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Das Geheimnis des Templers - Collector's Pack

Das Geheimnis des Templers - Collector's Pack

Titel: Das Geheimnis des Templers - Collector's Pack Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Martina André
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sie zur Nacht alarmieren ließ und sie nicht schnell genug in ihre Kleider sprangen.
    Saint-Jacques’ Gegner, Hugo d’Empures, Sohn eines spanischen Edelmannes und einer englischen Adligen, war trotz seines Gleichmutes, was die Ausbildung der Novizen betraf, nicht eben beliebter bei seinen Zöglingen. Im Gegensatz zu Odo de Saint-Jacques, dessen markiges, vernarbtes Äußeres nicht unbedingt Vertrauen erweckte, war der blonde Hugo trotz seines fortgeschrittenen Alters von Mitte dreißig ein oberflächlicher Schönling, der sich augenscheinlich nur für sich selbst interessierte. Ihm war es anscheinend vollkommen egal, ob die ihm anvertrauten Novizen etwas lernten, das später im Kampf für sie wichtig sein könnte. Außerdem hielt er sich nicht an die Ordensregeln. Er trank zu viel und war kein überzeugter Verfechter des Keuschheitsgelübdes, wie Gero höchstselbst hatte in Erfahrung bringen dürfen. Was vielleicht daran lag, wie Hugo gerne argumentierte, dass er dem Tod einmal zu viel ins Auge geblickt hatte. Beiden Lehrmeistern jedoch schienen der Kampf und die Hitze kaum etwas auszumachen. Nur ab und an, wenn die weißen Umhänge mit dem leuchtend roten Tatzenkreuz auf der Schulter zur Seite wehten, waren ihre Schweißflecke unter den Achseln zu sehen. Die eisernen Helme besaßen nur zwei Guckschlitze, aber man konnte ahnen, wie es darunter kochte. Unaufhörlich rann den kampferfahrenen Rittern das Wasser an den muskulösen Hälsen herab, über die vor Anstrengung hervortretenden Adern, direkt in den Ausschnitt des Kettenhemdes. Wenigstens auf die Kettenhauben, die ein Templer im Kampf normalerweise noch unter dem Helm trug, hatten sie verzichtet. Während sie sich einen barbarischen Schlagabtausch mit echten Langschwertern lieferten, verfolgten die Zuschauer mit Anspannung jede ihrer Bewegungen.
    „Was denkst du, Breydenbach, wer kippt als Erster zu Boden?“, murmelte Arnaud de Mirepaux, der mit überkreuzten Armen dicht neben Gero stand und die Szenerie aus schmalen Lidern verfolgte.
    „Ich sag es nicht gerne“, gab Gero kaum hörbar zurück, „aber ich denke, Odo de Saint-Jacques wird als Sieger aus dieser Runde hervorgehen. Du hast ihn selbst erlebt, bei unseren Märschen oben in den Bergen. Er ist ein hervorragender Kämpfer und so zäh wie das Fleisch eines alten Ziegenbocks. Bruder Hugo würde ich dagegen eher als Lammfilet bezeichnen.“
    „Hm …“, machte Arnaud und kaute demonstrativ auf seinem Miswak herum, einem kleinen Zahnputzstäbchen aus dem Holz eines Balsambaums, das er mit der Zunge wie ein echter Araber ständig von einem Mundwinkel in den anderen jonglierte. Dass er damit einem feindlichen Mameluken zum Verwechseln ähnlich sah, schien ihn inzwischen nicht mehr zu stören.
    Sein kurzgeschorener Bart war leicht gekräuselt, und seine haselnussbraunen Augen hatten den gleichen verschlagenen Blick eines Heiden, vor dem sie von ihren Lehrmeistern des Öfteren gewarnt wurden. Hinzu kam Arnauds scharfe Zunge, der er selten Einhalt gebot. Vielleicht war das ein Grund, warum er bei den meisten Brüdern nicht besonders beliebt war. Oder es lag tatsächlich an seinem orientalischen Äußeren, das nicht wenige an jene Dämonen erinnerte, die den Templern schon so viele Verluste zugefügt hatten. Arnaud schaute sich beiläufig um, weil er wohl sicherstellen wollte, keine ungebetenen Zuhörer zu haben.
    „Ich denke, Hugo d’Empures wird der Sieger sein“, verriet er Gero mit einem Augenzwinkern. „Er ist ein durchtriebener Hund, der fast jede Finte kennt. Er ist weitaus gerissener als unser erster Kommandeur, lass dir das gesagt sein.“
    Tatsächlich machte Bruder Hugo gerade in diesem Moment einen folgenreichen Ausfallschritt und lockte Bruder Odo in eine hinterhältige Falle. Saint-Jacques, der gleichzeitig die Ausbildung der anwesenden Novizen leitete, verfehlte sein Ziel, und der Schlag gegen Hugo ging ins Leere. Im Gegenzug drehte Hugo sich blitzschnell herum und traf Saint-Jacques mit der flachen Klinge im Kreuz. Saint-Jacques stöhnte unerwartet laut auf, stolperte und landete bäuchlings auf dem Boden. Im Fallen hatte er sein Schwert verloren, das nun in greifbarer Nähe neben ihm lag. Für einen Moment sah es aus, als ob er nicht mehr atmen würde, doch dann hob er keuchend den Kopf und versuchte sich auf seinen Ellbogen abzustützen.
    Sofort war Hugo d’Empures zur Stelle und drückte ihm die Spitze seiner Klinge in den Nacken. „ Échec et mat !“, stieß er heiser auf

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