe erscheint zu groß. Eure Familie ist vorgewarnt, also seid Ihr dort vielleicht sicherer. Euer Vater sendet

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