Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Das Salz im See 1: Ein teuflischer Plan (German Edition)

Das Salz im See 1: Ein teuflischer Plan (German Edition)

Titel: Das Salz im See 1: Ein teuflischer Plan (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Götz Justus
Vom Netzwerk:
„Abdul, diesmal hast du die Sauerei gemacht!“
    Abdul hatte mit erkennbarer Eile Cannon aus dem Brutkasten befreit und war, als sei nichts geschehen, zur Geschäftsroutine zurückgekehrt. Er holte aus dem Landrover ein rotes Etui und gab es Bassett. „Du wirst es gleich brauchen.“ Bassett grinste.
    Abdul gab das Signal zum Aufsitzen. Die Motoren der Land Rover heulten auf, Ghulam startete den Forester. Die im Schrittempo passierenden Fahrzeugschlangen stoppten; ohne irgendein Signal oder Kommando erhalten zu haben, ließen sie die Kolonne passieren. In dieser Region hatte man ein Gespür dafür, wem Vorfahrt einzuräumen war. Rasch gewannen die Fahrzeuge, angeführt von dem Forester, an Fahrt. Sie fuhren Richtung Innenstadt. Zurück im Staub blieb ein in seinem Blut liegender Mudschahidin, um den sich eine stetig wachsende Traube Neugieriger scharte.
     
     

14. August, 12:25 Uhr Ortszeit; Nishtar Colony, Peshawar
    „Was habt ihr vor?“ Bidrams Stimme klang gepreßt. Es war der Druck der Mündung in seinem Nacken, der ihm äußerstes Unbehagen bereitete, vor allem aber, daß dieser verfluchte Amerikaner den Finger am Abzug hatte. „Sag‘s endlich, Hurensohn! Was habt ihr vor?“
    Bassett erhöhte den Druck der Waffe. „Hör zu, Freund! Selbst du wirst in den nächsten Minuten verstehen, daß du miserable Karten hast! Du wirst heute noch sehr freundlich werden, ich versprech‘s dir.“
    Bidram schien unbeeindruckt. „Einen Dreck werde ich. Glaub‘ nicht, daß du mich mit Todesdrohungen beeindrucken kannst, so, wie ihr diese traurige Gestalt, diesen verräterischen Iraner euch gefügig gemacht habt! Ich bin dazu bestimmt, als Märtyrer zu sterben. Sollte heute der Tag gekommen sein, so stimmt es mich eher freudig als ängstlich. Du hast verloren, Amerikaner! Meine Kämpfer werden mich rächen! Sie werden dir das Fell über die Ohren ziehen wie einem stinkenden Kojoten! Also, was hast du vor?“
    Bassetts Antwort gab ihm Rätsel auf: „Wir gehen telefonieren. Du bekommst gleich den Auftritt deines Lebens!“
    Bidram versuchte eine Weile, den Sinn dieser Antwort zu ergründen, bis er weitere Anstrengungen in dieser Richtung unterließ. „Wo fahren wir hin?“
    „In dein Büro.“
    „Mein Büro? Ich habe ein Büro? Muß ich wohl vergessen haben.“
    „Taheri wird dir helfen, es zu finden.“
    „Was habt ihr mit ihm gemacht, daß er vor euch zu Kreuze kriecht?“ Er stutzte. „Was bedeutete das Ding an seinem Hals?“
    „Geduld, wir zeigen‘s dir.“ Bassett blickte hinüber zu Cannon. „Legst du unserem Freund mal ein ‚Halsband‘ an?“ Cannon holte das Teufelsding aus dem Etui und beugte sich nach vorn. Bassett eskortierte Cannons Aktion mit einer unmißverständlichen Erhöhung des Drucks der Desert Eagle. „Wir halten jetzt hübsch still. Du weißt, dieses Ding hier macht fürchterlichen Dreck. Denk an das arme Schwein in Saddar Town! Taheri hat‘s dir bestimmt erzählt.“ Auf Bidrams Stirn formten sich, winzigen Diamanten gleich, funkelnde Schweißperlen. Ein beinahe unmerkliches Zittern ging durch seinen Körper, als er das Metall erst am Kehlkopf, dann rund um den Hals spürte. Cannon ließ mit metallischem Klicken den Verschluß einrasten.
    Bidram ahnte, was sich da um seinen Hals schlang. „Was soll der Quatsch?“ Er fauchte es heraus, spürte, daß er chancenlos war, der unheilvollen Entwicklung eine Wendung zu seinen Gunsten geben zu können. Seine Enttäuschung war grenzenlos. Hätte er doch nie diesem Iraner vertraut! Nur diesem hatte er die Situation zu verdanken, plötzlich um sein Leben fürchten zu müssen, statt über das des Amerikaners zu richten. Niemals in seinem Leben hatte er eine solche Frustration verspürt.
    Der Spott in Bassetts Stimme traf ihn tief ins Mark. „Sag mal, was haben wir denn in diesem entzückenden Köfferchen?“
    Das fahle Grau in Bidrams Gesicht wich schlagartig purpurnem Rot, sein Blut schien zu kochen. „Du wirst nur wenig Freude daran haben, Amerikaner. Meine Kämpfer werden dich in wenigen Stunden in Stücke reißen. Jeder da draußen – ja, schau nur aus dem Fenster! – jeder, den du da draußen siehst, kennt diesen Wagen. Sie werden befragt, und sie werden berichten, jedes Detail, sobald sie nur hören, daß ein gieriger Amerikaner das Geld rauben will, mit dem der Heilige Krieg finanziert werden soll. Sie werden alles daran setzen, Zeuge deiner Hinrichtung zu werden. Für sie wird es ein Festtag sein, du allerdings wirst den

Weitere Kostenlose Bücher