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Das Geheimnis des Templers - Collector's Pack

Das Geheimnis des Templers - Collector's Pack

Titel: Das Geheimnis des Templers - Collector's Pack Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Martina André
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„Con!“, schimpfte er wütend, was auf Deutsch nichts anderes als Arschloch bedeutete.
    „Bist du verrückt, Mirepaux?“, fauchte Gero ihn an. „Wenn du so weitermachst, wird keiner von euch je wieder vor die Tür kommen, es sei denn, mit einem Einsatzbefehl. Sollte Odo de Saint-Jacques zufällig hier auftauchen und sehen, wie ihr euch prügelt, bekommen alle eine Ausgangssperre.“
    Dass dies der Wahrheit entsprach, war jedem der jungen Männer bewusst, und so erntete Gero von den anderen lediglich ein Nicken.
    Während die meisten von ihnen ihre persönliche Kleidung anlegten, saß Arnaud immer noch auf seiner Pritsche und rieb sich das Kinn. Fabius hatte sich inzwischen entschlossen, seinen Abend in der üblichen Taverne mit Bruder Brian of Locton, einem unscheinbaren Iren, und dem Genuesen Nicolas de Cappellano zu verbringen, dem Gero vor ein paar Monaten zusammen mit Struan nicht nur das Leben gerettet, sondern auch den Verbleib im Orden gesichert hatte.
    „Willst du wirklich nicht mitkommen?“, fragte Fabius Gero noch einmal, als sie sich in mehreren Gruppen auf den Weg zum Vespergottesdienst machten, von wo aus sie direkt in die Stadt gehen wollten.
    Gero schüttelte den Kopf und warf einen Blick auf den schwarzhaarigen Schotten, der so abwesend wirkte, als würde ihn der ganze Aufstand nicht das Geringste angehen.
    „Ich bleibe bei Struan“, sagte er ausweichend. „Vielleicht kommen wir ja nach.“
    Gemeinsam absolvierten sie anschließend die Vesper in der ordenseigenen Kapelle, bei der Novizen, Knappen und Ordensritter ausnahmsweise vereint waren. Eine gute Gelegenheit für Gero, Augenkontakt zu Hugo d’Empures aufzunehmen, der ihm bereits einen lauernden Blick zuwarf, in dem immer noch der Triumph seines Sieges über Odo de Saint-Jacques zu lesen war.
    Er zwinkerte Gero wissend zu, während der Kaplan das Leiden Christi verkündete, und grinste verhalten, als Gero ihm bestätigend zunickte.
    Später, nachdem die Kameraden sich lärmend verabschiedet hatten, schlich Gero im Alleingang zum Dormitorium der Ritterbrüder, wo er in einem Seitengang auf Bruder Hugo wartete. Ohne die Kutte eines Novizen, nur in ein weißes Leinenhemd, eine schwarze, weit geschnittene Hose und einfache Ledersandalen gekleidet, genoss Gero den lauwarmen Abendwind, der vom gepflasterten Hof her durch den menschenleeren Arkadengang fegte. Bruder Hugo, der wenig später hinzutrat, hatte sich ähnlich gewandet und trug wie Gero unter dem Hemd seinen Messergürtel, den man nur erahnen konnte, wenn man es wusste. Da es ihnen nicht erlaubt war, bei einem privatem Ausgang ein Schwert mitzunehmen, beschränkten sie sich auf die drei scharfen Dolche, mit denen sie sich zuverlässig nächtliche Räuber und betrunkene genuesische oder venezianische Seeleute vom Hals halten konnten, die für ihre Streitlust berüchtigt waren.
    „Wo ist eigentlich Robert?“, fragte Gero, der den dunkelhaarigen Templer vermisste. „Ist er krank?“
    „Die Ordensleitung hat Rob gestern früh mit ein paar anderen Brüdern nach Famagusta geschickt“, antwortete Hugo mit resignierter Miene.
    „Von dort aus sollen sie in wenigen Tagen wieder nach Antarados auslaufen. Sie sind abkommandiert worden, um beim Ausbau der Festung zu helfen. Kein Dolce Vita mehr, stattdessen warten Kelle und Zirkel des Maurers auf unseren bedauernswerten Kameraden. Ich dachte, du wüsstest das?“
    „Nein, woher?“ Gero schüttelte den Kopf. „Odo de Saint-Jacques hat uns in der vergangenen Woche so sehr geschleift, dass wir nicht mehr wussten, wo oben und unten ist. Wir waren schon froh, wenn wir bei der Vesper nicht eingeschlafen sind, geschweige denn, dass wir Zeit und Muße gehabt hätten, uns für die Pläne der Ordensleitung zu interessieren.“
    „Na, wenn das so ist, hast du dir deinen kleinen Urlaub ja redlich verdient“, scherzte Hugo, während er ihn zum offenen Festungstor zog. Zwei weitere Kameraden, die dort Wache standen, salutierten, als sie den offenen Torbogen durchquerten.
    „Warda hat mehr als einmal nach dir gefragt. Du musst es ihr ja im wahrsten Sinne des Wortes ordentlich besorgt haben. Sie redet von nichts anderem mehr, als dass ich dich endlich wieder mitbringen soll. Ich hab ihr erklärt, dass du unter Arrest stehst. Sie hat sich ernsthafte Sorgen um dein Wohlergehen gemacht. Das alte Mädchen ist ganz vernarrt in dich.“ Er grinste breit. „Sie wird begeistert sein, wenn sie heute Abend endlich ihre Schenkel um deine Hüften legen

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