Das Kapital (Gesamtausgabe)
Maßstab statt, hinreichend, den Goldabfluß zu vermindern."
J. G. Hubbard, Ex-Gouverneur und seit 1838 in der Direktion der B. of E.:
2545. "Es gibt große Mengen europäischer Wertpapiere ... die eine europäische Zirkulation haben in allen den verschiednen Geldmärkten, und diese Papiere, sobald <591> sie in einem Markt um 1 oder 2% fallen, werden sofort aufgekauft zur Übersendung nach den Markten, wo ihr Wert sich noch gehalten hat." - 2565. "Stehn nicht auswärtige Länder in bedeutender Schuld gegenüber den Kaufleuten in England? - ... Sehr bedeutend." -
2566. "Die Einkassierung dieser Schulden könnte also allein hinreichen, eine sehr große Akkumulation von Kapital in England zu erklären? - Im Jahre 1847 wurde unsre Position schließlich dadurch wiederhergestellt, daß wir einen Strich machten durch soundso viel Millionen, die Amerika und Rußland früher an England schuldeten."
{England schuldete eben denselben Ländern gleichzeitig "soundso viel Millionen" für Korn und verfehlte nicht, auch hierdurch großenteils "einen Strich zu machen" vermittelst Bankerotts der englischen Schuldner.
Siehe den Bericht über die Bankakte von 1857, oben Kap. 30, S. 311 .}
2572. "1847 stand der Kurs zwischen England und Petersburg sehr hoch. Als der Regierungsbrief erlassen wurde, der die Bank bevollmächtigte, Banknoten auszugeben. ohne sich an die vorgeschriebne Grenze von 14 Mill." {über die Goldreserve hinaus} "zu binden, war die Bedingung, daß der Diskonto auf 8% gehalten werden müsse. In jenem Augenblick, und bei jener Diskontorate, war es ein profitliches Geschäft, Gold von Petersburg nach London verschiffen zu lassen und es bei seiner Ankunft zu 8% auszuleihen bis zum Verfall der Dreimonatswechsel, die gegen das verkaufte Gold gezogen waren." - 2573. "In allen Goldoperationen sind viele Punkte in Erwägung zu ziehn; es kommt auf den Wechselkurs an und auf den Zinsfuß, zu dem man das Geld anlegen kann bis zum Verfall des" {dagegen gezognen} "Wechsels."
Wechselkurs mit Asien
Die folgenden Punkte sind wichtig, einerseits weil sie zeigen, wie England, wenn sein Wechselkurs mit Asien ungünstig ist. sich bei andern Ländern erholen muß, deren Import aus Asien durch englische Vermittlung bezahlt wird. Zweitens aber, weil Herr Wilson hier wieder den törichten Versuch macht, die Wirkung einer Ausfuhr von Edelmetall auf die Wechselkurse zu identifizieren mit der Wirkung eines Exports von Kapital überhaupt auf diese Kurse; beides im Fall, wo es sich handelt um Export, nicht als Zahlungs- oder Kaufmittel, sondern für Kapitalanlage. Zunächst ist es selbstverständlich, daß, ob soundsoviel Millionen Pfd.St. in Edelmetall oder in Eisenschienen nach Indien geschickt werden, um sie dort in Eisenbahnen anzulegen, dies beides nur verschiedne Form ist, denselben Kapitalbelauf von einem Land auf ein andres zu übertragen; und zwar eine Übertragung, die nicht in die Rechnung der gewöhnlichen merkantilen Geschäfte ein- <592> geht, und wofür das exportierende Land keinen andern Rückfluß erwartet als spätre jährliche Revenue aus den Einkünften dieser Eisenbahnen. Geschieht dieser Export in Form von Edelmetall, so wird er, weil Edelmetall, und als solches unmittelbar leihbares Geldkapital und Basis des ganzen Geldsystems, nicht notwendig unter allen Umständen, aber unter früher entwickelten, direkt auf den Geldmarkt, und damit auf den Zinsfuß, des dies Edelmetall exportierenden Landes wirken. Er wirkt auch ebenso direkt auf den Wechselkurs. Es wird nämlich nur deshalb Edelmetall versandt, weil und soweit die Wechsel, z.B. auf Indien, die im Londoner 1117
DAS KAPITAL
Geldmarkt angeboten werden, nicht hinreichen, um diese Extrarimessen zu machen. Es findet also eine das Angebot übersteigende Nachfrage für Wechsel auf Indien statt, und so wendet sich der Kurs momentan gegen England, nicht weil es an Indien verschuldet ist, sondern weil es außerordentliche Summen nach Indien zu schicken hat. Auf die Dauer muß eine solche Versendung von Edelmetall nach Indien dahin wirken, die indische Nachfrage nach englischen Waren zu vermehren, weil sie indirekt die Konsumtionsfähigkeit Indiens für europäische Waren steigert. Wird dagegen das Kapital in der Form von Schienen usw. verschickt, so kann es gar keinen Einfluß auf den Wechselkurs haben, da Indien keine Rückzahlung dafür zu machen hat. Ebendeshalb braucht es auch keinen Einfluß auf den Geldmarkt zu haben. Einen solchen Einfluß
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