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Das Geheimnis des Templers - Collector's Pack

Das Geheimnis des Templers - Collector's Pack

Titel: Das Geheimnis des Templers - Collector's Pack Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Martina André
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einem silbernen Leuchter an.
    Danach verriegelte sie die Tür, damit sie ungestört blieben.
    In seinen Augen flackerte Erstaunen auf, als er sich in ihrem Zimmer umschaute.
    Mafalda legte in ihrem Etablissement größten Wert auf Luxus und einen gewissen Komfort, den die Ordensritter nach Monaten in Blut, Sand und Gestank schätzten und die Schranzen des Königs, die auch zu ihrer Kundschaft zählten, als selbstverständlich ansahen.
    Warda ließ die Läden des einzigen Fensters auch in der Nacht meist offen, weil sowieso niemand hineinschauen konnte und der leichte Abendwind für etwas Abkühlung sorgte. In der Mitte des Raumes stand ein Himmelbett mit durchsichtigen Vorhängen, die Matratze darauf war mit dunkelblauem Samt bezogen. Hinter einem mannshohen Paravent aus schwarzem Stoff, der mit silbernen Vögeln bestickt war, befand sich ein eigener Leibstuhl mit herausnehmbarem Nachttopf, wie sie Gero freimütig erklärte, damit er nicht auf die Idee kam, aus dem Fenster zu pinkeln, was bei manchen Kunden durchaus schon vorgekommen war. Auf den Truhen ringsum standen Kerzen und Räucherpfannen, die Warda unbemerkt mit winzigen Opiumkugeln füllte und dann entzündete. Das würde ihrem Gast ein wenig die Hemmungen nehmen. Und ihr selbst auch, obwohl es bei einem so phantastisch aussehenden Mann keinerlei berauschender Unterstützung bedurfte.
    In den bunt emaillierten Karaffen wartete weiterer Wein, daneben standen hauchdünne Gläser, die Mafalda aus Syrien bezog. Süßes Naschwerk auf kupfernen Tellern und Flaschen mit duftenden Ölen rundeten das Angebot ihrer nicht alltäglichen Dienste ab. Nicht zu vergessen eine große Kupferschale mit Wasser, die auf einem separaten Tisch thronte, daneben lagen Seife und Tücher. Warda hasste ungewaschene Männer, wobei die Ordensritter noch zu den saubersten gehörten. Bei ihnen war es Pflicht, sich täglich zu waschen. Zumindest, wenn sie die Gelegenheit dazu hatten. Wahrscheinlich als Ausgleich dafür, dass sie manchmal Monate in schmutzigen Kriegen verbrachten, wo Wasser ein zu kostbares Gut war, um es für bloße Reinigungen zu verschwenden.
    Gero stieß einen leisen Pfiff aus. „Nicht schlecht für ein Hurenhaus“, entfuhr es ihm. Obwohl er schon einiges getrunken hatte, entging ihm nicht, wie Wardas Gesicht zum zweiten Mal einen traurigen Ausdruck bekam.
    „Oh, tut mir leid“, beeilte er sich zu sagen. „Das mit den Huren ist mir so rausgerutscht.“
    „Mach dir keine Gedanken“, erwiderte sie und senkte den Blick. „Du sagst nichts weiter als die Wahrheit. Wir sind das, was wir sind. Jeder auf seine Weise. Da gibt es nichts zu verheimlichen.“ Sie setzte sich aufs Bett und nahm einen Silberspiegel von einer Ablage und kontrollierte im Kerzenschein ihr verweintes Gesicht. Mit einem feuchten Lappen korrigierte sie das für Geros Geschmack ohnehin makellose Ergebnis.
    Er hockte sich derweil auf einen Stuhl, der in unmittelbarer Nähe zu ihrem Bett stand, und beobachtete sie interessiert.
    „Wie bist du in dieses Haus gekommen? Du siehst mir nicht aus wie eine, die das nötig gehabt hätte. Mit deiner Schönheit könntest du ebenso einen Mann finden, der dich heiratet.“
    „Mein Vater war ein Templer und ist in Akko gefallen“, erklärte sie und legte Tuch und Spiegel zur Seite. „Meine Mutter war eine Sarazenenfrau und die Leibeigene eines Emirs, als sie sich kennenlernten. Mein Vater hat sie entführt und zum Christentum bekehrt und dafür gesorgt, dass der Orden sie als Wäscherin eingestellt hat. Heiraten konnten sie nicht, weil er als Ordensritter ein Gelübde abgelegt hatte. Aber das hat sie nicht davon abgehalten, gemeinsam mehrere Kinder zu zeugen.
    Schon als kleines Mädchen habe ich meine Mutter zur Arbeit begleitet und ihr geholfen. Wir haben die Wäsche der Ordensbrüder gewaschen, in der Küche gearbeitet, geputzt. Was Frauen im Auftrag des Tempels eben so tun. Später hatte ich einen Liebhaber, auch er war ein Templer und ist vor ein paar Jahren im Krieg gegen die Türken in Armenien gefallen. Wir hatten ein Kind, es ist während seiner Abwesenheit am Fieber gestorben.“
    Einen Moment hielt sie inne, und Gero sah die Trauer in ihren Augen, die er selbst nur zu gut kannte.
    „Das tut mir leid“, murmelte er mitfühlend. „War das der Grund, warum du den Orden verlassen hast?“
    Sie nickte leise. „Nachdem Raimond gestorben war, habe ich den Orden regelrecht gehasst. Er hat mir alles genommen, was mir je etwas bedeutet hat. Meinen Vater,

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