Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Das Geheimnis des Templers - Collector's Pack

Das Geheimnis des Templers - Collector's Pack

Titel: Das Geheimnis des Templers - Collector's Pack Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Martina André
Vom Netzwerk:
ihrem Gewerbe eine Grundvoraussetzung war, um Spaß an der Arbeit zu finden. Im Gegenteil, sie liebte es, einen jungen, ungestümen Mann zwischen den Schenkeln zu haben, dessen impulsive Kraft es zu bezähmen galt.
    „Ein Kerl ganz nach meinem Geschmack“, flüsterte sie Mafalda zu und ordnete ihre Kleider, auf dass der Ausblick auf ihre vollen Brüste noch besser zur Geltung kam. „Ich liebe fränkische Ritter, besonders wenn sie blond und blauäugig sind.“
    Doch zu ihrem Verdruss schenkte ihr der blonde Recke keinerlei Aufmerksamkeit. Er blickte fortwährend in seinen Weinbecher, als ob er daraus die Zukunft lesen wollte.
    Nachdem er sich einen Wein eingeschenkt hatte und trank, spürte Gero plötzlich eine Bewegung neben sich. Als er aufschaute, blickte er in die zweitschönsten Augen, die er je gesehen hatte. Sie waren bernsteinfarben wie die von Elisabeth, nur ein wenig heller.
    „Darf ich mich zu dir setzen?“, fragte die Frau mit sanfter Stimme. Er hatte sie bereits aus der Ferne betrachtet, aber aus der Nähe sah sie noch atemberaubender aus. Ihre leicht gebräunte Haut besaß wie das Haar einen seidigen Schimmer, und ihr ovales Gesicht mit der langen, geraden Nase, den schräg stehenden Augen und dem üppigen Mund erinnerte ihn an byzantinische Madonnen. Gero hatte Mühe, sie nicht von Kopf bis Fuß anzustarren, denn so, wie sie nun vor ihm stand, benötigte er nicht viel Fantasie, um unter dem türkisfarbenen Gewand ihre wohlgerundeten, nackten Brüste zu erkennen. Und auch sonst hütete dieses Kleid kaum Geheimnisse, was die Figur seiner Trägerin betraf.
    „Ja … w… warum nicht“, stotterte er und ärgerte sich sogleich, dass ihn diese Frau so aus der Fassung brachte. Mit einer fließenden Bewegung setzte sie sich ihm gegenüber und nahm das übrig gebliebene Glas, um sich auch etwas von dem schweren Rotwein einzugießen.
    Sie war mindestens zehn Jahre älter als er, besaß aber immer noch die unnachahmliche Schönheit der arabischen Blumen, welche ihm in den letzten Wochen und Monaten schon bei einigen Sklavinnen in der Ordensburg aufgefallen war. Die Templer hatten sie auf ihren Raubzügen an der syrischen Küste den Mameluken gestohlen, und nun mussten sie für die christlichen Feinde nähen, Wäsche waschen und die Stuben der Offiziere putzen.
    Während sie an ihrem Wein nippte, fragte er sich, ob sie auch irgendwann einmal aus ihrem Heimatland entführt worden war. Und ob sie womöglich als Sklavin gezwungen wurde, Männern gegen Geld oder wie im Fall von Hugo und seinen Kumpanen umsonst ihre Liebesdienste anzubieten.
    „Mein Name ist Warda“, stellte sie sich in fließendem Franzisch vor, „er ist typisch für die Levante und bedeutet Rose.“ Als ihr schöner Mund lächelte, sah er, dass sie ähnlich makellos weiße Zähne besaß, wie Lissy sie gehabt hatte.
    „Das klingt schön“, erwiderte er, um überhaupt irgendetwas zu sagen.
    „Und wie heißt du?“, fragte Warda. Es gefiel ihr, dass er so zurückhaltend war. Mit Absicht berührte sie seine Hand und streichelte federleicht darüber. Im ersten Moment sah es aus, als ob er sie wegziehen wollte, doch dann ließ er es geschehen.
    Warda musste schmunzeln. Dass der Junge Manieren hatte, war nicht zu übersehen. Sicher hatte er in Europa eine Ritterschule besucht. Sie fand es schade, dass die Männer durch den Krieg und all das Leid, das ihnen im Outremer zugefügt wurde, so verroht und verdorben wurden.
    „Gerard“, erwiderte er mit belegter Stimme, nachdem er augenscheinlich seine Fassung wiedergefunden hatte. „Aber die meisten nennen mich Gero“, fügte er hinzu, wobei er ihrem prüfenden Blick auswich.
    Er war richtiggehend süß, so, wie er dasaß, mit seinem kraftvollen Körperbau und seiner Schüchternheit, die überhaupt nicht dazu passte und ihn für eine Frau deshalb noch reizvoller erscheinen ließ, doch das würde sie ihm nicht verraten.
    „Hat dir schon mal jemand gesagt, Gero, dass du sagenhaft blaue Augen besitzt?“, entgegnete sie stattdessen. „Ich habe selten einen Mann mit solch blauen Augen gesehen. Und hier gehen jeden Tag Männer deines Schlages ein und aus.“
    „Äh, ja“, erwiderte er verlegen. „Du bist auch recht hübsch“, beeilte er sich zu sagen.
    Er ist wirklich ein Schätzchen, dachte Warda und lächelte ihn verführerisch an.
    „Warum bist du dann nicht zu mir gekommen, um mit mir nach oben zu gehen?“
    Die Frage war ziemlich direkt, und Gero wusste beim besten Willen nicht, wie er

Weitere Kostenlose Bücher