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Das Geheimnis des Templers - Collector's Pack

Das Geheimnis des Templers - Collector's Pack

Titel: Das Geheimnis des Templers - Collector's Pack Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Martina André
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Beginn eines unheilbaren Aussatzes ist.“
    „K… Keine Ahnung“, stotterte Fabius und fasste sich erschrocken an die entsprechende Stelle.
    „Seid gewiss, ihr beiden, dass ich euch in nächster Zeit genauer beobachten werde“, versprach Saint-Jacques mit düsterer Stimme.
    „Jawohl, Seigneur“, erwiderten beide.
    „Abtreten“, befahl Saint-Jacques und drehte sich um. Dann schritt er davon, ohne sich noch einmal umzudrehen.
    Während sie die ganze Woche über unter den spöttischen Kommentaren anderer Mitbrüder in der Scheiße wühlten, musste Gero andauernd an Warda denken. Fabius schien zu erraten, was in ihm vorging.
    „Was meinte sie eigentlich mit ‚Ich muss dir noch etwas sagen, was du unbedingt wissen solltest. Über den Orden. Aber nicht jetzt und nicht hier‘?“, fragte er unvermittelt, während er den Reisigbesen neben Gero schwang.
    „Ich weiß es nicht“, antwortete Gero beherrscht. „Und ich denke, wir sollten alles, was mit unserem unerlaubten Ausflug zusammenhängt, möglichst rasch vergessen, bevor Saint-Jacques der ganzen Sache noch auf die Schliche kommt.“
    In Wahrheit war es genau dieser Satz zum Abschied gewesen, der ihn seit Tagen beschäftigte. Wobei es nicht nur um ein Geheimnis ging, das Warda allem Anschein nach hütete und dessen Enthüllung ihn neugierig machte. Sie hatte in ihm eine bis dahin verdrängte Sehnsucht nach Aufmerksamkeit entfacht, die ihm ein wenig von der Trauer nahm und ohne Rücksicht auf sein Schicksal und seine augenblickliche Situation nach Befriedigung verlangte. Er wollte diese Frau unbedingt wiedersehen. Auch wenn er sich vor Saint-Jacques’ Schnüffeleien und der Begegnung mit anderen Angehörigen des Ordens höllisch in Acht nehmen musste.

Episode IV
    »Gefährliche Versuchung«

Kapitel I

    1301/1302 Königreich Zypern – Nikosia – Templerfestung Antarados
    K ann es etwas Schöneres geben, als bei brütender Hitze mit Mantel und stählernem Topfhelm einen Schwertkampf zu bestehen?“ Fabius von Schorenfels perlte selbst bei völligem Stillstand das Wasser aus dem kurzrasierten, braunen Schopf. Gero von Breydenbach, der neben ihm stand und um einiges größer und athletischer war als der gedrungene Luxemburger, nickte. Unter diesen Bedingungen leuchtete ihm ein, warum der Orden der Templer ihn gleich bei seiner Ankunft als Novize der blonden Mähne beraubt hatte, auf die er als Sohn eines Edelfreien immer so stolz gewesen war.
    Ungefähr einhundert Ordensritter, Novizen und Knappen hatten sich am Vormittag im Innenhof der Templerordensburg von Nikosia versammelt, um ein Duell der besonderen Art zu bestaunen. Zwei hünenhafte Ordensritter in vollem Templerornat lieferten sich, mit Helm und Kettenhemd versehen, einen gefährlich aussehenden Zweikampf in qualvoller Mittagshitze. Eine durchaus beabsichtigte Lektion für die anwesenden Novizen, die auf ihre Aufgaben als zukünftige Tempelritter eingestimmt werden sollten. Dass ausnahmsweise sogar Ordensmeister Jacques de Molay anwesend war, gab der Sache ein besonderes Gewicht. Der grauhaarige Mann mit dem silbern schimmernden Bart, dessen hagere, vom vielen Fasten beinahe ausgemergelte Gestalt den meisten jungen Novizen als nicht gerade vorbildlich erschien, inspizierte beiläufig seine nächste Generation von Templerrittern. Dann wandte er seine Aufmerksamkeit wieder jenen Männern zu, die für die Ausbildung des Nachwuchses verantwortlich waren.
    Kommandeur-Leutnant Odo de Saint-Jacques, einer der beiden Kämpfer, war ein harter Knochen, der trotz seiner Kaltschnäuzigkeit den meisten Novizen inzwischen zum Vorbild gereichte, zumindest was seine Kampfkraft betraf. Er hatte sie in den vergangenen Wochen und Monaten mehrmals an ihre körperlichen Grenzen geführt, indem er sie in sengender Hitze mit einem Zentner Ausrüstung pro Mann bis zu zehn Stunden hatte zu Fuß marschieren lassen. In den wenigen Pausen ließ er sie immer wieder gegeneinander im Schwertkampf antreten, wobei die Ergebnisse nicht eben zu seiner Zufriedenheit ausgefallen waren.
    „Bis auf wenige Ausnahmen seid ihr alle verweichlichte Muttersöhnchen“, war noch die höflichste Bezeichnung, die er ihnen hatte zukommen lassen. Auch mahnte er gerne, dass die Mameluken nicht selten Gefangene machten, die sie danach in den Kerkern von Ägypten zu sodomitischen Zwecken missbrauchten. „Die Heiden werden sich freuen, wenn sie ihre dreckigen Schwänze in eure Lahmärsche stecken dürfen“, rief er mit sichtbarem Vergnügen, wenn er

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