Das Salz im See 1: Ein teuflischer Plan (German Edition)
Anstalten, Bassett die gewünschte Auskunft zu geben. Sie schauten sich eine Weile an, bis Bassett offensichtlich die Geduld verlor. „John, geben Sie mir mal Bidrams Sender zurück!“
Zu Cannons Erleichterung verzichtete Bassett auf die Furcht auslösende Schau. Statt dessen hieb er mit zunehmender Heftigkeit den Sender auf die Schreibtischplatte. „Hör auf damit!“ Bidram starrte den Amerikaner haßerfüllt an. „Hör endlich auf!“ Dann kam es gepreßt über seine noch immer farblosen Lippen: „Zwei Millionen Dollar.“
Bassett schaute ihn mitleidig an. „Aber, aber, Mehdi! Dann fehlen ja noch vier Köfferchen!“ Midrams Mundwinkel zuckten. Er blieb stumm. Sein Blick war Antwort genug.
Abdul betrat den Raum, in der Rechten den Aluminiumkoffer, Bassetts Reisetasche in der Linken. Er setzte die Tasche auf dem Boden ab. Mit Schwung knallte er den Koffer auf den Schreibtisch. Er schien einiges Gewicht zu haben. „OK, Abdul. Gesell dich zu deinen Jungs! Machen Sie ihn auf, John! Vielleicht sind Zeitschriften drin ...“ – Bassett schaute zu Bidram hinüber – "... was für dich sehr ungünstig wäre!“
„Er ist verschlossen!“
Bassett beobachtete, wie Cannon sich vergeblich mit dem Koffer abmühte. „Den Schlüssel, Mehdi! Den Schlüssel!“
Der haßerfüllte Blick des Gotteskriegers sprach eine eigene Sprache, er stand in auffälligem Kontrast zur Blutleere seines angstverzerrten, schweißglänzenden Gesichts. „In meiner Hosentasche.“
„Dann hol‘ ihn – ganz vorsichtig – heraus! Du weißt, ich werde schnell nervös.“ Bassett hielt ihm den Sender entgegen. Mehdi zog behutsam den Schlüssel hervor und warf ihn trotzig auf den Schreibtisch. Bassett schien das nicht zu mögen. „Ein bißchen netter, wenn ich bitten darf!“
Cannon öffnete den Koffer. Er war bis zum Rand gefüllt mit 100 Dollar-Notenbündeln. „Soll ich nachzählen?“ Er sah Bassett fragend an.
„Nicht nötig. Ich vertraue Mehdi.“ Bassett blickte hinüber zu Taheri, der noch immer auf dem Boden kauerte. Sie hätten ihn beinahe vergessen. „Ahmad, steh auf! Jetzt wird telefoniert!“ Ihm entging nicht, daß Bidram bei dieser Aufforderung zusammenfuhr. Der sonst so eiskalte Killer konnte Bassetts Aufforderung nicht einordnen. Bei Bassett etwas nicht einordnen zu können, bedeutete Risiko, wenn nicht gar höchste Gefahr. Das hatte er inzwischen begriffen. „Wen willst du anrufen?“ Taheris Stimme klang weinerlich.
„Nicht ich rufe an – du rufst an!“
„Und wen soll ich anrufen?“
Bassett schüttelte ungläubig den Kopf. „Das fragst du? Janus sollst du anrufen, jetzt gleich!“
Taheri gab sich keine Mühe, seine Verzweiflung zu verbergen. Bidram sah es mit Wohlgefallen. Trotz seiner mißlichen Lage legte sich schadenfrohes Grinsen über die immer noch vorherrschende Blässe seines Gesichts. „Warum ich, laß es Bidram tun! Es ist uns verboten, die Organisation anzurufen – die Organisation ruft uns an! Nur im konkreten Notfall dürfen wir uns dort melden. Und mit Janus hat noch nie einer von uns gesprochen!“
Bassett schaute besorgt zu Taheri herüber. „Ahmad, wenn ich an deiner Stelle wäre, würde ich meine Lage als konkreten Notfall begreifen!“
Taheri wand sich. Trotz seiner fatalen Lage war seine Furcht zu groß, gegen die Gebote der Organisation zu verstoßen. „Ich kann das nicht bei diesem verfluchten Gesumme! Nimm Bidram, der ist ja so hart im Nehmen, wie er immer vorgibt. Vielleicht kann der‘s!“
Bassett schaute zu Bidram. „Nein, nein. Der kommt später dran!“ Bidrams Grinsen erstarb schlagartig.
Taheri resignierte. „Dann stell‘ wenigstens dieses Mordwerkzeug ab! Ich kann mich sonst nicht konzentrieren!“
Bassett schien amüsiert. „In Ordnung, aber beim kleinsten Fehler wird die Krause reaktiviert!“ Er tauschte die Sender mit Cannon und gab in Taheris Handsender einen Code ein. Nach kurzer Verzögerung verstummte der Summton. Taheri atmete tief durch, eine Zentnerlast schien von ihm abzufallen.
„Und ich? Nun mach schon! Stell die Höllenmaschine ab, wenn in dir ein Funken Menschlichkeit steckt!“ Es war Bidram, der lautstark auf sich aufmerksam machte.
„Menschlichkeit? Du wagst, dieses Wort für dich in Anspruch zu nehmen? Nichts wird abgestellt! Tu‘, was dir gesagt wird, dann hast du vielleicht eine Chance. Es wird deine einzige sein!“ Wieder perlten sich auf Bidrams Stirn winzige Schweißtröpfchen.
„Ahmad, schau, was ich dir zeige!“ Bassett
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