Das Salz im See 1: Ein teuflischer Plan (German Edition)
Wir müssen nach unten.“
Auf dem Flugfeld angekommen, bugsierte Cannon seinen spürbar genervten Landsmann zu einem Van mit verdunkelter Verglasung. „Steigen Sie ein!“ Er öffnete die Heckklappe, warf Bassetts Reisetasche in den Wagen, umkurvte mit zwei, drei raschen Schritten das Heck und schwang sich auf den Sitz neben Bassett. Cannon legte seine Hand auf die Schulter des Fahrers. „Fahren Sie los!“ Bassett räusperte sich. Cannon verstand das Signal. „OK, machen wir‘s kurz! Abdul und ich sind aufgrund der Show, die uns gestern im Khyber-Park geboten wurde, zu der Überzeugung gelangt, daß die Brüder ihre Taktik geändert haben und Sie außerhalb des Flughafenareals abfangen wollen.“
Bassett schien diese überraschende Wendung nicht sonderlich aufzuregen. „Und wo, glaubt ihr, soll das passieren?“
„Direkt vor dem Flughafen, auf der Khyber Road; ist die geeignetste Stelle auf dem Weg zum Pearl Continental. Es kommt aber noch besser: Taheri scheint diese Aktion zu leiten. Zumindest ist er in sie verwickelt. Er bekam im Hotel einen Anruf aus Islamabad; man nannte ihm kommentarlos Flugdaten. Ihre Flugdaten! Möglicherweise steckt unser Maulwurf im Ministerium dahinter. Oder sie verfügen über die Passagierlisten aller Fluglinien. Auf die hat allerdings nur der ISI uneingeschränkten Zugriff! Also könnte auch dort die undichte Stelle sein.“
Bassett grinste. Es war dieses dünnlippige Grinsen, das bei allen, die ihn kannten, unverzüglich Alarm auslöste. „Schau an, unser Ahmad hält sich nicht an die Vereinbarung! Dann wollen wir doch mal checken, wo er sich momentan herumtreibt.“ Bassett kramte sein Handy aus der Jackentasche und gab eine Kurzwahl ein. „Haben wir im Wagen ein militärisches GPS?“
Cannon nickte. „Haben wir.“
Bassett wartete eine Weile, bis der Ruf durchgestellt wurde. "Parole Mohnblume. Wo befindet sich Taheri momentan? … größtmögliche Exaktheit ... ja, unter der bekannten Nummer. Ich erwarte euren Rückruf, so schnell, wie möglich! ... Ihr habt ihn schon? ... Wo? … Das ist dreist! Ab sofort jeden Ortswechsel melden! Ende.“ Er klappte das Handy zu und sah Cannon mit vielsagendem Schmunzeln an. „Wohin fahren wir eigentlich?“
Cannon blickte dem Fahrer über die Schulter. „Wir umfahren das Flugfeld in nordwestlicher Richtung und verlassen das Flughafengelände nördlich von Qasimabad.“ Bassett lachte in sich hinein; er kostete wieder einmal die Überlegenheit des Wissenden aus. Cannon wurde ungeduldig. „Nun sagen Sie schon, wo ist der Kerl?“
„Auf dem Flughafengelände!“
Cannon stand der Mund offen. „Wie bitte? Hier? Auf diesem Gelände?“
Bassett genoß noch immer die Situation. Erst nach einer Kunstpause nahm er das Gespräch wieder auf. „So ist es! Laut Aussage unserer Experten befindet er sich am Rand des Areals, jedoch innerhalb der Umzäunung, in der Nähe eines alleinstehenden Gebäudes, ungefähr dort, wo die Airport Road in die Khyber Road einmündet.“ Er tippte dem Fahrer auf die Schulter. „Sagt Ihnen das was, dieses alleinstehende Gebäude?“
Der Fahrer nickte und machte sich am GPS zu schaffen. Es dauerte etliche Sekunden, bis sich auf dem Bildschirm das Luftbild des Flughafens aufbaute. „Hier ist es. Ich zoome es heran. Schauen Sie!“ Bassett und Cannon studierten den Ausschnitt des Satellitenphotos.
Cannon wies auf eine Piste, die die angegebene Position berührte. „Zoomen Sie mal diesen Ausschnitt heran!“ Nach wenigen Sekunden hatten Sie eine hoch aufgelöste Draufsicht, die aufgrund des scharf begrenzten Schlagschattens deutlich den Standort eines Lkw wiedergab. Cannon beugte sich näher zum Bildschirm. „Das ist ein 5-Tonner der Armee, wahrscheinlich von den Luftstreitkräften! Ich hab‘ mich schon gewundert, daß die Taheri so schnell geortet hatten und er seitdem offensichtlich den Standort nicht gewechselt hat. Der hockt auf dem Lkw! Säße er in einem geschlossenen Kfz, hätten wir, wie Sie kürzlich sagten, schlechte Karten. Entweder hat der Lkw ein offenes Führerhaus oder Taheri befindet sich auf der Ladefläche.“
Bassett starrte unverwandt auf den Bildschirm. „Nehmen Sie mal den Zoom raus!“ Er brauchte eine Weile, die Lage umfassend zu analysieren. „Wahrscheinlich wollen die Brüder mich unmittelbar nach dem Verlassen des Flughafengebäudes kidnappen, anschließend mit mir an dieser Stelle zurück auf das Flughafengelände gelangen und mich dort auf den Lkw verfrachten. Ein Lkw
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