Das Salz im See 1: Ein teuflischer Plan (German Edition)
hast nicht begriffen! Ich bin dein Freund! Würde ich den Finger von dem Knopf nehmen, erführest du das Schicksal des Baumes! Der Zünder wird aktiviert, sobald das Signal ausfällt! Bei diesem System ist alles umgekehrt! Fernzünder werden normalerweise durch ein Funksignal ausgelöst, der an deinem Hals wird durch ein Dauersignal blockiert. Hast du das kapiert? Das hat den Vorteil, daß Störsender dein ‚Halsband‘ in seiner Wirkung nicht beeinträchtigen können. Sie lösen vielmehr die Detonation aus. Hörst du den Summton nicht mehr, bleibt dir knapp eine Sekunde. Bum!“
Taheri saß zusammengesunken in seinem Sitz. „Sag, was soll ich tun?“
Bassett strahlte ihn an. „Ich wußte doch, daß du mich nicht im Stich läßt! Du bringst mich jetzt zu dem, der mich sprechen will. Wo finden wir ihn?“
Taheri war nicht mehr in der Lage, auch nur geringsten Widerstand zu leisten. „In Regi Badizai ist eine Straßensperre vorbereitet, ein Lkw quer zur Fahrbahn. Er wartet dahinter, in einem silberfarbenen Geländewagen, einem Toyota, glaube ich.“
Bassett nickte. „Wer ist noch da?“
„Der Fahrer des Lkw und ein Body Guard.“
„Wo steht euer Wagen, mit dem ihr dahin wolltet?“
„In Qasimabad, direkt hinterm Zaun.“
Bassett lachte auf. „Hab ich mir‘s doch gedacht! Wer hat den Schlüssel?“
„Der Fahrer; ihr habt ihn eben gefangengenommen.“
Bassett wandte sich an Abdul. „Hast du alles mitbekommen?“ Abdul bestätigte es mit knappem Nicken. Bassett wies in Fahrtrichtung. „Wir fahren zu seinem Wagen, der Fahrer übernimmt dort. Ihr fahrt vorneweg, mit euch rechnet dort keiner. Ihr wendet hinter dem Toyota an einer geeigneten Stelle. Der Bady Guard und der Lkw-Fahrer, der die Straßensperre auslösen soll, sind eure Angelegenheit. Unsere ist Taheris Freund. Wie heißt der überhaupt, Ahmad?“
Taheri antwortete kaum hörbar: „Bidram, Mehdi Bidram.“
Bassett klopfte ihm auf die Schulter. „Kopf hoch, Ahmad, du schaffst das! Du mußt mich nur immer daran erinnern, den Finger auf dem Knopf zu halten. Ich bin inzwischen etwas vergeßlich geworden. In zwanzig Minuten hast du alles überstanden. Oder auch nicht.“
In diesem Moment klingelte Taheris Handy. Bassett umklammerte mit eisernem Griff den Oberarm des Iraners. „So, mein Freund, jetzt kommt deine Feuertaufe. Mach keinen Unsinn, es wäre dein letzter! Raus aus dem Wagen! Die anderen zehn Meter Mindestabstand!“ Taheri entstieg schlotternd dem Van. Cannon und der Fahrer entfernten sich umgehend, wie Bassett das gefordert hatte. „Dort drüben gehst du hin! Du sprichst laut und deutlich, verstanden? Ich will jedes Wort hören. Du sagst ihnen, daß du mich und einen Russen hättest. Du wärest bereits unterwegs. Auf geht‘s!“
Taheri ging zu der angewiesenen Stelle, weit genug, um im Falle der Detonation den Van nicht zu ruinieren. Unterwegs nestelte er nervös das Handy aus der Hosentasche und stellte die Verbindung her. „Ja? ... wir haben ihn! Und einen Russen, er hatte ihn dabei ... nein, den Deutschen nicht ... Ich bin OK ... verdammt, ich bin OK! Es ist heiß, ich hab‘ die Schnauze voll! Wir sind unterwegs, gleich bei euch. Ende.“
Bassett trat an Taheri heran. „Das hast du gut gemacht! Und nun wieder rein in das Vehikel! Männer, aufsitzen! Nächster Stop in Qasimabad, direkt hinterm Zaun. Dort findet der Fahrzeugwechsel statt.“
14. August, 11:00 Uhr Ortszeit; Plot 10, H09, Islamabad
Sie hatten lange geschlafen. Erst jetzt kam die Reaktion auf die nervliche Anspannung, die körperlichen Strapazen der zurückliegenden Tage. Als Sander aufstand, hatte der General das Penthouse bereits verlassen. An ihrer Zimmertür klebte ein Zettel: „Bin gegen 12:00 Uhr zurück. Frühstück in der Küche, Eistee und Kaffee in den Isolierkannen. Nicht ans Telefon gehen, niemandem öffnen! M.S.“
Nun saßen sie in der Küche um den kleinen Frühstückstisch und diskutierten ihre Lage. Es war Aamir, der dem Gespräch plötzlich eine Wendung gab: „Ich muß zurück nach Quetta, sonst sorgt sich Nasim. Außerdem muß ich Sonntag abend im Camp sein, bevor die anderen dort eintreffen.“
Sander nickte zustimmend, gab aber zu bedenken, daß man zunächst die Rückkehr des Generals abwarten solle. „Können wir ihm wirklich trauen? Du sagtest, du kennst ihn seit Jahren. Aber das war vor Enduring Freedom! Seither hat sich in der islamischen Welt viel verändert, insbesondere in den Köpfen.“ Igors fragender Blick
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